Mutant War


‘Earth... a nice place to breed.
But you wouldn't want to live there.’


Originaltitel: Mutant War (1988) Regie & Drehbich: Brett Piper
Darsteller: Cameron Mitchell, Matt Mitler, Deborah Quayle FSK: unbekannt


Bereit für's Endzeit-Voice-Over?

“This is what they used to call a city. Ten or so years ago it would’ve been alive with noise and mobs of people. It’s… quieter now. There used to be a million stories in the city. Now its down to one.“

… und die dreht sich um unseren Helden, Harry Trent, seines Zeichens Protagonist des Flausen-Flicks und Vorgängers ’Galaxy Destroyer’, der auf der Suche nach Brauchbarem, Rauchbarem, Baren, Barren und Bars durch die Endzeit stolpert, aber nur von alten Fuselresten direkt aus der Gosse zehrt. Beggers can’t be choosers and P.A.-duders can’t be losers.

Just another day in p.a.radise.

Harry, der in ’Galaxy Destroyer’ maßgeblich an der Rettung der Erde vor Schweinenasen-Aliens beteiligt war, konnte nach den Credits jener schrulligen FX-Klamotte jedoch nicht in den wohlverdienten Feierabend ridern. Die Strahlung der Superwaffe, die er und seine Cronies zur Musifizierung der Aliens gebaut hatten, entpuppte sich bald als Öko-Killer mit verheerenden Strahlen-Effekten auf Natur, Leib und Seele.

“After we defeated the bad guys, the idea was to start rebuilding civilization and getting things back to normal. But it hasn’t worked out that way. It hasn’t worked out that way at all.”

Looking for a friend at the end of the world...

So here we are again, in Post-Apocalyptia, wo unfruchtbare Mutanten nach Menschenfleisch geifern, gewaltige Stop-Motion-Kreaturen die Ruinen der alten Welt unsicher machen, hochgetunte Karren durch den Laubwald schreddern und marode Melodien aus dem synthetischen Klimperkasten leiern. Größtenteils also status quo im Vergleich zu ’Galaxy Destroyer’, der (nachdem Trent zu Beginn der Alien Invasion jahrelang im Orbit der Erde verweilen musste… lange Geschichte) ja ebenfalls ein postapokalyptisches Setting hatte.
Was ’Mutant War’ jedoch fehlt, ist dessen wunderbar alberne Synchro, wofür natürlich niemand etwas kann, da der Film nie einen deutschen Release verpasst bekam. Aber dauerhafte Spruchbeschallung ist genau das, was den Unterhaltungswert eines derartigen Streifens immens steigern würde.

...only finding mean beasts creatures from hell and beyond.

Eine nachvollziehbare Story wäre auch nicht verkehrt gewesen, aber wie schon beim inoffiziellen Nachfolger ’A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell’ (ähnliche Setting, gleiche Knet-Monster) geht’s hier nur um rumstreunernde, abgerissene Survival-Surgen (mit Namen wie Spider, Fox und Stone), die sich von einer FX-Szene zur nächsten hangeln und sich durch Begegnungen der dritten Art witzeln, schießen (look out for the Laser-Shotgun!) oder schlagen. Überhaupt legt sich hier jeder mit jedem an; Mutanten mit Menschen, Monster mit Raidern, Raider mit Menschen, Menschen mit Monstern und die Aliens schließlich mit allen auf einmal, während uns Musik von den ’Astral Warriors’ den Tag versauert.

Was Raider machen, wenn sie nicht raiden.
Harry Trent ist die Art von Held, der sich gleichermaßen als Loudmouth und Haudrauf verdient macht, wenn auch moralisch nicht ganz einwandfrei. Als er auf der Suche nach seiner jungen Begleiterin einen Harem-Bus der Mutanten befreit (die impotenten Hoschis halten dort Damen zur eventuellen, aber unmöglichen Befruchtung gefangen) antwortet er auf auf die hilfesuchende Frage „What about us?“ mit „If you escape they’re going to get you. It’s up to you.“ Aber hey, Mad Max hätte wahrscheinlich gar nichts gesagt.
Die Darsteller schlagen sich mehr schlecht als recht durch den Wust von Action und Dialogen. Unter dem Haufen der ’blinden’ Bettelchargen ist Hauptdarsteller Matt ’Einäugiger’ Mitler auf jeden Fall König. Zum ersten und einzigen Mal (zählt man Ron Jeremys Auftritt in ‚They Bite’ nicht mit) konnte Piper hier übrigens mit Cameron Mitchell (’Das Söldnerkommando’) einen namhaften Darsteller verpflichten… für ganze zwei Minuten. In denen versucht Mitchell die Begriffe ‘phoned in’ und ’half assed’ neu zu definieren, indem er seinem albern kostümierten Bösewicht die Performance-Wahl zwischen einer schwitzenden Grinsekatzen-Version von Colonel Kurtz und Helmut Kohl nach dem Eierwurf lässt. But like I said before, beggars can’t be choosers.

...also ...kinda ...sorta starring.

“And you guys. You know what’s gonna happen to you?”
“Hm, you gonna invite us for brunch?”
“Close. But not quite, no. We’re gonna take everything you’ve got, then we’re gonna have some fun with her. Then we’re gonna kill you ALL!”
”That was gonna be my next guess.“

The beauty of Piper.

Man könnte kein gutes Haar an ’Mutant War’ lassen und hätte wahrscheinlich nicht Unrecht. Die Story ist nicht mal mehr rudimentär vorhanden, die Figuren sind bestenfalls zweckhaft, das Tempo wird immer wieder von absurden Einschüben gestoppt. Aber trotz all der Unzulänglichkeiten muss man für Brett Piper, der bis heute (!!!) diesen Hokus Pokus zelebriert, einfach eine Lanze brechen. Sein Auge für visuellen Budenzauber im Low-Budget-Bereich ist nicht zu verleugnen, seine FX sind einfallsreich und im Gegensatz zum PC-Budenzauber dieser Tage zum Greifen nahe und sein Stil – sei es die wiederholte Einbindung exorbitanter Götzenbilder, die Verwendung rumpeliger Atmo-Mattepaintings und der ausschweifende Stapel-Einsatz von einem Stop-Motion-Monster nach dem anderen - ist unverkennbar. Wer kann das schon von sich behaupten?


Sponsored by 'Blinky', your p.a.-vehicle!


















Hudson