Neon City


‘Take a deep breath, it may be your last. Welcome to the year 2053.’


Originaltitel: Neon City (1992)
Regie: Monte Markham Drehbuch: Jeff Begun, Buck Finch, Monte Markham & Gus Peters Darsteller: Michael Ironside, Vanity, Lyle Alzado FSK: 18


Endzeit endlich mal ohne beklopptes Voice-Over, das uns die Misere der Protagonisten und deren Ursprung erklären muss. Erfreulich das! Zumal wir es zwar mit dem ’typischen’ postapokalyptischen Szenario (End of the World, Mutants all around, Vehicle-Action Deluxe) zu tun haben, die Prämisse aber mit etwas mehr Geschick behandelt wird, als beispielsweise bei den unzähligen italienischen Genre-Vettern.

Tundra Extreme
Michael Ironside (’Total Recall’) spielt den eigenbrötlerischen Ex-Ranger und derzeitigen Bountyhunter Stark, der bei einer Routine-Aktion im ’Outland’ die junge Reno (Vanity) einfängt, auf deren Kopf eine stolze Prämie ausgesetzt ist. In der nächst gelegenen Stadt will er sie in bare Münze eintauschen, bekommt vom örtlichen Polizeichef (Monte Markham) aber eine Absage, da man sie dort nicht ’gebrauchen’ kann. Stark wird nun mehr oder weniger dazu gezwungen, mit Reno nach Neon City zu reisen, einer großen Stadt, die etliche Meilen entfernt ist. Zu diesem Zweck begeben sie sich in die Gesellschaft anderer Reisender, unter denen zufällig auch Starks Exfrau und ein ehemaliger Busenkumpel sind. In einem zum Transporter umfunktionierten Truck begibt sich die Mischpoke durch das unwirkliche Brachland, vorbei an Mutanten, Giftnebeln, radioaktiven Gewitterstürmen, und den mörderischen ’Skins’, während unter den Reisenden selbst ein Wahnsinniger lauert…

“Mutanten haben sich umgehend in der Quarantäne-Zone zu melden!“

Sibirien Deluxe
’Neon City’ gehört ohne Frage in eine eine Katgorie, bei dem sich der eine oder andere leicht hinreißen ließe, die Aussage “Es ist ein Actionfilm. Wer braucht da schon Charakterentwicklung?“ zu bringen. Aber ’Neon City’ ist genau der Film, auf den sie nicht zutrifft. Klar gibt’s hier Action in Form von Verfolgungsjagden mit wilden Schießereien (Courtesy of Mad Max) aber im Vordergrund stehen die Figuren, ihre Beziehungen zueinander und auch diverse Konversationen, die sich größtenteils im abgegrenzten Set des Trucks abspielen. Sicher ist das nicht unbedingt immer spannend und von hahnebüchenen Hintergrundinformationen gestützt (Laserexperimente bohrten Loch ins Ozon), dennoch findet man durch die (über dem Standard) ausgeprägten Figuren einen besseren Bezug zum Geschehen, nicht zuletzt wegen der erwähnenswerten Besetzung.
Neben Michael Ironside (’Highlander 2’), der seinen Antihelden nur einen positiven Hauch neben seinen sonstigen Schurkenrollen anlegt, sind Model ’Vanity’, Martin Landaus Tochter Juliet (’Ed Wood’) und der sympathische (mittlerweile leider verstorbene) Ex-Footballer Lyle Alzado (’Der Typ mit dem irren Blick II’) zu sehen.

"Ich hab echt nich gefurzt!"

Fazit: Perfekt ist ’Neon City’ in keiner Beziehung, verfügt aber über ein ansprechendes Szenario und eine gute Cast, die den Film vom staubtrockenen Endzeit-Einerlei abheben.


PS: Der Psychopath in der Gruppe ist übrigens ganz leicht zu erkennen. Er hat die Synchro von ’Achim’ aus dem ’Brummkreisel’.

Hudson