Mio, mein Mio


‘EIn phantastisches Abenteuer im Land der Ferne’


Originaltitel: Mio min Mio (1987) Regie: Vladimir Grammatikov
Drehbuch: William Aldridge & Astrid Lindgren
Darsteller: Nick Pickard, Christian Bale, Christopher Lee FSK: 6


C. Bale - The Jum-Jum Years
Wie so viele andere, bin auch ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren groß geworden, ob nun Mama abends beim Pipi-Langstrumpf-Vorlesen immer wieder eingenickt ist, ich die Kinder von Bullerbü ausgemalt, mich an meinem ersten Weihnachten mit eigenen Lesefähigkeiten durch Ronja Räubertochter gekämpft oder gemeinsam mit meinen Geschwistern bei geschnittenem Apfel und Pfeffitee vor dem Fernseher mit den Brüdern Löwenherz gebangt oder vor dem grausamen Ritter Kato gezittert habe.
Letzterer wird in dem Film, um den es hier geht, von unserem Mitarbeiter des Jahres gespielt.
Aber ich fange mal von vorne an.
Der kleine Bosse lebt nach dem Tod seiner Mutter bei Pflegeeltern, die nicht sehr nett zu ihm sind. Gerne hätte er so einen tollen Vater wie sein Freund Benke. Doch sein Vater soll nach Aussage, der Pflegeeltern Frau und Sohn einfach verlassen haben.
Eines Abends begegnet er einem Flaschengeist, der ihm erklärt, dass er der Sohn des Königs vom Land der Ferne sei und ihn auch direkt dorthin bringt.
Im Land der Ferne heißt er nicht Bosse sondern Mio und auch sein bester Freund erwartet ihn schon auf Miramis, dem schönen weißen Pferd und mit dem Namen Jum-Jum.
Jum-Jum ist übrigens, wie ich auf einer meiner mal-sehen-wie-die-Darsteller-aus-Kinderfilmen-jetzt-aussehen-Recherchen herausfand kein anderer als Christian Bale.

C. Lee - The Yummy Years
Bei seinem Vater, dem König vom Land der Ferne, ist Mio so glücklich, wie ein Junge nur sein kann, aber bald erfährt er, dass es auch noch ein Land Außerhalb gibt, in welchem der grausame Ritter Kato (Christopher Lee) lebt. Kato entführt kleine Kinder, die er dann auf seiner finsteren Burg gefangenhält und die Legende sagt, dass nur ein Junge von königlichem Blut ihn vernichten kann. Also macht sich Mio gemeinsam mit seinem Freund Jum-Jum auf den Weg, um die Gefangenen zu retten.
Wie immer bei Astrid Lindgren, sind auch in dieser Geschichte die Kinder die Starken, die, wenn sie genug Liebe und Unterstützung von ihren Eltern bekommen, alles schaffen können.
Als Kinder fanden wir „Mio mein Mio“ schon großartig. Es war gruslig spannend und schön. Je älter wir wurden, desto öfter haben wir uns amüsiert über das „Hippie-Land“ Land der Ferne, den durch und durch liebevollen und natürlich wunderschönen Papa (Timothy Bottoms), der seinen Sohn konsequent Mio mein Mio nennt, die Reiseverpflegung, die „Brot, das den Hunger stillt“ heißt (das war in unserer Familie eine Zeitlang ein running gag: gib mir mal den Zucker, der den Tee süß macht… da bietet sich ne ganze Menge an) und ja, auch über den bööööööööööööööööööööööööööösen Ritter Kato.
Aber ich möchte betonen, dass wir uns nicht lustig gemacht haben. „Mio mein Mio“ die schwedisch, russisch, norwegische Co-Produktion aus dem Jahr 1987 ist ein wunderschöner und ganz und gar großartiger Kinderfilm mit sehr viel Liebe zum Detail.

Auf ins Abenteuer
Die Kinder-Darsteller sind toll und Christopher Lee nimmt seine Rolle als Bösewicht genauso ernst, wie in jedem seiner Horror-Filme, ohne nerviges Overacting, wie es leider viel zu oft in Produktionen für das jüngere Publikum der Fall ist, ist er der finstere, gruslige Ritter mit dem Herz aus Stein, vor dem ich so eine große Angst hatte.
Dazu kommen wunderschöne Aufnahmen, die in der Ukraine entstanden sind, mit tiefen Wäldern, breiten Flüssen und weiten Wiesen und ein Titelsong von Ex-ABBA-Frontman Benny Andersson.
Und jetzt nachdem ich den Trailer nochmal gesehen habe, muss ich gleich in die Videothek meines Vertrauens um mir den Film zu holen und ihn endlich mal wieder zu gucken.
Natürlich mit geschnittenem Apfel und Pfeffitee.


Leone