Maniacs - Die Horrorbande


‘There are twelve good reasons to be afraid of the dark.
And everyone of them is a killer.’


Originaltitel: Neon Maniacs (1986) Regie: Joseph Mangine
Drehbuch: Mark Patrick Carducci
Darsteller: Clyde Hayes, Leilani Sarelle, Donna Locke FSK: 18


’Neon Maniacs’ - Selten gab es einen Titel, der mehr nach Achtziger Jahre Horrorschund schrie als jener. Und Recht soll er haben.
Das fängt schon beim sinnlos eingebrabbelten Voice-Over an, gefolgt vom Axtmord an einem Mann der irgendwo im Hafen von San Francisco ’Neon Maniacs’-Sammelkarten findet. Das darüber schallende Synthie-Genudel stimmt uns endgültig auf die folgenden 90 Minuten ein. Leute, ich weiß nicht wie es um euch bestellt ist, aber ich liebe die Achtziger und ihre käsige Art.

Zitat: “Hast du auch dieses komische Geräusch gehört?” “Ja, richtig unheimlich.
Wahrscheinlich deine Mutter, die wieder ihre Anti-Sex-Warnung durchgeben wollte!“

Natalie wollte eigentlich nur ihre Jungfräulichkeit verlieren, doch die titelgebenden Neon Maniacs, zwölf widerliche Teufel aus der Rumpelkammer der Hölle, machen ihrer Peergroup an jenem Abend im Park den Garaus. Als einzige Überlebende liegt es nun an Natalie, die Polizisten von dem übernatürlichen Überfall zu überzeugen. Die Jungs in Blau schenken der völlig verängstigten Blondine natürlich keinen Glauben, also muss das Mädel sich zunächst den Befragungen diverser erzürnter Angehöriger stellen, bevor sie mit Hilfe einiger Mitschüler (the usual freaks & geeks) das Geheimnis um die Neon Maniacs zu lüften versucht. Lange suchen muss Natalie nicht, denn die Maniacs haben die Witterung längst aufgenommen…

Von links nach rechts und straight from hell: Biker, Surgeon, Thing, Soldier,
Juice, Mohawk, Hangman, Decapitator, Axe, Slasher, Samurai & Archer.

Der Film braucht nicht lange, um in Fahrt zu kommen, schaltet nach den ’Initial-Kills’ jedoch einen Gang runter und lässt den Zuschauer wenig spannendes Teenage-Geplänkel durchsitzen, bis sich der Plot schließlich wieder verdichtet und die Titelmonster erneut vor die Linse treten.
Die Maniacs selbst kommen wie die perfekte Mischung aus Cenobiten, Freddy Krueger und ein paar Gestalten aus der Troma-Schmiede daher und haben jeder eine einzigartige Art und Weise, sein Opfer ins Jenseits zu bugsieren. Wer sie sind, wo sie herkommen, warum sie in urigen Themen-Kostümen durch die Parkanlagen, U-Bahnen und Rockkonzerte San Franciscos huschen, um Teens (oder solchen die Twens sind und Teens spielen) den Garaus zu machen und was das Ganze mit dem Sammelkarten-Typen aus Szene eins zu tun hat… wir wissen es nicht. Aber jeder Zuschauer mit einem Quentchen Fantasie wird sich seine eigene Geschichte zusammen basteln. Meine hat mit faschingsverrückten Tradingcard-Nerds, die dank Überzuckerung aufgrund einer ’Gefrorener-Joghurt-mit-Gummibärchen’-Diät zu gewalttätigen Satanisten wurden, zu tun. Möchte mich aber nicht darauf festlegen.
Was wir wissen ist Folgendes: Die Jungs kennen keine Gnade, sind jedoch extrem wasserscheu. Will sagen: Nach einer Dusche grützeln die Maniacs zugrunde, wie die Gremlins unter Sonnenlicht.
Das resultiert in einigen höchst amüsanten FX-Tricksereien, die, kombiniert mit Debilo-Dialogen (“Was is nu? Was wollen wir machen?“ “Alle meine Entchen?“) und den typischen Schauspiel-Lakaien, genau den klassisch käsigen 80s-Charme heraufbeschwören, den ich mir zu Beginn herbeigesehnt habe. Somit hatte der Film für mich schon gewonnen.

“Monster? Was denn für Monster?“
“Was weiß ich. War’n hässlich und haben gemordet!“

Neon, gelle?

Solltet ihr an dieser Stelle noch hadern, ob ’Neon Maniacs’ auch euer Fall ist, dann lasst euch Folgendes gesagt sein: Im Finale mischen die Maniacs einen ’Battle of the Bands’-Kontest mit Faschings-Thematik im Schulgebäude auf, während die Protagonisten (die sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst sind) im Lehrerzimmer eine Nummer schieben … Noch Fragen? Wenn ja, dann seid ihr hier irgendwie falsch. Mehr Achtziger-Horror-Käse geht kaum auf eine Kuhhaut. Zieht’s euch rein.


Hudson