Mystics In Bali


‘She sold her soul to possess the secrets of black magic...’


Originaltitel: Leák (1981) Regie: H. Tjut Djalil
Drehbuch: Jimmy Atmaja & Putra Mada
Darsteller: Ilona Agathe Bastian, Yos Santo, Sofia W.D. FSK: unbekannt


“What is her Name and where does she come from? “
“Catherine Kean, from the USA.”
“And where is that?”
“Very far away”

Die alte, balinesische Gewitterhexe, Leak Queen genannt, will es ganz genau wissen. Cathy aus den USA allerdings auch und so lässt sich das junge, ahnungslose Ding von ihrem lokalen Bekannten/Loverboy/Minipli-Macker Mahendra der alten Leak Queen vorstellen. Sie will die schwarze Magie der Einheimischen kennen lernen, um später darüber Dissertationen oder Romane zu schreiben und das schrill lachende Hutzelweib aus dem Urwald ist eine Meisterin jener Zauberkraft. Doch der Preis, den Cathy zahlen soll, ist hoch. Die Leak Queen lehrt sie zwar die Geheimnisse des Bali-Voodoo, belegt die naive Amerikanerin dabei allerdings mit einem Fluch, der sie dazu zwingt, der Hexe frisches Blut unschuldiger Geschöpfe zu bringen…

Magick in its purest form!

Dass Mahendra erst jetzt seinen ebenfalls Black Magic kundigen Onkel zu Rate zieht, der ihm von nun an hilfreiche Tips gibt, ist nur ein Beweis für die dramaturgische Schummrigkeit von ’Mystics in Bali’, aber wegen des ausgefuchsten Plots wird sich wohl auch niemand einen Film wie diesen hier Anschauen.
Schaffen wir das Offensichtliche gleich aus dem Weg: Die Darsteller agieren unter allen Standards, die Dialoge werden grauenhaft stümperisch vorgetragen und die technische Umsetzung ist mit den kümmerlichsten Mitteln realisiert worden. Dennoch kreiert der Film recht schnell einen trashig-atmosphärischen Sog, dem sich Fans von absurdem Genre-Kino kaum entziehen können.
Das fängt schon bei der Leak Queen an, dieser Pai Mai der balinesischen Schwarzmagie (“I will except this young girl. Starting tomorrow, she will be my disciple.”), komplett mit stetig schrillender Terror-Lache, einer lächerlichen Griepschfresse und fragwürdigen Methoden (“Now I need you to take off your skirt.”).
Die Resultate der Magie sind so amüsant, wie sie billig inszeniert sind. Cathy kotzt Eiersalat aus, in dem sich lebendige Mäuse suhlen, wandernde Gummiarme krauchen übers Gras, fliegende Feuerbälle schreien durch die Nacht, Frauen verwandeln sich auf groteske Art und Weise in Schweine und Schlangen und das unglaublichste:

Zitat: “I will only need your head for a short time and then I will attain total power.“

Der Kopf der Protagonistin wird mitsamt den Eingeweiden vom Körper separiert, fliegt anschließend im Film herum, sucht sich Opfer und saugt diesen über das primäre Geschlechtsmerkmal das Blut aus.
Diese irre Mischung wird durch ein paar klassische Zeichentrick-FX und furchtbar desorientierte Musikuntermalung kombiniert, die oben genannter Stimmung jedoch nichts anhaben kann. Eher zieht sie den Zuschauer noch mehr in die wilde Welt der balinesischen Mystik hinein.
Eine der besten Szenen des Films beinhaltet den Anblick eines aufgebrachten Mobs, der mit Fackeln und den üblichen Landwirtschaftsgeräten versucht, dem fliegenden Kopf den Garaus zu machen. Zu dumm, dass sie nicht hoch genug springen können, um die schwebende Rübe zu erreichen.
Der komplette Wirrsinn von ’Mystics in Bali’ basiert tatsächlich auf einem Roman, welcher wiederum auf dem Hokus Pokus alter balinesischer Mythologie fußt, in welcher der ’Penanggalan’ (jener Dämon in Kopfform) eine nicht unwesentliche Rolle spielt und die, glaubt man Kollege und Asien-Kenner Goaty, sogar ein kleines Sub-Genre von ’Fliegende Köppe mit dran hängenden Gedärmen greifen Menschen an’-Streifen inspirierte.

“Where are you, master?”
“I’m just behind the bushes.”

Allen Tierquälern zur Warnung:
Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem Schweinemonster,
in dem der Geist einer widerlichen, klauenbewährten Dämonenhexe haust, zu!

Okay, machen wir uns nichts vor. Wenn ihr dieses Review tatsächlich bis zu Ende gelesen habt, ist euer anfänglich morbides Interesse längst faszinierter Euphorie gewichen. Ihr seid eindeutig Fans absurder Trash-Arien und ihr wollt ’Mystics in Bali’ sehen. Dass brauche ich euch nicht noch anraten. Abraten kann ich hingegen bierernsten Horrorfans, die hier nach wohligem Schauer oder tödlichem Terror suchen.


Hudson