Near Dark


‘Blood is our life, Darkness, our feeding ground and sunlight, our eternal damnation.’


Originaltitel: Near Dark (1987) Regie: Kathryn Bigelow Drehbuch: Kathryn Bigelow & Eric Red
Darsteller: Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen, Bill Paxton FSK: 18


Midwest USA:
Eines Nachts reißt der junge Caleb (Adrian Pasdar, ’Top Gun’) eine fremde Schönheit mit den Worten: “Darf ich mal beissen?“ auf. Kurz vor Sonnenaufgang beißt die junge Dame namens Mae selbst ein wenig in Calebs Hals und verwandelt ihn in einen Vampir.

Kids look!
It's Bishop, Vasquez & Hudson!
Als Maes schräge Sippe (u.a. Bill Paxton und Jenette Goldstein) davon erfährt, greifen sie Caleb kurzerhand auf und schleifen ihn mit auf ihrer blutigen Tour durch die nordamerikanische Wüste. Während sein Vater (Tim ’Trancers’ Thomerson) alles in Bewegung setzt, um Caleb zu finden, versuchen dessen neue Begleiter, ihn zum Vampir-Dasein zu konvertieren.
Doch Caleb fehlt die Überwindung, sich an dem barabarischen Treiben der gnadenlosen Blutsauger zu beteiligen, bis es schließlich zur unvermeidbaren Konfrontation kommt, in der er sich, für eine seiner ’beiden Sippen’ entscheiden muss…

’Near Dark’ ist einer der interessanteren modernen Vampir-Filme und markierte den Durchbruch von Hollywoods Action-Regisseurin Nr. 1, Kathryn Bigelow (’Strange Days’). Der mit Western-Elementen versetzte Schocker wurde von Kameramann Adam Greenberg (’Terminator’) in wohlig düstere (Nacht) und gleißend unangenehme (Tag) Bilder gepackt, die den Zuschauer das Vampir-Dasein beinahe am eigenen Leib spüren lassen.
Fürs Ohr gibt es Musik der deutschen Elektro-Meister Tangerine Dream (’Die unheimliche Macht’), angenehm rockige Gitarren wechseln sich hier mit sphärische Klängen a la Vangelis ab.

Gezielt...
Der Film ist nicht völlig frei von holprigen Logiklöchern (Stichwort: ’Back to normal’ dank Bluttrasfusion) und auch die wiederholte Bedrohung durch das ’tödliche Sonnenlicht’ wird für meinen Geschmack ein wenig übertrieben, was allerdings bei einem Film mit dem Titel ’Near Dark’ der Punkt sein mag. Vom tricktechnischen Aspekt her ist der Film eine Augenweide. Kompromisse gibt es kaum. Das Blut fließt, Körper brennen, schmelzen und explodieren. Adrien Pasdar reizt zwar seine Figur nicht aus, ist dennoch kein Fehlgriff für die Hauptbesetzung. Jenny Wright (’Der Rasenmäher-Mann’) spielt so blaß, wie sie geschminkt ist. Ihre Figur dient hier mehr als Link zwischen Caleb und den Vampiren (ein Wort, das nicht einmal während des gesamten Filmes fällt!), die Liebesgeschichte der beiden bleibt eher blutleer.
Die Stars dieses Films sind sowieso die fiesen Blutsauger, die hier nichts anbrennen lassen. Mit Bill Paxton (der genau wie mein anderer Genre-Held Bruce Campbell in jedem nächsten Film eine andere Synchro spendiert bekommt, hier ist übrigens Christian Tramitz am Werk), Jenette Goldstein (’Lethal Weapon 2’) und Lance Henriksen (’Halloween Monster’) hat Kathryn Bigelow die halbe Crew der ’Sulaco’ aus dem Science-Fiction-Horror-Meilenstein ’Aliens’ angeheuert. Henriksen (dem man beinahe ausnahmslos sowohl den Good Guy als auch den Bad Guy abnimmt) wirkt bedrohlicher als eh und je, J. Goldstein gibt eine herrlich schmutzig-geile Killer-Doll und Bill Paxton stiehlt hier schlichtweg Allen die Show.

“Sie kommen mir bekannt vor. Sie waren schon mal hier. Ist schon ein paar Jahre her.“
“Ja, stimmt schon. Ich komm hier alle 50 Jahre vorbei. Für’s nächste Mal reservier ich besser.“

...getroffen!

Ob als Fest der Sinne, Fest des Blutes oder Fest des Chaos. Ein Fest ist ’Near Dark’ für Horror- und vor allem Vampir-Fans unbedingt. Dass der Film nebenbei erneut bewies, dass Qualität nichts mit dem Geschlecht des Regisseurs zu tun hat, sollte nicht außer Acht gelassen werden!

Hudson