Monster of the Universe



Originaltitel: Magic of the Universe (1987) Regie: Tata Esteban
Drehbuch: Grace Hill Serrano
Darsteller: Gina Alajar, Michael De Mesa, Tanya Gomez FSK: 16


Monster of the Universe? Echt?
Nein, natürlich ist dieser Titel nur ein dummer Marketing-Gag des deutschen Verleihers. Dahinter verbirgt sich ein philippinischer Fantasy-Film, der allerdings mindestens doppelt so trashig ist, wie sein deutscher Name.

Die Red Queen lädt zum Schummerabend.

Professor Jamir, ein netter Kirmes-Magier vom fahrenden Jahrmarkt um die Ecke (Indien), zaubert seine kleine Tochter bei einer Vorführung mit den Worten “Oma Liom SHAZAM!“ vor den Augen des Publikums hinfort.
Als er sie mit den Worten “Oma Somebody Summ KABOOM!“ wieder zurückholen will, hat er den Salat. Das Mädel ist in irgendeiner Zwischenwelt gefangen und kommt nicht wieder zurück. In Sorge begibt er sich zum Dorf-Schamanen, der erst einmal einen Affen opfert und dessen Hirn isst. Das hilft auch nicht viel, drum macht sich Jamir mit seiner Frau und seinem kleinen dicken Assistenten persönlich auf den Weg in die andere Dimension, um Töchterlein zu retten. Die ist jedoch längst in Gefangenschaft der alten Gewitterhexe Mikula, einer ehemaligen Schülerin von Jamirs Großvater, und ihres Trashmonster-Volkes. Auf den Weg in Mikulas Festung begegnen die drei Retter ebenfalls etlichen Monstern, Freaks und Gestalten aus der Schattenwelt…

“Schneide ihr den Kopf ab und koche ihn für mich. Wenn ich ihn erst einmal gegessen hab, wird sich meine Kraft verdoppeln. Muahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!“

Und ihr dachtet, das Schweinemaskenmonster
aus Cormans Todesjäger wäre abstrus?!

Um Himmels Willen, nach Konsum dieses Streifens muss man dem deutschen Verleih in punkto Titelwahl wohl oder übel Recht geben. Alle, aber wirklich alle Trashmonster diesseits der ’Mos Eisly Cantina’ und jenseits von Clive Barkers ’Midian’ wurden hier reingepfercht, durchgeschüttelt und als monströses Trash-Fantasy-Spektakel auf den Zuschauer losgelassen. Es gibt Opa-Monster, Pygmäen-Monster, Samurai-Monster, Kabuki-Monster, Schweine-Monster, Affenmensch-Monster, Sumpf-Monster und Monster-Monster. Eine Hexe mit voluminös pulsierender Stirn nascht Menschensuppe, Laserblitze schiessen aus Augen, wippende, feuerspuckende Riesenvögel schmücken einen Thron und über ein Testbild wird ein schunkelndes Nagetier gestopft.
Dazwischen schlängelt sich die hauchdünne Handlung, in der Hauptdarsteller Michael De Mesa versucht, seine Familie vor der Over-Acting-Witch Mikura und deren Unwesen zu retten, die im Fünf-Minuten-Takt aus der Böschung, hinter Pappfelsen oder von Bäumen über ihn herfallen und die Zuschauer zum Lachen bringen, immer begleitet von Monologen aus dem Off (“Wenn dein Medallion glüht, weißt du, dass du deiner Bestimmung nahe bist.“) Man könnte die durch extrem rote Beleuchtung und Nebelmaschinen verschleierten Sets, die schaurige Musik und die daraus resultierende Spuk-Trash-Atmo fast mit Surrealismus verwechseln, wüsste man es nicht besser.

Ja, der dezent rötliche Look wird den ganzen Film über gepflegt.

Fazit: Ein irres Potpourri philippinischer Trashmonster-Kunst. Eine Art ’Cabal’ für Arme, ein ’Labyrinth’ für Beine und genauso sinnlos wie unterhaltsam. “Chapeau“ an die Macher, “Prost“ an den Rest.


Hudson