Mindripper


‘The Government Created Him. Now They Must Destroy Him.’


Originaltitel: The Outpost (1995) Regie: Joe Gayton
Drehbuch: Jonathan Craven & Phil Mittleman
Darsteller: Lance Henriksen, Claire Stansfield,Giovanni Ribisi FSK: 18


Kennt ihr den? Fällt ein Mann mitten in der Wüste von ’nem Berg, wird von Wissenschaftlern aufgesammelt und mit einem Mutagen vollgespritzt, bis er zu einem Monster wird und alle umbringt…
Wartet nicht auf eine Pointe. Soweit hat keiner der Beteiligten gedacht. Sie haben’s ja nicht mal hinbekommen, einen halbwegs unterhaltsamen Film aus diesem Stinker zu formen.

Oh, he ripped the mind already.
Lance Henriksen spielt Stockton, einen der Wissenschaftler, der das Mutagen zwar entwickelt, sich jedoch rechtzeitig vom Projekt zurückgezogen hat. Als die Kacke am Dampfen ist, klingeln die ehemaligen Kollegen durch, er solle doch mal bitte vorbeischauen. In der Wüste. In einem unterirdischen Bunker. Und zwar a. s. a. p.!
Klar, denkt sich Stockton, und weil er seinen Kindern gerade einen Campingausflug versprochen hat und nicht wie ein schlechter Dad dastehen will, packt er die ganze Bagage (u.a. Giovanni Ribisi) in den Flieger und nimmt sie mit. In die Wüste. In den unterirdischen Bunker. Wo das mutierte Vieh gerade seine ehemaligen Kollegen aufmischt…

Also schön, ich muss wohl niemanden darauf aufmerksam machen, wie hirnrissig und klischeehaft zugleich der Plot von ’Mindripper’ ist.
Die ganze ’Wir packen ein paar Nasen in einen unterirdischen Bunker, schicken ein Monster hinterher und machen den Deckel zu!’-Chose war schon bei ’The Terror Within’ nicht mehr originell (fangen wir gar nicht erst von’The Terror Within 2’ oder ’Creepzone’ an).

Lollipop, Lollipop...
Wes Cravens Filius Jonathan (der hier produzierte und das Drehbuch schrieb) war da wohl anderer Ansicht und nutzte Papis guten Namen, um den Driss schließlich als inoffiziellen dritten Teil der ’Hills have Eyes’-Saga ans willige Video-Volk zu verscherbeln.
Lance Henriksen (’Halloween Monster’) schlurft sichtlich betreten durch miese Tunnelsets und zickt mit ’angst ridden teenboy’ Giovanni Ribisi (in seiner ersten Filmrolle) um die Wette, während John Diehl (’Jurassic Park III’) eindruckslos beweist, dass eigentlich der Mensch das größte Monster (ich bin erleuchtet!) ist. Über alle restlichen Darsteller breite ich den Mantel des Schweigens, schließlich nutzen virtuelle Beleidigungen nur bis zu einem gewissen Grad etwas.
Bleibt ein quiekendes Humanoidenmonster mit ’Star Trek’-Stirnapplikation (um es als Monster zu klassifizieren, nich wahr?), einem Saugstachel (es ernährt sich von Gehööörn) und jeder Menge dummen Fragen (“Bist du Gott?“).

“Hey, wisst ihr was?! Ich hab ’ne Idee. Wir lassen uns alle volllaufen und fahren nach Vegas. Kommt schon, das ist nicht weit! Dann könnten wir uns Siegfried & Roy ansehen.“

"LANCE! Von nun an bleib gefälligst von solchen Scheißfilmen weg!"
"Ich kann nichts versprechen!"
"Du musst!"
"Ich MUSS aber auch essen!"

’Mindripper’ reißt ganz gehörig an den Nerven seines Publikums und wenn das jemand für eine Qualitätsbekundung hält, sollte ich wirklich meine Wortwahl überdenken. Der Streifen gehört auf die Halde, gleich neben seine Genre-Brüder und Schwestern aus den Achtzigern und frühen Neunzigern, die das ’Alien’-Konzept mit hektischer Tunnelhetze verwechselten.


Hudson