Naked Space – Trottel im Weltall



Originaltitel: The Creature Wasn't Nice (1983) Regie & Drehbuch Bruce Kimmel
Darsteller: Cindy Williams, Bruce Kimmel, Leslie Nielsen FSK: 16


Titel: Trottel im Weltall

Die Deppenmannschaft eines Raumschiffes (Leslie Nielsen, Patrick Macnee u.a.) landet auf einem Planeten, sammelt eine schleimige Masse auf, nimmt sie mit zur Milchstraße, lässt sie zu einem Monster gedeihen und sich von diesem durch die Gänge jagen...

Kurz gesagt: Trottel im Weltall

Ich dachte immer, dass Leslie Nielsen erst nach dem letzten ’Nackte Kanone’-Streifen in den Sumpf unsäglich dämlicher und unlustiger Genre-Parodien gerutscht ist. Da unterlag ich einem gewaltigen Irrtum. Sehen wir mal von der noch halbwegs witzigen Parodie-Gurke ’Von allen Geistern besessen’ (1990) ab, war der weißhaarige Schauspieltrottel schon zwischen dem grandiosen ’Airplane’ und dem ziemlich amüsanten ersten ’Nackte Kanone’-Film in einer grottenschlechten Un-Komödie unterwegs, die Genre-Mauken wie ’Space Travesty’ beste Gesellschaft im Bodensatz des filmischen Humors leistet.

Ach er hier, aus dem Oasis-Video!
’Trottel im Weltall’ war der passende deutsche Titel, im Original hieß er ’The creature wasn’t nice’, wurde jedoch bald mit dem Alternativ-Titel ’Spaceship’ versehen und auf ein ’Airplane’-ähnliches Poster gepackt. Der Film selbst orientiert sich allerdings kaum am Schema des Comedy-Meisterwerkes der ZAZ-Brüder und ist größtenteils damit beschäftigt, alte B-Movies und zur damaligen Zeit moderne Genre-Klassiker wie ’Alien’ und ’Odyssee im Weltraum’ durch den Kakao zu ziehen. Vergeblich. Dabei hatte John Carpenters ’Dark Star’ das vor ein paar Jahren mit einem minimalistischen Budget bereits so gut hinbekommen. Und da war an ’Alien’ noch nicht einmal zu denken!
Eine nachvollziehbare Story wär nicht schlecht gewesen, ist aber kein Muss für diese Art von Film. Geschenkt. Aber wenn von sympathischen Charakteren, funktionierenden Witzen und irgendwelchen Schauwerten jedweder Art weit und breit die Spur fehlt und man anstelle dessen schnarchige Musical-Nummern und uninspiriert eingefügte Parodien (’Dirty Harry’*) aufgetischt bekommt, kriegt selbst der hartnäckigste Komödienfan das große Göbeln. Regisseur, Autor, Hauptdarsteller und Chevy-Chase-Lookalike Bruce Kimmel schickt seine nervtötenden (Co-)Figuren durch die schlecht geschusterten Sets, auf der Flucht vor einem trashig gefertigten Monster. Weder ’Nackte Kanone’ Leslie Nielsen, noch ’Avengers’-Charmeur Patrick Macnee können hier Gebrauch von ihrem hypothetisch verfügbaren Talent machen. Das Material ist einfach zu platt und wenn mal kurz Freude aufkommt, dann nur weil Archiv-Material aus anderen, besseren Filme über den Schirm flimmert. So gibt es kleine Ausschnitte aus ’Metaluna 4 antwortet nicht’, ’Krieg der Welten’ und sogar (ich hab’s erst selber nicht geglaubt) eine Monster-Montage aus diversen ’Ultraman’-Folgen.

Return of the Turd People

Frei nach dem Motto ’Wenn’s nicht komisch ist, einfach laut und schrill werden!’ fabrizierte man mit ’Trottel im Weltall’ einen der doofsten Genre-Spoofs aller Zeiten. Das will auch schon was heißen, aber dass mir das jetzt bitte keiner als versteckte Empfehlung versteht. Wenn das Humor sein soll, bin ich der Schah von Persien, seit 30 Jahren tot, schreibe dies durch die Hände meines Ersatzkörpers in einem Atombunker auf den Malediven und warte auf einen Nachschub roter Bete.

*Gaaanz schlecht, ihr Flachzangen! Wenn ihr wüsstet, wie viele Jahre später der olle Eastwood noch Ärsche treten würde, ohne dabei wie ein tattriger Opa auszusehen.


Hudson