Gunfighter

aka

Mr. No Legs


‘The Cops want to get him. The Mob wants to hit him.
But no one wants to meet him face to face.’


Originaltitel: Mr. No Legs (1979)
Regie: Ricou Browning Drehbuch: Jack Cowden
Darsteller: Richard Jaeckel, Ron Slinker, Ted Vollrath FSK: 16


Als einem der Henchmen von Mob Boss D’Angelo die Freundin auf den Couchtisch kippt und stirbt, nachdem sie Zeuge seiner kriminellen Machenschaften wird, ist die Kacke am Dampfen. Das Mädel ist nämlich die Schwester eines Polizisten. Kurzerhand lässt D’Angelo, der hauptberuflich Koks-Kapseln von alten Opas in Zigarren einrollen lässt, die Leiche mit einer Überdosis Heroin vollpumpen und die Tat wie einen Unfall aussehen.
Das schluckt Bruder-Bulle Andy (Ron Slinker) jedoch nicht und macht im Folgenden mit seinem neuen Partner Chuck (Richard Jaeckel) die einschlägigen Kaschemmen, Kloaken und und Straßenstriche der Stadt unsicher, um eine Spur zu den Tätern zu finden. Bald haben sie es nicht nur mit D’Angelos Handlangern zu tun, sondern auch mit…

Pimps, Transvestiten, Zwergen...

...und Mr. No Legs!

Die Siebziger waren zwar schon kurz vor dem Krepieren, aber heiße Flitzer, dicke Schnäuzer, wallende Scheitel-Frisen und pastellfarbene, hautenge Polo-Shirts bestimmen das Bild in ’Gun Fighter’ unbeirrbar.
Mag der Krimi-Plot um die beiden, von Ron Slinker und Richard Jaeckel amüsant dargestellten, Bullen auf Gangsterjagd auch Standard-Thrillerware sein, der Gegenspieler unserer Helden ist es wahrlich nicht. Der ruchlose, beinlose Mr. No Legs, mit seinen Schrotflinten-Armlehnen und dem Shuriken an der Radnabe, ist ein wahres B-Movie-Unikat. Gespielt wird er von Ted Vollrath, einem Amputierten, der im Korea-Krieg seine Beine verlor und trotzdem seit 1971 den Titel ’Karate Grand Master’ und diverse schwarze Gürtel sein Eigen nennt.
Wer also meint, so ein Rolli-Driver ohne Gräten unterm Hintern könne nicht Ärsche treten, der irrt ganz gewaltig. Vollrath mag kein professioneller (sprich: überzeugender) Darsteller sein, doch seine Präsenz irgendwo zwischen Stacy Keach und ’Schrat auf Rädern’, kombiniert mit seinen beieindruckend zur Schau gestellten physischen Fähigkeiten sind einfach eine Schau, die sich kein Freund käsiger C-Action entgehen lassen sollte.

Mann: “Du machst mir da aber einen sehr harten Vorwurf!“
Frau: “Das ist ein hartes Ding. Zu hart für mich.“

Cocked, locked and ready to rock

Wer sich auch heute immer noch über absurde Schmerbauch-Helden mit Schnurrbart und Schlaghosen freut, einen der absonderlichsten Schurken der Filmgeschichte in Action sehen will und mit Gangster-Klischees genau so wenig Probleme hat, wie mit ein paar spannungstechnischen Durststrecken (gegen die hilft ein Getränk namens Bier), dem muss man den ollen ’Mr. No Legs’ einfach neben die Schuhe legen.


Hudson