Mumie - Tal des Todes


‘Bound by destiny. Consumed by sin. His vengeance is eternal’


Originaltitel: The Mummy Lives (1993)
Regie: Gerry O'Hara Drehbuch: Nelson Gidding & Edgar Allan Poe
Darsteller: Tony Curtis, Leslie Hardy, Greg Wrangler FSK: 16


Wenn uns ein Film während des Vorspanns minutenlang die Sternzeichen mit lateinischen Namen, Bildbeispiel am Sternenzelt und Bedeutung erkärt, sollte uns dieser Film danach besser etwas spannendes oder zumindest etwas spannenderes präsentieren.

Manche mögen Scheiß
Schon hier versagt ’Mumie - Tal des Todes’ (Huahahaha, mich schauderts beim gedanken, dass jemand sein geld damit verdient, sich solche bescheuerten Titel auszudenken).
In den folgenden 80 Minuten bekommen wir den urtypischen ’Mumie wird ausgegraben und rächt sich an den Grabschändern’-Plot kredenzt. But first, let’s switch back in time: Tony Curtis spielt den ägyptischen Hohepriester Aziru mit Föhnmatte und ohne Beinkleider (kennt man ja von ihm), der lebendig begraben wird, weil er eine Jungfrau entweiht hat, die eigentlich zum Dessert für seinen Gott gedacht war. Aus dem Jahrhundertschlaf durch gierige Archäologen aufgeweckt, schwört er Rache, verkleidet sich erst einmal als ’Dr. Mohassid’ und spricht genauso deutsch/englisch, wie alle anderen Protagonisten. Kein Film dieser Art kommt ohne den obligatorischen Mummy-Love-Interest aus. Hier ist es die junge Globetrotterin Sandra, die zwar genauso aussieht wie Azirus Schwarm von ehemals, aber dummerweise den Großteil ihrer Freizeit damit verbringt, sich ekstatisch im Bett zu winden und davon zu träumen, dass eine Mumie sie in Klopapier einwickelt…

“Das ist der Fluuuuuch!“

"Langweilige Büroszene, Take 16!"

Au Weiha, das war mal wieder Schrott. Diesmal halt mit viel ägyptischem Lokalkolorit und Tony Curtis, der hier furchtbar fehlbesetzt ist (das Augenrollen und die ewigen Voice-Over waren einfach zu viel). Für solche Rollen ist seine Art einfach nicht geeignet. Das wusste der Regisseur, das wissen die Zuschauer und das weiß wahrscheinlich er selber am besten. Immerhin gibt sich der Charmeur etwas Mühe, was man von seinen Co-Stars nicht wirklich behaupten kann. Dem Film fehlt es allgemein an Atmosphäre, Spannung oder einfach nur etwas gelungenem Grusel. Wenn man der vorhersehbaren Geschichte (wie sechs Jahre später) wenigstens etwas Abenteuerstimmung und/oder Humor beigemischt hätte, wäre vielleicht ein annehmbares B-Movie draus geworden. Aber Spekulationen helfen diesem blutleeren Trockenfutter aus den Kornspeichern von Gizeh genauso wenig weiter, wie die dilettantischen Masken und die vereinzelt eingestreuten Effekte (Spukstimmen und Licht dimmen… Immer gut!).

Und jetzt ab in die Rente!

Fazit: Schnarchiger Mumien-Murks, der mit nichts, ja nicht einmal mit unfreiwilliger Komik punkten kann. Dass Tony Curtis mitspielt ist mehr ein Fakt, als ein Versprechen. Wer mehr erwartet, ist schief gewickelt.



PS: Wusstet ihr, dass es ein Sternbild der ’Mumie’ gibt?


Hudson