Monster Truck


‘Always use the right tool for the job.’


Originaltitel: Rolling Vengeance (1987)
Regie: Steven Hilliard Stern Drehbuch: Michael Thomas Montgomery
Darsteller: Don Michael Paul, Lawrence Dane, Ned Beatty FSK: 18


’Monster Truck’, eine Revenge-Story, in der die Rache mit einem riesigen (ihr ahnt es sicher) Monster Truck vollzogen wird. Sowas liegt nur in den Ramsch-out-Regalen miefiger Videotheken herum und bei sowas muss ein FilmFlausen-Mitarbeiter zugreifen.

Lemme tease ya!

Das Dumme an diesen Revenge-Flicks ist ja immer, dass es zuerst einmal etwas zu rächen geben muss. Das ist zwar hart, aber ein ehernes Gesetzt und so muss die nette Truckerfamilie Ross nach ca. 15 Minuten zuckersüßer Einführung natürlich ein ergreifendes Ende finden. Mama und die beiden Jüngsten werden auf der Landstraße von den widerlichen und stark angetrunkenen Söhnen des örtlichen Getränkewartes Tiny Doyle (Ned Beatty) von der Straße gedrängt und bekommen eine tödliche Dosis Sattelschlepper verpasst. Vater Big Joe und der ältere Sohn Joey Jr. sind am Boden zerstört und das Urteil des von Tiny Doyle bestochenen Richters trifft sie wie die Faust ins Gesicht: 600 Dollar Geldstrafe und 6 Monate auf Bewährung für den Mörder ihrer Familie. Als die beiden Joes in dem Saftladen der Schufte denselben einen neuen Scheitel ziehen, bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Am nächsten Tag werfen die schmierigen Säufer Betonblöcke von einer Brücke und verursachen damit den nächsten tödlichen Unfall, nach dem Big Joe schwer verletzt im Krankenhaus landet.
Was nun folgt, erwähnte ich bereits zu Beginn. Auf dem Bildschirm sieht das dann wie folgt aus: Eine typische 80er Blues-Pop-ballade setzt ein und wir sehen eine ausladende Montage, in der lil’ Joe diverse Wrackteile zusammensammelt und zusammenschweißt, bis der titelgebende, mörderisch heiße ’Monster Truck’ aus der Garage gefahren kommt und alles Übel in der Gegend platt walzt…

Love + Hate = Pain!

Das primitive Konzept dieser Art von Film ist ärgerlich und wirksam zugleich.
Das wichtigste sind erstmal grausame Bastarde, die den ganzen Trouble in Fahrt bringen müssen. Und was das angeht, wird hier mächtig auf den Putz gehauen. Widerlichere, dümmere, ekelhaftere und hassenswertere Hillbillies sind schwer zu finden. Im Vergleich zu den hier aufgefahrenen Arschgeigen sind die Rednecks aus ’Beim Sterben ist jeder der erste’ geradezu höfliche Wegelagerer. Dass jeder dieser mörderischen, vergewaltigenden Strunzköppe dran glauben muss, ist klar wie das Amen in der Kirche. Wenn dann noch die Rache auf eine dermaßen plakative Art und Weise vollzogen wird, kann man gar nicht anders, als gebannt die Glotze anzustarren. Wer diesem Drang dann doch widerstehen kann, bekommt von mir hiermit den Titel ’vernünftige Person’ verliehen. Denn, um ehrlich zu sein, einen anderen Grund als den Truck (mit ausfahrbarem Riesenfrontbohrer und feuerspuckenden Vertikal-Auspuffrohren!) gibt es nicht wirklich, sich dieses Machwerk anzuschauen. Klar, Ned Beatty mit Lederjacke und halbglätziger Elvis-Tolle sieht man nicht alle Tage und Spannungsarmut kann man dem Ding auch nicht vorwerfen, aber letztlich zählt hier nur das Revenge-Konzept und das wird durchgezogen, wie der String zwischen den Backen.

Nie wieder Parkprobleme.

Fazit: Plakativ und truckativ, ansonsten aber kein bisschen tief. Und irgendwie müsste ich mich diesmal auch ein bisschen schämen, wenn ich dem Rest von euch raten würde, sich das Ding mit ’nem Sixpack schön zu trinken. Andererseits bin ich nicht der Papst… also Prost!



PS: Memo an die Verfasser des Backcover-Textes: Eure Inhaltsangabe ist so vollgepfercht mit Rechtschreibfehlern, dass sogar wir dagegen aussehen, wie vom Duden gesponsert.


Hudson