Mortal Kombat 2


’Destroy all expectations.’


Originaltitel: Mortal Kombat: Annihilation Regie: John R. Leonetti
Drehhbuch: Brent V. Friedman & Bryce Zabel
Darsteller: Robin Shou, Taisa Soto, James Remar FSK: 18


„Bei Mortal Kombat geht es nicht um den Tod, sondern um die Erhaltung des Lebens.” Hahaha, genau so dämlich wie dieser Satz, ist der ganze Film, das kann ich guten Gewissens schon im Vorfeld verraten.

Ein Zweiender
mit Silberblick.
Der Nachfolger zu Paul W(ar) S(cheiße) Andersons ’Mortal Kombat’ setzt genau da an, wo der Erstling aufhörte. Der böse Outworld Imperator Shao Kahn (Hackfresse Brian Thompson, ’Terminator, ’Fright Night 2’) kümmert sich nicht um den Ausgang des MK-Turniers aus Teil Eins und hetzt einfach den Rest seiner übernatürlichen Schurkenstaffel auf unsere Helden (von denen nur noch Robin Shou als Liu Kang und Talisa Soto als Kitana, von der Originalbesetzung übrig sind). Wie das sein kann, fragt ihr?
„Was geschlossen wird, kann auch wieder geöffnet werden.“ erklärt Donnergott Rayden (James ’Warriors’ Remar, der Christopher Lambert ablöst und dessen Karriere sich nie davon erholt hat, dass James Cameron ihn damals bei ’Aliens’ durch Michael Biehn ersetzte) und spätestens jetzt ist klar: Null Logik, null Problemo! Stellen wir uns auf ein dämliches Kampfgetümmel ein. Und siehe da; unter diesem Aspekt funktioniert der Film irgendwie (vielleicht sogar noch besser als sein Vorgänger).
Den einzigen Vorteil, den der gegenüber dem Sequel hatte, war der rudimentäre Handlungsfaden. Von Handlung ist in ’Mortal Kombat 2: Annihilation’ nichts, aber auch gar nichts zu finden. Und ungläubig, aber auch äußerst belustigt, schaut man sich an, wie die Macher dieses Schunds eine Kampfszene an die nächste reihen und das Podukt dann einen Film nennen.
’Mortal Kombat Fans: Ihr wolltet es so, gebt’s ruhig zu!’ Schreit es aus allen Ecken und Enden der Produktion und sie kriegen es! Etliche Anspielungen, Sets und Settings aus den Spielen und fast alle Kämpfer und deren Trademark-Moves sind vorhanden. Und da wir das Hirn schon bei der ’power-ranger-esquen’ Introsequenz abgeschalten haben, klatschen wir sabbernd-labil mit der linken Hand vor den Kopp und zerdrücken mit der rechten eine Bierdose nach der anderen.

Muss ich wirklich noch mehr sagen? Also schön: Der Film ist so zusammenhangslos, saublöde und billig produziert, dass einem noch Stunden später der Lappen aus dem Hals quillt.

Oh dear...
Die Sets bestehen größtenteil aus Pappbauten, die mich an rumänische Ruinen erinnerten. Umso witziger, dass Liu und Kitana mit Hilfe einer komischen Stahlachterbahnkugel durch den Erdkern schlittern und auf der anderen Seite der Welt wieder rauskommen, wo genau die selben Kulissen herumstehen. Ich wußte garnicht, dass die Rumänen so einen großen Einfluss auf die Baustile der Welt hatten. Macht aber nix, denn wo die Kulissen immer dieselben bleiben, ändern sich die Jahreszeiten im Film ebenso oft, wie die Klamotten der Fighter. Und wenn zum Ende hin, die halb zerstörte Erde im Bild ist, sieht’s rein optisch aus, als hätten die ’Designer’ (haha) einfach ein Foto von der weltgrößten Müllhalde genommen, zwei handvoll Komparsen in die Mitte gestellt und den Eiffelturm via ’Paint’ in den Hintergrund geklatscht.
Herrlich auch die Interpretation der Charaktere. So gehört Bösewicht Shao Kahn zur üblen Sorte der Untergebenen-Verklopper, der schon mal einen seiner Generäle umlegt, nur weil dieser seine Opfer nicht in Schmerzen, blutend und bettelnd hinterlassen hat (huhu). Der deutsche (nennen wir ihn ruhig Schauspieler) Reiner Schöne mimt Kahns Vater, den gierigen Gott Shinnok und auch Scorpion, der im 1. Teil starb, ist kurz wieder da. Hier hält sich der Film werkgetreu an die Vorlage, da starb und lebte nämlich auch jeder wie er lustig war.
Zur Verstärkung der Guten holt Cop-Blondine Sonya ihren Partner Jax (großartig doof: ’Ex-American Gladiator’ Lynn Red Williams) und gemeinsam kämpfen sie (ich weiß nicht wie oft) gegen zufallsgenerierte Kämpferhorden und Bossgegner, dass die Schwarte kracht. Hab ich was vergessen? Ah ja Musik, wir erinnern uns: ’MORTAL KOMBAT’ Gebrüll und elektronisches Gehämmere. Joa, das fasst es gut zusammen.

'I'm a model, you know what I mean & I do my little turns on the catwalk.
Yeah on the catwalk...'


Nee, echt! Wer sich dieses Machwerk anschaut hat entweder a) selbst Schuld (was wohl auf die meisten zutrifft) oder b) einen Riesenspaß und eine Palette/Kiste Bier bei der Hand (ratet mal wer?) Mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen, ausser vielleicht: Brutality!

Nool