Miami Golem


‘Unborn... Undead... An Alien Force they could not control!’


Originaltitel: Miami Golem (1985)
Regie: Alberto De Martino Drehbuch: Gianfranco Clerici, Alberto De Martino & Vincenzo Mannino Darsteller: David Warbeck, Laura Trotter, Loris Loddi FSK: 18


’Miami Golem’! Wer bei diesem Titel ein hebräisches Lehmmonster erwartet, das durch Florida latscht und evt. noch grelle Blazer und teure Sonnenbrillen aufträgt, der irrt. Es wird viel, viel trashiger!

Aaaahhh, Miami!
In einem Versuchslabor in Florida (‘The Home of Fine Research’) werkelt eine Wissenschaftscrew an einem Zellproben-Experiment. Reporter Milford (David Warbeck) wittert eine dicke Story und bekommt auch prompt Gelegenheit, eine Erscheinung parapsychologischer Art zu filmen, die selbst den ’Ghostbusters’ Angst eingejagt hätte. Währenddessen halten zwei Gangster und ein Opa im Anorak (vom ’Ufo-Späher-Verein’, im Ernst!) eine Séance mit einem übernatürlichen Wesen in den Everglades ab. Man merkt bereits: Halbe Sachen sind hier nicht in Planung. Nein, die Gangster halten es mit ’Pinky & Brain’ und wollen die Weltherrschaft. Zu diesem Zweck wird das Laborpersonal eliminiert und die Zellprobe entwendet. Doch Milford bleibt am Ball und gerät in einen Strudel aus brutalen Handlangern, warnenden Aliens und dem MIAMI GOLEM, einem telekinetisch begabten Wesen, dessen Vorfahren einst das Universum tyrannisierten…

“Wie würden sie auf eine Begegnung der dritten Art reagieren?“
“Wieso? Sind Marsmenschen gelandet?“

Miami Gollum
Nein, mit dem ’Golem’, dem deutsch-expressionistischen Lehm-Unhold von Paul Wegener hat dieser Film garantiert nichts zu tun. ’Golem’ steht nämlich nicht nur für das sagenumwobene Monster, sondern ist auch die hebräische Bezeichnung für ’Embryo’ und genau damit haben wir es zu tun. Einer Killerföte im Einweckglas, die durch bloße Gedankenkraft Autos explodieren und Menschen durch die Luft fliegen lassen kann. Wer jetzt denkt, hier wird das Beste aus ’Wiege des Bösen’, ’Carrie’ und ’Schrecken der Medusa’ vereint, der denkt lieber nochmal nach. Wir haben es hier nämlich mit einer kruden Mad-Scientist/Copfilm-Mische zu tun, die zwar trashophilen Subjekten das Herzchen höher schlagen lässt, aber für normale Menschen völlig ungeeignet ist.
Der einzige Beteiligte vor der Kamera, der hier den Versuch unternimmt, sich wie ein Schauspieler zu benehmen, ist David Warbeck (’Jäger der Apokalypse’). Als Bestrafung bekommt er dafür ’Love-Interest’ Laura Trotter (’Rush’) aufgedrückt, die dieser Bezeichnung rein optisch einfach nicht gewachsen ist und aussieht, wie Frau Katzorke von der Supermarktkasse. Wirres Gefasel (“Diese Worte hier stammen eindeutig aus Atlantis!“ “Nein, es sind die Etrusker!“) wird ebenso unter den hanebüchenen Plot gemischt, wie absurde Embryo-FX und Second-Hand Actionszenen. Eine Verfolgungsjagd durch die Everglades, Schießereien mit Helikoptern und die telekinetischen Auswirkungen des Golem-Babies sorgen für gepflegte B-Movie-Unterhaltung. Der Großteil dieser Szenen wurde in unfassbar tüdelige Videospiel-Musik verpackt, die nur für eine kurze Sex-Szene durch ein Saxophon ersetzt wird und ebenfalls regelmäßig für verwirrte Lacher sorgen dürfte.

“Hey Junge, du hast gerade nen Hubschrauber vom Himmel geholt. Der hat dir doch nichts getan!“
“Ich hasse Geräuschbelästigung, Jungs!“

“Stirb, Chemiebaukasten!“

Fazit: Abgefahren seltsamer Genre-Mix mit Blechschaden, der zwar auf seine Art und Weise unterhält, den man aber niemandem ohne ein, zwei… drei, vier Bier anbieten sollte. So, you know the drill: Erst trinken, dann glotzen, dann entscheiden! Ich kann euch hier nicht weiter helfen!


Hudson