M.R.C.V. – Der Killerrobot


‘Dieser Krieg ist nur mit Terror zu gewinnen!’


Originaltitel: Wired to Kill (1986)
Regie & Drehbuch: Francis Schaeffer
Darsteller: Emily Longstreth, Devin Hoelscher, Merritt Butrick FSK: 18


Anno ’92: ein Virus bedroht die Menschheit. Darum werden bestimmte Gebiete in Quarantäne-Zonen unterteilt…

Ich weiß, was ihr denkt: ’Langsam wird’s öde.’ Und ihr habt absolut recht! Aber hey, immerhin sind wir diesmal nicht in der Wüste, sondern in einer abgefuckten Vorstadt und anstelle eines Voice-Overs bekommen wir hier tatsächlich zwei! Ist doch immerhin schon etwas, oder? Oder nicht?

Wir sind die fiesen Schurken
und spielen gern in Gurken
… als sechs Jahre später das Übel getilgt ist, bleiben die Zonen trotzdem bestehen, weil dort mittlerweile üble Terrorbanden das Leben der Normalbürger zur Hölle machen. Als ein besonders schlimmer Haufen beim netten Synthie-Bastler-Weichei Steve einbricht und ihn halbtot prügelt, kommt er ins Krankenhaus und seine Mama und die Oma als potentielle Zeugen unter die Räder der Gang. Mit Forrest-Gumpschen Beinschienen, seiner Freundin Rebecca (die von ihrem Vater verstoßen wurde, weil der lieber “… ungestört rumvögeln wollte.“) und einem selbstgebauten Zwergoboter-Dingens beginnt Steve, die Schurken zu bespitzeln und sie gegeneinander auszuspielen…

Da haben wir’s wieder.
Dreckige, ruchlose PA-Bastarde in schwarzen Lederklamotten, die alles vergewaltigen, töten und plündern (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) und sooo böse sind, dass sie ihre Kippen durch die Nase rauchen und ’ne Oma umbringen. Wer bringt schon Omis um? Das darf nur Michael Palin!
Neben Cpt. Kirks Sohn Merritt Butrick, der seine ganz eigene Version des Endzeit-Oberbösewichtes zum Besten gibt (nämlich als grimmig-ungewaschener Shakespeare-Fan mit Brille), faucht, schielt und protzt hier auch der schwarze Hüne Tiny Lister mit durchgeknallten Dentalruinen-Kameraden auf Kinski-Trip herum.

Don't go in the house!
Unser Held ist ein Christ mit unglaublicher Frisur, der nie jemandem etwas böses wollte (außer beim Videospielen, wo er mittels Atomschlag ganze Völker auslöscht… aber das mit den Killerspielen lassen wir mal außen vor) und dessen Hobby die Bastlerei ist. Seine Freundin hat große Ziele (“Ich mache Gymnastik. Ich mache etwas aus meinem Leben.“), sein Killerrobot ist der Traum eines jeden Lego-Technik-Freaks, quakt seltsamerweise wie eine Ente, kann dafür aber bösen Männern die Eier zerquetschen und astreine Headshots verteilen. Als Drehorte wurden erneut heruntergekommene Industrieanlagen und abgerissene Ghettofassaden verheizt. Um die offensichtliche Abwesenheit von Talent zu übertünchen, fuhr Regisseur/Autor Francis Schaeffer satirisch gemeinte Off-Sprüche auf, welche die Szenerie auf’s Korn nehmen sollen (“Treibt ab, solange es noch möglich ist. Wir wünschen ihnen einen schönen Tag!“), reitet sie zu Tode und tritt somit auch in das letztmögliche Klischee-Fettnäpchen.

“In 5 Sekunden wird ein Gift versprüht. 5,4,3,2,1. *Zisch* Sie sind mit ’Deathsprings Nr. 7’ besprüht worden. Sie haben das Recht, die Bestimmungen der Entgiftungsverordnung wahrzunehmen. Rufen sie uns an, wenn sie ihr Recht auf Entgiftung in Anspruch nehmen wollen.“

Ja, wofür steht M.R.C.V. eigentlich... My Robot Causes Vomiting?

’M.R.C.V. – Superaction in der besten Tradition von ’Mad Max’ steht prahlerisch auf dem Backcover. Es sollte ein Gesetz gegen solche unbedacht daher gepolterten Vergleiche geben, die nicht nur nicht der Wahrheit entsprechen, sondern auch noch ’Mad Max’ von hinten durch die Brust einen schlechten Namen geben. Aufsehen erregen hier jedenfalls nur das Relief-Cover der deutschen VHS und dessen Tagline. Der Film selbst ist kaum der Rede wert und sollte von allen gemieden werden, die nicht unbedingt jede einzelne Variation dieses zu Tode getretenen Themas sehen müssen.


Hudson