Überfall im Wandschrank - Monster in the Closet



Originaltitel: Monster in the Closet (1987)
Regie & Drehbuch: Bob Dahlin
Darsteller: Donald Grant, Denise DuBarry, Claude Akins FSK: 16


Im kalifornischen Nest Chestnut Hills treibt ein Wandschrank-Killer sein Unwesen.

’Kevin allein zu Haus
trifft die Kackmenschen’
Um uns diese Prämisse zu verdeutlichen, ver(sch)wenden die Macher zu Beginn nicht eine, nicht zwei, nein drei Szenen, in denen ein Teenie, ein blinder Opa und ein Kind in ihren begehbaren Kleiderschränken Opfer eines vorerst nicht identifizierbaren Schreckens werden. Der tapsige Reporter Richard Clark wird von seinem fiesen Kollegen Johnson, der das ganze für eine Ente hält, nach Chestnut Hills geschickt, wo er sich mit der College-Professorin Bennett, ihrem Sohn ’Professor’, dem verrückten Professor Pennyworth und einem Pfarrer, der kein Professor ist zusammen tut, um die Vorfälle zu klären. Als das Monster endlich ins Rampenlicht tritt und sich als unbezwingbar erweist, müssen sich unsere Helden nicht nur mit der Schrank-Bestie, sondern auch mit dem poltrigen Militär und den sensationsgeilen Medien herumplagen…

Es geht gemächlich zu, in ’Überfall im Wandschrank’. Wer von krasser Action und packender Spannung träumt, der braucht hier gar nicht weiter zu lesen. Die Stärken des Films liegen in seiner charmanten Auslegung alter Monsterfilm-Motive, auf deren Karrikatur die Macher sich nicht einmal beschränken, sondern gleich alles auf die Schippe nehmen, was das phantastische Genre sonst noch so hergibt (’Unheimliche Begegnung mit der 3. Art’, ’Superman’, ’Psycho’ etc.)

Doppelkopf spielen?
Casting-Glanzlichter gibt es mal wieder in der zweiten Reihe zu verbuchen. ’Sheriff Lobo’ Darsteller Claude Akins als… Sheriff, Henry Gibson (’Meine teuflischen Nachbarn’) als Wissenschaftler im Einstein-Look, Donald Moffat (’The Thing’) als ’No Nonsense’ Army-General und ein Kurzauftritt von John Carradine lassen die durchschnittlichen Vorstellungen der Hauptdarsteller verschmerzen. Im eher albernen als furchterregenden Kostüm des Monsters steckte Kevin Peter Hall, der schon den ’Predator’ spielte.
Am Rande erwähnenswert ist auch, dass der heutige Schönling und ’Fast & the Furious’-Star Paul Walker damals in der Rolle des putzigen Nerds zu sehen war und zwar an der Seite von der gerade mal achtjährigen Stacy Ferguson (Fergie von den ’Black Eyed Peas’).
Für Blutsuppen-Geschmäcker ist der Film keine Referenz, auf explizite Gewaltdarstellung wurde beinahe komplett verzichtet, was dem Film jedoch kein bisschen schadet.
Woran der Streifen allerdings krankt, ist das gezwungene Einfügen typischer Elemente/Sub-Plots, die keiner braucht oder sehen will. So darf eine Liebesgeschichte genau so wenig fehlen, wie ein Smart-Ass-Kid und das ewig leiernde, für die 80er typische, Synthie-Gedudel.

“It wasn’t the Closets. It was beauty killed the beast.”

’The fearless Monster Killers’

Fazit: Als Persiflage auf die Monsterfilme der 50er Jahre gedacht, mindern dünne Kulissen, die Abwesenheit von Action und ein trashiges Monster den Unterhaltunsgwert von ’Überfall im Wandschrank’ kein bisschen.. Der Film ist ein possierliches Späßchen für zwischendurch, mit einigen Längen, die Monster-Fans aber nicht vor dem Versuch abschrecken sollten.

Hudson