Merlin und der Krieg der Drachen



Originaltitel: Merlin and the War of the Dragons (2008)
Regie: Mark Atkins Drehbuch: Jon Macy
Darsteller: Nia Ann, Simon Lloyd-Roberts, Jürgen Prochnow FSK: 16


Lange bevor König Artus (oder Arthur, könnte man sich irgendwann mal einigen?) das Licht der Welt erblickte, focht sein treuer Begleiter, der Zauberer Merlin an der Seite dessen Vorfahren. Dies ist seine Geschichte (auch wenn es keine Quellen gibt, die das belegen können). Merlin wurde als Sohn einer Edeldame und eines Dämons geboren, was die Mitmenschen der Dame irritierte und beinahe zum Kindmord anstiftete. Gerade als sie beschlossen hatten, dem Neugeborenen den Garaus zu machen, rettete ihn ein weiser Magier namens Magier und nahm ihn unter seine Fittiche.

"Boah Alter, Scheiße! Kuck ma
was mir aus der Hand wächst!"
"Junge, der Meister hat dich
doch gewarnt, den Drachen
nicht steigen zu lassen!"
20 Jahre später ist das Blag von einst selbst zum jungen Zauberli herangewachsen, der sich mit des Magiers zweitem Schüler, Vertigen, Zauberduelle liefert. Während sich Merlin damit begnügt, nette Lichtzauber und freundlichen Hoku Pokus zuherbeizuzaubern, strebt Vertigen Reichtum und Ruhm an. Es kommt wie es kommen muss: Der übereifrige Schüler fällt in Ungnade und verspricht bittere Revanche. Mit Hilfe einer Armee von Landesverrätern und einem Himmel voller Drachen, will er nun das Land unterwerfen und in ewige Schatten hüllen. Können Altmagier Magier und Jungmagier Merlin ihn stoppen?

“Noch eine Lektion für heute. Was soll ich euch lehren?“
“Uns Gedankenlesen beibringen.“
“Ein leichtes Unterfangen.“

Doch es war zu spät...
Die Knockbuster-Dödel von ’The Asylum’ haben im letzten Jahrzehnt soviele miese Rip Offs diverser Hollywood-Hits auf den Markt geschmissen, dass man erst einmal perplex ist, wenn unter ihrem Label so ein eigenständiger und immerhin durchschnittlicher Fantasy-Streifen wie ’Merlin und der Krieg der Drachen’ über die Glotze flimmert.
Für ’Asylum’-Verhältnisse ist der Film erstanlich gut gelungen. Umgemünzt auf tatsächliche Qualität bedeutet das natürlich wenig. Imposante Landschaftsaufnahmen, ein gediegener Score und eine klassische (wenn auch nicht allzu originelle) ’Gut gegen Böse’-Story mit Anleihen bei ’Drachentöter’ und ’Excalibur’ stehen im Kontrast zu dürftigen FX aus dem Rechner und zwei Atmosphärenkillern namens ’Sterile Optik’ und ’Gestelztes Fantasysprech’.
An der Ausstattung und geeigneten Interieurs wurde gespart, größtenteils spielt der Film in der feien Natur Wales’, die in farbentsättigten Bildern fotografiert wurde.
Die Darsteller rangieren irgendwo im Mittelfeld, keinesfalls unbegabt, aber auch nicht unter den talentiertesten ihrer Zunft. Als einzig bekanntest Gesicht muss Jürgen Prochnow (’House of the Dead’) herhalten, der zwar schon bessere Zeiten gesehen, allerdings auch in schlechteren Filmen gespielt hat.

“Schickt unserer Berserker vor!“
“Berserker, Attacke!

Very important faces

Für Freunde diverser Varianten der Artus-Legende und Fantasy-Fans ohne allzu große Ansprüche, ist ’Merlin und der Krieg der Drachen’ einen Blick wert. Aber ’The Asylum’ sollte sich vorsehen. Wenn sie weiterhin solche Filme machen und sich (Gott bewahre) auch in Zukunft um Qualität bemühen, könnten sie noch ihren schlechten Ruf verlieren.


PS:

Und Straßen hatten die damals...
Da träumt ganz Ostdeutschland von.












Hudson