Mirrors


‘There Is Evil........On The Other Side’


Originaltitel: Mirrors (2008) Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Alexandre Aja, Grégory Levasseur & Sung-ho Kim
Darsteller: Kiefer Sutherland, Paula Patton, Cameron Boyce FSK: ungeprüft


Können wir den Jack Bauer
Spruch überspringen?
Nachdem Ben Carson (Kiefer Sutherland) wegen einem fatalen Fehler seinen Job als Polizist an den Nagel hängen musste, stürzt er in eine tiefe Krise. Er verliert seine Familie und zieht vorrübergehend auf das Sofa seiner Schwester (Amy Smart). Nun versucht er langsam, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Eine neue Arbeit gehört natürlich dazu.
Also schiebt er jetzt jede Nacht Wache in einem alten Kaufhaus, das vor einigen Jahren durch einen Brand zerstört wurde und nun kurz vor der Renovierung steht.
Was er nicht weiß, ist dass sein Vorgänger verrückt geworden sein soll und sich allem Anschein nach das Leben nahm, indem er sich mit einer Spiegelscherbe die Kehle durchschnitt.
Doch schon bald erlebt auch Ben bei einem seiner nächtlichen Rundgänge etwas, das ihn an seinem Verstand zweifeln lässt. Es sind die Spiegel in dem alten Gebäude, die eine geheimnisvolle Kraft haben. Diese Macht übernimmt langsam die Kontrolle über Ben und arbeitet sich über alle reflektierenden Flächen auch an seine Familie heran.
Nun ist es an Ben, sie zu retten, auch wenn niemand ihm glaubt und er nicht wirklich weiß, womit er es zu tun hat und wie er es besiegen soll.

Amy Smarts anderer Kiefer
bekommt noch richtig Ärger...
Nach ‘The Hills Have Eyes’ versucht sich Regisseur Alexandre Aja, der unter anderem auch schon für den französischen Schocker ‘High Tension’ veranwortlich war, erneut an einem Remake. Diesmal nach der Vorlage des koreanischen Horror-Thrillers ’Into the Mirror’. Natürlich schürten die soeben genannten Fakten und die Besetzung der Hauptrolle mit ’24’-Serienheld Kiefer Sutherland große Erwartungen. Und diese wurden, was mich betrifft, auch nicht enttäuscht.
Dass Spiegel gruselig sind, war mir schon immer klar. Ich kann im Dunkeln nicht reingucken und hab irgendwie noch nie dieses Grundvertrauen aufgebaut, dass man darin wirklich nur sich selbst sieht. Und so kommt mir eine Szene, in der jemand sein Spiegelbild betrachtet, dann weggeht und sein Bild trotzdem im Spiegel bleibt, aus vielen meiner schlaflosen Nächte bekannt vor. Oder was ist damit, dass man in den Spiegel guckt und man sieht sein Gesicht nicht so, wie man es erwartet hat? Und ich meine damit nicht die Entdeckung der ersten Lachfältchen. Ja ja, die Möglichkeiten, eine reflektierende Fläche als Horror-Element einzusetzen sind fast unbegrenzt. Und dann sind da noch dunkle Gänge, abgekokelte Schaufensterpuppen, flackernde Neon-Röhren in nassen Kellergewölben und (wie in koreanischen Filmen fast unvermeidbar) ein tragisches altes Geheimnis über ein kleines Mädchen. Böse Zungen könnten sich jetzt auslassen über nach Schema F konstruierte Filme und Vorhersehbarkeit, aber wenn man darüber hinwegsieht und die wirklich gelungene Umsetzung, die spannungsgeladene Atmosphäre, Ajas unverkennbare Handschrift, die sich vor allem in der grandios brutalen Sterbeszene von Amy Smart zeigt und die durchweg guten Schauspieler in die Wagschale wirft, kann man den Film wirklich genießen.

"...du bist der Schönste, Kiefer, aber Emilio Estevez und Charlie Sheen
hinter den 7 Bergen, bei den 7 Zwergen sind auch nicht zu verachten!"

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Ich empfehle ’Mirrors’ allen Grusel-Freunden, die auch gerne endlich mal wieder Kiefer Sutherland im Kino sehen wollen und das in Hochform.


Leone