Der Affe im Menschen


“An Experiment In Fear“


Originaltitel: Monkey Shines (1988) Regie & Drehbuch: George A. Romero
Darsteller: Jason Beghe, John Pankow, Kate McNeil FSK: 18


Der bis dahin körperlich aktive Allen verliert bei einem Unglück seine Beweglichkeit und sitzt fortan querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Schnell beginnt ihm das Dach seines großen Hauses auf den Kopf zu fallen, seine Mitmenschen nerven ihn immer mehr und sein Lebenswille schrumpft zusehends. Das ändert sich, als ihm sein Freund, der Wissenschaftler Geoffrey (John Pankow, ’Talk Radio’) den trainierten und gen-modifizierten Laboraffen Ella schenkt.

Noch ist alles kommod...
„Wie soll ich mich denn um ihn kümmern?“ fagt Allen zu Anfang.
„Garnicht, sie soll sich ja um dich kümmern!“
Und tatsächlich; das putzige Tierchen erledigt seine Aufgabe mit Bravour und erleichtert Allens Leben ungemein.
Doch bald zeigt der Affe eine andere, weit weniger erfreuliche Seite, nämlich erste Schübe von Aggressivität und kleinere Terrorattacken auf Allens Betreuerin (und deren gelb-grünen Wellensittich, den Ella letztlich tötet, was ich an dieser Stelle scharf kritisieren muss, da ich selber so einen kleinen Piepmatz persönlich gut kenne).
Nach und nach entwickelt sich eine telapathische Verbindung zwischen Ella und Allen, die zu nichts Gutem führt…

…doch bald…
Mit George A. Romero (’Martin’) ist es immer so eine Sache. Da gibt es auf der einen Seite seine genialen Zombie-Epen (’Night, Dawn, Day und Land of the Dead’) oder auch dass sehr gute ’The Crazies’ und auf der Gegenseite die eher durchwachsenen Versuche, auch in anderen Ecken des Horror-Genres Fuss zu fassen (’Stark’, ’Bruiser’). Wie bei letzteren, besitzt auch ’Monkey Shines’, so der Original-Titel dieses Psycho-Horrors, eine sehr ambitionierte Grundidee, die leider an manchen Ecken und Enden der Ausführung hapert.
Normalerweise ist es immer von Vorteil, wenn man sich Zeit lässt, seine Figuren vorzustellen und nicht allzu fix zur Sache zu kommt. Hier dauert es aber eindeutig zu lange, bis der Stein ins Rollen kommt. Auch zwischendurch lässt sich Romero zu viel Zeit, wohingegen der Score äußerst gelungen, und die Darsteller sehr gut sind.

…kriegt der Affe Flausen!

Fazit: Ein ambitionierter, emotionaler ’Mensch-Tier’ Thriller der zu langsam in die Gänge kommt, aber ein spannendes letztes Drittel vorweisen kann. ’Der Affe im Menschen’ ist in der Mini-Nische, des Affen-Horrors den Konkurrenten ’Link, der Butler’ und ’Shakma’ aber allemal überlegen.

Nool