Der Schatz der Mondgöttin



Originaltitel: Treasure of the Moon Goddess (1987)
Regie: José Luis García Agraz Drehbuch: Asher Brauner, J.P. Dutilleux & Eric Weston Darsteller: Linnea Quigley, Don Calfa, Asher Brauner FSK: 16


Knietief in der Pfütze
Träller-Blondine Lu de Belle (Linnea Quigley) träumt von dem großen Durchbruch als Sängerin. Ihr verpeilter Manager Harold (Don Calfa) tut sein Bestes, um ihren Wunsch wahr werden zu lassen, reitet Lu und sich selbst jedoch in ein Schlamassel nach dem anderen.
Das neueste Tohuwabohu wird ausgelöst, als südamerikanische Gangster bemerken, dass Lu Ähnlichkeit mit der Mondgöttin eines Dschungelvolkes hat, das angeblich einen Schatz von unwahrscheinlichem Ausmaß hortet. Um sich vor den Schurken zu retten, müssen Lu und Harold die Dienste des Abenteurers Sam Kid und dessen Freundin Brandy in Anspruch nehmen. Gemeinsam geht’s durch Flüsse, Dickicht und den Busch, dicht gefolgt von tumben Pistoleros, wilden Indios und der hoffungslosen Erwartung der Zuschauer…

“Sie hat bei einem Schönheitswettbewerb teilgenommen. Ich weiß nicht mehr, was es war. Ähm, Miss…“
“Missverständnis!“

Ach Gottchen, was war das denn? Wartet, ich mach’s kurz: Gar nichts!
Das ’Creative Meeting’ vor dem Dreh stelle ich mir wie folgt vor:
“Lass mal’n Film machen, oder?“
“Joaaaa, kann man schon machen.“
“Was’n für einen.“
“Weiß nich, war doch deine Idee.“
“Welche Idee?“

Knöcheltief im Sand
Eine Idee gab’s nicht. Eher vage Eingebungen. Abenteuer, Komödie, Linnea Quigley. Da hört es dann schon auf. Dass man für Abenteuer Spannung und Action, und für eine Komödie vor allem Humor braucht, wurde nicht bedacht. Dafür stand Linnea Quigley sofort zur Verfügung. Mit der fährt man auf dem ’Love Boat’ nach Mazatlán und dreht vor malerischen Kulissen schnell das Gros der Szenen weg. Vielleicht bleibt noch etwas Zeit für einen Urlaub. Den Rest denkt man sich vor Ort aus. No big deal.
Und so kommt es dann, dass sich Don Calfa (’Necronomicon’) mit wildem Augenrollen durch den Film faxt, Asher Bauner (wer?) den unspektakulärsten Dschungelhelden diesseits des Rio Grande gibt und Genre-Gretel Linnea Quigley (’Beast You’), die erfahrungsgemäß kann, wenn sie will (und wenn das Umfeld stimmt), sich einmal mehr unter Wert verkauft.
Wer jetzt meint, jeder Film auf Fun-Basis hätte das Recht, sich durch lustlose Witzeleien zu kämpfen, um erst nach knapp 70 Minuten zum eigentlichen Abenteuerschauplatz (inkusive sperriger Grottenkulissen & Budenzauber- FX) zu kommen, der sollte sich in Erinnerung rufen, dass ganze drei Autoren für diesen Schrott gerade stehen müssen.

“Ich find’s nur großartig, was du mir für Engagements verschaffst. Oder besser Alpträume! Ich singe für eine handvoll Nutten, Indianer und Zwerge. Von Hühnern und Schweinen gar nicht zu reden!“

Hüfthoch im Müll

Fazit: Als Komödie getarntes Abenteuerfilmchen, das mit den schnarchigsten Vertretern seiner Zunft um die Wette langweilt. Zu schlecht für Leute, die einen guten Film zu schätzen wissen, zu unspektakulär für solche, die im Prinzip nichts gegen schlechte Filme haben und leider auch für Linnea-Fans ein Griff in die braune Masse.


Hudson