Mom


‘Call her mad, call her a monster, just make sure you call her once a week!’


Originaltitel: Mom (1990)
Regie: Patrick Rand Drehbuch: Patrick Rand & Kevin Watson
Darsteller: Jeanne Bates, Mark Thomas Miller, Brion James FSK: 18


“Gibt es Fingerabdrücke?“
“Dafür braucht man Finger!“

Es herrscht finsterste Nacht auf dem Highway nach L.A.
Eine einsame Frau hockt auf ihrem Koffer, bietet dem Mann in den Schatten einen Schluck aus ihrem Flachmann an, doch dieser ist viel eher an ihrem Fleisch interessiert. Haps!

Am Tag darauf klingelt es bei der netten Omi Emely an der Tür. Es ist der Fremde von der Straße, ein Werwolf im Schafspelz, namens Nestor Duvalier. Er will das freie Zimmer in ihrem Huas mieten. Als die nette alte Dame ihm zum Abendbrot den Hackbraten unter die Nase hält, verwandelt sich Nestor in ein Monster und beißt sie.

Mamas Essgewohnheiten lassen
doch sehr zu wünschen übrig.
Da die Dame des Hauses aber so nett ist, frisst er Emily nicht auf, sondern verwandelt sie ebenfalls in ein blutrünsiges Untier. Jetzt braucht auch sie warmes Fleisch zum Überleben und das bekommt man natürlich von den vielen Passanten der Großstadt geradezu hinterhergeschmissen. Die Bindung zwischen Nestor und Emily wächst, kein Wunder, hat er sie doch von allen menschlichen Gebrechen geheilt (“Meine Athritis ist weg!“).
Emilys Sohn Clay kommt das alles natürlich spanisch vor. Als er den beiden eines Nachts in die dunklen Gassen der Stadt folgt, erlebt er den Alptraum seines Lebens…

“Was geht hier vor?“
“Ich dachte, wir essen gemütlich zusammen und lernen uns ein wenig kennen.“
“Ich habe draußen gegessen.“
“Aber draußen schmeckt es doch nicht.“
“Ich esse immer draußen!“

Hui, starker Tobak, der uns hier geboten wird. Und durchaus mehr als der übliche Quatsch, den man aus dem ’späten 80er/frühen 90er’-Horrorstapel herausfischt.
Keine Frage: Es handelt sich hier um eine (teilweise haarsträubend technisch-minderwertige) Low-Budget-Angelegenheit. Aber trotzdem muss ich wohl an diesem Punkt mal eine Lanze bezüglich der Dramatik des Films brechen. Eine der Stärken von ’Mom’ ist nämlich die tatsächlich recht tragische Story, die man durchaus als originell bezeichnen kann. Außer dem Drama gibt es hier auch eine ordentliche Prise Humor, wenn sich besipielsweise die Rollen von Eltern und Kind vertauschen und Clay auf seine Mutter aufpassen muss, sie rügt oder auf ihr Zimmer schickt.

Bi-Ba-Brutzel-Mom
Einen Großteil seiner Stärken verdankt der Streifen den beiden Hauptdarstellern, Jeanne Bates (’Eraserhead’) und Mark Thomas Miller. Die Veränderung ihrer Beziehung über die Zeitspanne von 90 Minuten ist hier zentral. Auch der leider recht kurze Auftritt von Brion James, der kultigen Rottweiler-Fresse aus ’Blade Runner’, ’Fleisch & Blut’ und ’Steel Dawn’, ist wie immer sehenswert.
Eine Polizeistory wird auch noch in den Mix geworfen, ein paar ziemlich rabiate Trick-Effekte schmücken das Bild des öfteren blutrot und die schaurige Musik passt dazu, wie der Kopp ins Maul.

Für einfache Fun-Gemüter wäre ’Mom’ sicherlich der falsche Griff ins Regal. Jeder der mal etwas anderes, beinahe psycho-schauriges sehen will, das trotz allem nicht einen gewissen Trash-Charme entbehrt, liegt hier goldrichtig.

Hudson