Mutant - Das Grauen aus dem All


‘The seed is planted... the nightmare grows’


Originaltitel: Forbidden World (1982)
Regie: Allan Holzman Drehbuch: Tim Curnen, R.J. Robertson & Jim Wynorski
Darsteller: Jesse Vint, Dawn Dunlap, June Chadwick FSK: 16


Wer kennt das nicht:
Man kommt nachts nach Hause und der Kühlschrank ist leer.

Erst einmal in Rente, ist das
Dasein eines Stormtroopers
verdammt langweilig.
Um diesem ärgerlichen Zustand vorzubeugen, forschen in ’Mutant’ ein paar Weltall-Wissenschaftler auf dem Planeten Xarbia an einer synthetischen Nahrungsquelle, die möglichst niemals versiegen soll. Nachdem Experimante mit holländischen Tomaten und chinesischen Super-Soja misslangen, spezialisiert man sich auf einen Terrarium-Mutanten namens ’Subjekt 20’. Um die Machenschaften der Damen und Herren zu kontrollieren, schickt der intergalaktische Bundestag den Space-Söldner Mike Colby nach Xarbia. Da dieser allerdings viel zu sehr damit beschäftigt ist, die weibliche Besatzung zu beglücken, schlüpft der Metamorph aus seinem Kokon und mutiert munter mordend durch die Reihen der Wissenschaftler…

Nachdem Roger Cormans ’New World Pictures’ den gierigen Genre-Markt 1981 mit dem gelungenen ’Alien’-Verschnitt ’Planet des Schreckens’ versorgt hatte, schob man 1982 gleich noch einen zweiten hinterher. Ans Drehbuch wurde der junge Jim Wynorski gelassen, der kurz zuvor als Co-Autor bei ’Mächte des Lichts’ seinen Einstand ins Trash-Scripting gefeiert hatte. Und wenn wir schon bei Corman und Wynorski sind, dann ist auch sicher eines nicht weit entfert:
Stockfootage bis die Augen tränen (wahlweise aus ’Sador’ und ’Planet des Schreckens’).

“Ist es schon fertig?“ ...
Im Gegensatz zu einigen anderen Patchwork-Schinken, wirken die einkopierten Space-War-Szenen hier allerdings völlig überflüssig, um nicht zu sagen fehl am Platz (vor allem die sinnlos rangetackterte nach dem eigentlichen Ende. Im Ernst: Was sollte das denn?)
Auch an der Musik gibt es das Eine oder Andere auszusetzen. Offenbar konnte sich der Maestro nicht entscheiden, ob er nun die Atmosphäre des Films unterstreichen, oder bizarre Klangeffekte zum Besten geben wollte.
Davon abgesehen enthält der Film auch etliche Zutaten, die ’New World Picture Releases’ zu dem Unterhaltungsgrad verhelfen, den wir von ihnen gewohnt sind. Als da wären: ein Sidekick-Roboter, Sauna-Nudetiy, angenehm trashiges Monsterdesign und vor allem Ekel-Effekte, die sich nicht vor denen in ’Planet des Schreckens’ verstecken müssen. Die Freigabe ab 16 ist in Anbetracht der expliziten Demontage menschlicher Körper erneut ein Beweis, dass die Verantwortlichen sich auch mal in die andere Richtung irren können. Das ganze gipfelt in einer widerlichen ’Krebs-OP’ am hellwachen Patienten: “Achtung, zerreiß nicht die Galle!“
Wenig auffällig sind die Darsteller. Jesse Vint (’Deathsport’) hält für einen Weltraum-Haudegen die Bälle erstaunlich flach, während sich die Belegschaft der Forschungsstation zu gleichen Teilen in Mad Scientists (Linden Chiles & Fox ’War Lords’ Harris), Handlanger (Michael ’My name is Buck’ Bowen & Scott Paulin) und des öfteren entblößte Damen (Dawn Dunlap & June ’Dubly’ Chadwick) aufteilt.

... “Fast. Jetzt fehlt nur noch die Glasur.

An die irrsinnig unterhaltsame Dreistigkeit eines ’Planet des Schreckens’ reicht ’Mutant’ leider nicht heran. Für Liebhaber zweitklassigen Science Fiction-Horrors und Fans des unverbesserlichen Resteverwerters und Ideen-Diebes Roger Corman dürfte dieses düster-eklige Stückchen Oberklasse-Trash jedoch ein gefundenes Fressen sein.

Hudson