Mega Shark vs. Giant Octopus



Originaltitel: Mega Shark vs Giant Octopus (2009)
Regie & Drehbuch: Jack Perez
Darsteller: Lorenzo Lamas, Deborah Gibson & Vic Chao FSK: 16


Vor vielen, vielen Jahren, als die Erde von Weichtieren, Dinosauriern und Höhlenmenschen beherrscht wurde, lagen zwei Kreaturen im Clinch, die wie geschaffen dafür waren, im ewigen Eis eingefroren und ca. 60 Millionen Jahre später von einer blonden Wissenschaftlerin in einem U-Boot versehentlich befreit zu werden. Diese beiden Kreaturen waren Mega Shark und Giant Octopus. Nachdem sie dem Eis entfliehen können, schwimmen die Bestien in unterschiedliche Richtungen, um so viel Unheil anzurichten, wie das magere Budget zulassen kann. Derweil versuchen die Blondine und ihre geschwätzigen Kollegen an der Seite von Lorenzo Lamas einen Weg zu finden, die fiesen Meeresfrüchtchen zu stoppen. Doch dafür scheint nur eine Möglichkeit in Frage zu kommen: Man muss sie wieder aufeinander hetzen!

“Should there be any trouble, the government will deny your existence.”

Liebes ’The Asylum’-Team,

ihr wisst schon, dass ihr die Deppen aus der DTV-Ecke seid. Die Mockbuster Piloten. Neben Paris Hilton, Paparazzi und Internetjournalisten die Parasiten der Traumfabrik schlechthin. Ihr wisst, dass ihr da Dreck dreht. Aber wenn das aufgrund des minimalen Budgets schon unabwendbar ist, warum haltet ihr euch dabei an konventionelle Dramaturgie und pseudo-wissenschaftliches Gesülze, dass bereits in zig besseren Filmen komplett ausgenudelt war?
Als würden zukünftige Wissenschaftler sich diesen Blödsinn anschauen und dabei denken: ”Wow. Das hat mich inspiriert. Ich werde mit riesigen Seemonstern auf genau diese Art und Weise verfahren, wenn ich erst einmal alt genug bin.“
Nein, werden sie nicht. Wissenschaftler werden euren Film nie sehen. Sie sind Wissenschaftler und haben besseres zu tun. Zum Beispiel ein Mittel gegen Krebs zu finden, das Periodensystem umzuschreiben oder das Wunder der Masturbation zu ergründen. Die kucken höchstens mal eine Folge ’Star Trek’, um den Kopf frei zu bekommen.
Euren Blödsinn schauen hart arbeitende Videothekare, Kunden die sich im Titel vergriffen haben und die Hardcore Exploitation-Fraktion, die immer noch Hoffnung darauf hegt, dass der unterhaltsame Genrefilm aus den niedrigen Preisregionen nicht tot ist. Und wir wollen mal was anderes, als Gequatsche von ’Massive Underwater Thunderstorms’ und ’Biological Mumbo Jumbo’.
Zum Beispiel die Szene, in der Mega Shark 10 Kilometer hoch aus dem Meer springt, um ein Flugzeug zu beißen oder die Golden Gate Bridge verspeist. Ein Wissenschaftler würde sofort mit ’komplett unrealistisch und empirisch unmöglich’ kommen. Wir nicht! Wir finden das gut! Genau das! Mehr davon! Bitte: Lasst die Kacke dampfen. Nur zu.

Wir wollen mehr von Lorenzo “Sharkzilla is gonna own the sea!” Lamas’ schnodderiger Ponytail-Attitüde und weniger von Debbie fuckin’ Gibsons auswendig gelerntem Technobabble oder ihrer Emo-Tour mit dem asiatischen Loverboy Scientist. Und schon alleine daran, dass wir um mehr Lamas bitten, müsstet ihr erkennen, wie verzweifelt wir tatsächlich sind.
Wir erwarten gar nicht mehr von euch, als miese Kreationen aus dem Computer und stetiges Kamerawackeln bei angeblichen Detonationen in sterilen Sets, aber wenn ihr das alles mit abgehalfterten Stars und Musik aus der Dose kombiniert, dann dreht doch wenigstens die Regler ein paar Stufen höher. Bis auf ein paar Attacken am Anfang und dem Finale fehlt von den Titelviechern nämlich jede Spur. Wenn ihr eure Monster schon riesig macht, dann zeigt sie doch wenigstens ein wenig öfter und macht verdammt noch mal was her. Das seid ihr uns armseligen Allesglotzern einfach schuldig.


Hudson