Track of the Moon Beast


‘The Rising Moon Creates A Monster’


Originaltitel: Track of the Moon Beast (1976) Regie: Richard Ashe
Drehbuch: Bill Finger & Charles Sinclair
Darsteller: Chase Cordell, Leigh Drake, Gregorio Sala FSK: 16


Schon blöd, wenn ein Asteroid mit dem Mond kollidiert und man ausgerechnet kurze Zeit später in der Wüste nach Gesteinsproben sucht. Da kann es nämlich passieren, dass Bruchgut vom Himmel fällt und zwar PENG direkt rein ins Gehirn des armen Geologen Paul, der gerade mit seiner Flamme Kathy in den Himmel starrt.

"Diese Fingerfarben deuten auf
ein Monster im Kindesalter hin."
Jeden anderen hätte das wahrscheinlich ein bisschen getötet, da aber das Mondgestein Spuren von Kryptonit oder irgendeinem anderen fantastischen SuperSpace-Konzentrat enthält, schwillt Paul nicht einmal die Fontanelle. Dafür verwandelt er sich nun jedoch Nacht für Nacht in ein Lila-Laune-Monster mit Eidechsen-Charme und Appetit auf Menschenfleisch.
Natürlich weiß das keiner, nicht mal er selbst, denn immer wenn es zur Metamorphose kommt, vernebelt ein saftiges Blackout Pauls Gemüt. Bald recherchieren die Polizei und der örtliche Indianer-Häuptling (auch Dorf-Verantwortlicher für animalische Legenden) und Paul landet schließlich auf einer Bahre im Krankenhaus, wo er festgeschnallt wird und sich über Nacht, vor den Augen seiner Bekannten in den Lurch verwandelt.
Am nächsten Morgen schnallen sie ihn wieder ab und sagen: Macht nichts, Junge. Das war nicht deine Schuld. Wir holen dir jetzt den Krümel aus der Omme und gut is.
Aber Paul hat andere Pläne, er schlurft umher und wartet auf den Mond…

So viel Langeweile und Nichtigkeit und ein derartig schlechtes Monster-Kostüm wurden selten zuvor mit pappköpfigen Schauspiel-Nulpen und einem solch hohlen Plot in einen Film gepresst.

Hippie Soldaten...
Ich hasse diese Kerle!
Als nach einer halben Stunde ein schmierlappiger Jodel-Hippie auf der Dorf-Bühne sein Liedchen mit: “My voice‘s been getting croaky, I’ve been smoking too damn much Singing songs to the sun that rises, rhyming words I cannot touch” anstimmt, aber immer noch kein Moonbeast in Sicht war, riss der erste von vielen benötigten Geduldsfäden für diesen ideenlosen ’Man-turns-to-Monster-than-turns-back-to- loose-his-shirt’-Shite.
Wenn dann das lächerliche Biest endlich durch die Straßen gurkt, wird jedes platte Klischee bedient. Von der hellroten Blutsuppe die unter der Tür hervorquillt, bis zur klassischen (nennen wir es so) ’Monster-schleicht-sich-mit-erhobenen-Armen-von-hinten-an-und-prankt-seine- Opfer-nieder’-Action. Alles im violetten Neopren-Anzug, komplett mit aufgenähten Reptilwarzen und einem Echsenkopf, dessen Mund aussieht wie ein rund um die Schnauze genähter und dann einfach geöffneter Reißverschluss (Zipperface lässt grüßen).
Der Hauptdarsteller ist vor allem damit beschäftigt, regelmäßig sein Hemd auszuziehen und besorgt auszusehen. Die anderen Schauspieler sehen auch besorgt aus und ich kann es ihnen nicht übel nehmen, denn wer an solch minderwertiger Ausschussware mitwirkt, der hat für immer einen Fleck auf dem persönlichen Röntgen-Monitor.

Bin ich der einzige, der hier an Frank Frazetta denken muss?

Fazit: Nee, der Streifen ist so mies, der kriegt kein Fazit!


Hudson