2.071 - Mutan Bestien gegen Roboter


"SEE women who use the Love Machine to allay the male shortage!"


Originaltitel: The Time Travelers (1964) Regie & Drehbuch: Ib Melchior
Darsteller: Preston Foster, Philip Carey, Merry Anders FSK: 12


’Die Zeimaschine’, mal anders.
Ein Wissenschafts-Team arbeitet an einem Zeitmaschinenfernseher. In ihrem Laboratorium befinden sich die üblichen ’Riesen-Computer’ mit etlichen Knöpfen und Lichtern, von denen nie einer weiss, wofür sie eigentlich gut sind (ich zumindest nicht).

Ein Eier-Kopp Spruch würde
sich eignen, ist aber wirklich
unter unserem Niveau.
Nach ein paar Minuten Knöpfchendrehen und Lichterglotzen entsteht ein Zeitfenster, in dem sie die Welt des Jahres 2071 sehen können. Doch halt, sie können die Zukunft nicht nur sehen, sondern sogar direkt durch das Fenster hineinkrauchen.
Auf der anderen Seite warten auch schon die bösen Future-Mutants, die schön braun sind, aber mit Glatze und ’nem Rohr in der Patsche (und DAS ist immer schlecht!).
Natürlich latschen dann auch gleich alle Wissenschfatler durch’s Zeittor (Cpt. Kirk war ja auch bei jeder Bodenmission dabei) und natürlich schliesst sich das Ding kurz darauf. Wer hätte das gedacht?
Dann kommen auch schon die Mutanten und jagen die Weißkittel durch die ’Hohe Tatra’. Gerade rechtzeitig werden sie von den letzten überlebenden Menschen (natürlich auch Wissenschaftler) und ihren seltsamen Conehead-Robotern gerettet und in einen unterirdischen Laborkomplex gebracht.
Es stellt sich heraus, dass ein Atomkrieg die Erde vernichtet hat (typisches 60er Szenario) und die Wissenschaftler an einem Raumschiff bauen, mit dem sie auf den Planeten Alpha Centauri 4, genannt ’Neue Erde’, flüchten wollen.

Klingt bis dahin noch alles ganz passabel und fast spannend, aber leider bricht der Film ab diesem Punkt ein und verliert sich in unerträglichem Sülz-Rhabarber und trivialem Sci-Fi Mumpitz. Da gibt’s Roboter-Zusammenschweiss Szenen, die an die Herausputzaktion in ’Wizard of Oz’ erinnert, ewiges Rumgelatsche in den Robo-Lagerhallen und Dialoge aus dem Mustopp, bis die Schwarte kracht.

Futuristische Umkleiden mit
Spass-Beleuchtung für zwei.
Zwischendrin steht ein ’Lt. Uhura’ Verschnitt im Darkroom an der Lichterorgel und macht twistige Dance Moves, dazu erklingt psychedelische Drogenmucke und auf dem Bildschirm paaren sich ’Zini, der Fernsehwurm’ und ’Willow, das Waldlicht’ in der Lavalampe. Krass!
Dann wieder Experimente und langweiliges Gelaber, welches musikalisch von einem sedierten Xylophonspieler untermalt wird. Es kommt raus, dass die Zukunft-Heinis die Wissenschaftler gar nicht auf die neue Erde mitnehmen wollen. Na dann eben nicht, bauen sie sich halt ihr eigenes Labor (!!!).
Am Ende greifen die Mutanten an und ein heilloses Durcheinander bricht los, bei dem auch die Roboter keine grosse Hilfe mehr sind („Feuerspritzen sind Angriffswaffen, die benutzen sie nicht!“ Nee, is klar!). Dann explodiert der Laborkomplex auf einem ’Outdoor Set’, das bis vor kurzem, wahrscheinlich in Oppas Garage stand … in einem sehr kompakten Handkoffer. Episch!
Die Schauspieler latschen und tratschen durch den Film, manchmal kucken sie auch erschrocken. Soviel zur Kunst. Geek Ikone Forrest J. Qackerman ist in einer Nebenrolle zu sehen, was aber hierzulande sowieso keinen interessiert. Dialoge wie:
„Zeit ist sowieso ein Anachronismus, wir erschaffen sie durch unser Auftauchen!“ hauen sogar den alten Hawking aus dem Stuhl.
Was das Ganze nun mit Mutanbestien zu tun hatte, weiss ich jetzt nicht, vielleicht habe ich einfach nicht genug aufgepasst, dazu lud der Film aber leider auch wirklich nicht ein.
Regisseur Ib Melchior hat genau zwei Filme gedreht, von denen zwei Science Fiction Filme waren. Der erste, ’Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort’, war ein spassiger ’Au-weia-is-das grottig! Film’, ’Mutan Bestien gegen Roboter kann sich nicht einmal dieses Etikett anheften. Die Ausgangssituation des Filmes ist nicht schlecht, was Melchior (der auch als Autor fungierte) daraus macht allerdings schon.

Na endlich macht der Titel einen Sinn!

Wer nach ’Schlaps und Schlumbo gegen Ratz und Rübe’ und ’Alien versus Predator’ noch eine Sci Fi gurke verkraften kann, der greift hier zu. Für alle anderen wär’s ein Griff ins Klo.

Hudson