Die Monsterbraut


‘Wir laden sie ein zur Horror-Hochzeit des Jahres’


Originaltitel: Bride of Boogedy (1987)
Regie: Oz Scott Drehbuch: Michael Janover
Darsteller: Richard Masur, Mimi Kennedy, David Faustino FSK: 12


Wir erinnern uns: ’Mr. Boogedy’ war ein 45 minütiger Horror-Ulk von Disney, dessen titelgebender Gespensteronkel die frisch nach New England gezogene Familie Davis terrorisierte, die sich mit kräftigem Counterspuk dafür revanchierte.

“Are you gonna beat him up?“
“Yeah Daddy, punch his lights out!“
“We’ll form a lynchmob. We’ll lynch Lynch!“

Back with Boogedy

’Die Monsterbraut’ aka ’Bride of Boogedy’ wurde noch im selben Jahr gedreht, diesmal als vollständiger Feature Film, mit beinahe der selben Besetzung. Lediglich Kirsty ’Ich war die erste Buffy und nicht Sarah Michelle Gellar’ Swanson und Benji ’Meinen Namen kennt man nur aus dem ALF-Vorspann’ Gregory wurden durch Tammy Lauren (’Wishmaster’) und Joshua Rudoy (’Harry und die Hendersons’) ersetzt.
Ohne sich erzähltechnisch viel Mühe zu machen, ließ man für das Sequel den ollen Mr. Boogedy wieder auferstehen und die Davises erneut terrorisieren, die immer noch genau so jeck drauf sind wie in Teil eins. Die geplagte Familie unter Scherzkeks-Daddy Carleton (Richard Masur) und Kicher-Mommy Eloise (Mimi Kennedy) sucht diesmal Rat bei einer schrägen Wahrsagerin und dem seltsamen Friedhofspenner Lazarus (Genre-Weirdo Vincent Schiavelli), während Ladenbesitzer Lynch (Kuchenficker-Papa Shawn Levy) versucht, Carletons Scherzartikel-Shop Konkurrenz zu machen und ein Spukkarneval mit Namen Lucifest ansteht.
Wie der Titel es schon verrät, versucht Boogedy dieses Mal ein Weibchen zu finden. Wer sich an Teil eins zurückerinnert (und hatte ich eingangs nicht eindeutig darum gebeten… also bitte!) weiß, dass mit dieser Intention der eigentliche Spuk vor vielen hundert Jahren erst anfing. Dieser Mr. Boogedy hat eindeutig Probleme sozialer und sexueller Natur. Wie konnte das bei Disney durchgewunken werden? Himmelherrje, bin ich der Puritaner oder seid ihr das?!

Daddy Issues
Im Verlauf dessen, was wir hier großzügig als Handlung beschreiben wollen, kommt es zu reichlich Schabernack und referenziellem Humor (“There is no one behind the curtain.“), doch schafft es ’Bride of Boogedy’ einfach nicht, mit der Kurzweil des Vorgängers zu konkurrieren.
Richard Masur (’ES’) kalauert und ulkt sich einmal mehr wie ein tasmanischer Schnauzbartteufel durch das Spukhaus und lässt dem Rest der illustren Besetzung kaum Platz zum Atmen. Griepschfresse Mr. Boogedy (eine Art Freddy Krüger für Kinder … also naja … ihr wisst schon wie ich das meine!) zieht zum Finale hin eine wilde Zaubershow ab, doch der Schnitt versaut das Verhältnis von Spaß zu Grusel, indem er nach Gutdünken von Szene zu Szene springt. So wird schließlich auch der kindischste Zuschauer nach dem Abspann einsehen, dass 90 Minuten Boogedy-Blödsinn einfach 45 zu viel sind.


Hudson