Metamorphosis II - Die Stunde des Monsters


‘Scientists created a new life form that only lasted a few hours. The truth is...it's still alive.’


Originaltitel: Mutator (1989)
Regie: John R. Bowey Drehbuch: Lynn Rose Higgins & Gerald A. Rose
Darsteller: Brion James, Carolyn Ann Clark, Milton Raphael Murill FSK: 18


’Metamorphosis 2’ also. Ist ja interessant…
Nee, kommt, wem versuch ich das weiszumachen. ’Metamorphosis 2’ ist SciFi-Horror-Mumps par Excellence und mit par Excellance mein ich ’ist alles andere als exzellent’. (Ich sollte mir wirklich angewöhnen, mich konkreter auszudrücken.)

Bitte ducken!
Das Niveau sinkt.
Jedenfalls heißt ’Metamorphosis 2’ im Original ’Mutator’ und hat überhaupt nichts mit dem eigentlichen ’Metamorphosis: The Alien Faktor’ zu tun, von welchem er nicht nur den Titel, sondern auch noch das schnieke VHS-Cover klaut. (Wieso überhaupt? ’Mutator’ ist doch ein viel besserer Titel und lässt auch nicht gleich auf Kafka hoffen!)

Kafka gibt’s hier natürlich nicht, stattdessen einen Wissenschaftler namens David Allen (gespielt von Brion James), der seinen Job an den Nagel hängen muss, nachdem er herausfindet, dass sein Arbeitgeber, die Firma ’Tigen’, gefährliche Gen-Experimente durchführt. Von Schuld geplagt, lässt sich Allen bei ’Tigen’ als Wachmann anheuern (was zwar für sein Gewissen, aber auch gegen die Koordination der Firma spricht). Bald kommt er den Klischee-gemäßen ’unheimlichen Begebenheiten’ auf die Spur. Lebendige Versuchstiere sind dem Labor entkommen, mutieren zu Wuschelmonstern und töten außerhalb des Blickfeldes der Kamera allmählich alle Angstellten…

Erst Rotkäppchen,
dann die ganze Welt!
Mömömö… das haben wir doch nun wirklich alles schon 456738 mal gehört, gelesen und gesehen. Mutationen durch Labor-Schuchereien, Monster-O-Vision, und Opfer-Gestalten, die durch karge Büro-Komplexe rennen, wenn sie nicht gerade mit dem Rücken zur Kamera nach hinten laufen, direkt in die Arme einer grunzenden Kreatur.
Als großer Brion James Fan nehm ich es ihm nicht übel, dass er hier die Hauptrolle übernommen hat. Es war womöglich die einzige, die ihm je angeboten wurde. Aber seine Leistung ist keinen Deut besser, als die seiner farblosen Co-Stars (u.a. sogar Embeth Davitz, die es bis zu ’Armee der Finsternis’ und ’Schindlers Liste’ geschafft hat), die hier um die Wette kleckern, dass man Mühe hat, wach zu bleiben. Daran ist aber auch die allgemeine Plotlosigkeit und das dauerhafte Abhandensein der krallenden, sabbernden und waschbrettbäuchigen Kuschelmonster schuld. Die hätten bei (nicht ganz ernst gemeintem) permanenterem Einsatz und ein klein wenig spielfreudiger Unterstützung von Seiten der Darsteller vielleicht noch einen locker flockigen Trash-Monster-Spaß aus dem Brei backen können. Aber ihr wisst ja… Konjunktive…

We still miss you, Brion

Fazit: Ich kann nicht glauben, dass ich in diesem Review ’Schindlers Liste’ erwähnt habe… Wenn ihr nicht glauben könnt, dass das mein einziges Fazit ist, dann habt ihr schon recht. Aber mir fehlt einfach das passende Äquivalent zu dem vulgären, aber auch klassischen und hier absolut zutreffenden Wörtchen ’Scheiße’. Vielleicht benutzt ihr einfach eure Fantasie und findet etwas ähnlich geeignetes.


Hudson