Mosquito


‘Millions Of Years Of Evolution Have Just Become Mankind's Worst Nightmare.’


Originaltitel: Mosquito (1995) Regie: Gary Jones
Drehbuch: Tom Chaney, Steve Hodge & Gary Jones
Darsteller: Gunnar Hansen, Ron Asheton, Steve Dixon FSK: 18


Was passiert, wenn ein außerirdisches Raumschiff im amerikanischen Backwood bruchlandet und sich ein Schwarm hungriger Mücken über den Leichnam des (mit Müh und Not noch halb aus der Luke gekrochenen) Aliens hermacht, um sein übernatürliches Blut, das erfahrungsgemäß mit Wachstumshormonen durchzogen ist, auszusaugen?

Ganz recht, jemand macht einen Film darüber und nennt ihn ’Mosquito’.

In der Nähe der Einschlagstelle befindet sich natürlich ein Campingplatz mit jeder Menge biersaufenden Anglern, Pärchen und reichlich unfähigem Wachpersonal, das bald mit den Worten “Hilfe, Hilfe, wir wurden von Riesen-Mosqitos überfallen!“ überfordert wird. Kurze Zeit später sind Ranger Hendricks, Macho Ray, seine Freundin Megan, Meteorologe Parks und Schwerverbrecher Earl (Gunnar Hansen!) gemeinsam unterwegs durch Wälder, Rohre und alte Bruchbuden, auf der Flucht vor den Killerbestien…

“Die Telefone sind tot und der Strom ist ausgefallen.“
“Habt ihr kein Funkgerät?“
“Wurde gestern Abend zerstört.“

Gunnarrrrrr
Ja, solcherlei Geschwätz bekommt man öfter bei ’Mosquito’ zu hören, oft dicht gefolgt von “Sie werden uns alle töten!“. Die inhaltlichen Banalitäten mal beiseite geschoben, haben wir es hier mit einem einigermaßen flotten und tricktechnisch recht versierten Stückchen Genre-Ware zu tun.
Kein Wunder, Regie führte FX-Spezi Gary Jones, ein ehemaliger Weggefährte Sam Raimis, der schon bei ’Tanz der Teufel 2’ und ’Armee der Finsternis’ Puppen und Shemps tanzen ließ und später bei Serienware wie ’Xena’ und ’Hercules’ oder Tierhorror-Erbsen wie ’Spiders’ und ’Crocodile 2’ hinter der Kamera die Fäden zog.
Jones Effekte sind komplett von Hand gefertigt und werden in zahlreichen witzigen Ekel-Momenten ausgespielt. Ausgezutzelte Leichen, schwirrende Riesen-Insekten und ploppende Augäpfel laden in der richtigen Gesellschaft zu bierlaunigen Beifallstürmen ein.
Neben Gunnar Hansen, der mit Kettensäge im Griffel den Spruch “Sowas hab ich seit zwanzig Jahren nicht mehr in Händen gehalten. Fühlt sich gut an.“ zum Besten geben darf, ist es vor allem Ex-’Stooges’-Gitarrist Ron Asheton (’Frostbiter’), der hier den besten, schwitzigen, albernen Park Ranger aller Zeiten spielt. Chapeau!

Toasty!

“Was es auch war, es ist bestimmt da draußen!“

Ja und es kommt direkt auf uns zu! Okay, die Sprüche nerven irgendwann und dass zum x-ten Male das ’Lass uns mal am besten in dem Haus da verschanzen!’-Prinzip angewandt wurde, trägt auch nix zur Frische des Filmgenusses bei. Aber die Tricks sind fesch, die Darsteller urig und da das Gesamtkonzept ohnehin an klassische Monster-Flicks der Fünfziger erinnert, werden nostalgische Gemütsschübe und ein Kasten Bier schon für die nötige Frische sorgen.


Hudson