Mein Geist will immer nur das Eine


‘Only her desire can make him rise again’


Originaltitel: Ghosts Can't Do It (1989) Regie & Drehbuch: John Derek
Darsteller: Bo Derek, Anthony Quinn & Don Murray FSK: 12


Es ist Bo Derek Zeit!

Quinn macht Kippe
Bo zieht Schippe
Nachdem Bo mit ihrem Ehemann John schon in den 80ern mit diversen Klassikern die Herzen von Filmliebhabern erfreut hatte, bot sich uns mit 'Ghosts Can't Do It' ein weniger erfreuliches Werk. Zwar ist Bo wie immer fantastisch, aber dieser Film hat ein paar Probleme. Das größte heißt Anthony Quinn. Anthony spielt hier den reichen Ehemann der schönen Katie (Bo), der zwar ungefähr 200 Jahre älter ist als sie, von ihr aber trotzdem 'großer Häuptling' genannt und geliebt wird. Als Scott (Quinn) bei einem Ritt durch den Schnee mit seiner Liebsten einen Herzinfarkt bekommt und seine Frau danach nicht mehr “glücklich“ machen kann, greift er zur Schrotflinte und setzt seinem Leben ein Ende. Etwas, mit dem ein Paar diesen Altersunterschiedes vielleicht schon gerechnet hat. Aber das ist noch nicht alles, denn anstatt in den Himmel zu kommen, bleibt Scott als Geist mit seinem eigenen Engel in einer Zwischenwelt gefangen, wo nur Katie ihn sehen und hören kann. Das ganze ist natürlich ohne jegliche Spezialeffekte gelöst und so sehen wir, wie Bo Derek mit dem Himmel redet, und dazwischen wird ein verschwommener Anthony Quinn vor schwarzem Hintergrund geschnitten. Jedenfalls will Scott keine Ruhe geben und versucht Katie jetzt zu überreden, ihrer Liebe noch eine Chance zu geben. Wie das gehen soll? Nun, wie allgemein bekannt ist, können Geister in die Körper frisch verstorbener Menschen fahren (öh...) und so plant Scott, den Schnösel Fausto von Katie umbringen zu lassen, um sich dessen Körper zu bemächtigen und mit seiner Frau zu schlafen.

Schon Fass Daubi wusste:
Ein Platz in der Tonne
Bringt Segen und Wonne
In Ordnung, der Plot dieses Films macht nicht für 2 Cent Sinn - eigentlich ist er nicht einmal vorhanden. Die meiste Zeit sehen wir lediglich Bo Derek und Anthony Quinn dabei zu, wie sie Selbstgespräche führen. Da gibt es zwar noch Sub-Stories von Männern, die sich an Katie ranmachen wollen oder wie sie die Firma ihres Mannes übernehmen muss. Leider ist nichts davon irgendwie interessant. Das könnte auch der Grund sein, dass der Film mehrfach mit der 'Goldenen Himbeere' (u.a. als 'schlechtester Film') ausgezeichnet wurde. Was die Jury dieses Preises allerdings übersehen hat, sind die großzügigen und für den Film sehr wichtigen Szenen, in denen Bo Derek ihr enormes Schauspiel-Talent unter Beweis stellt. Und zwar in dem sie sich am Strand komplett auszieht (nur um sich danach wieder anzuziehen) oder sich nackt im Pool, unter der Dusche und beim Tanzen zeigt. Zwar ist Bo in diesem Film die einzige Frau, die wir nackt bewundern können, aber… immerhin.
Was mich bei ’Mein Geist will immer nur das Eine’ am Meisten störte ist, dass man keine Ahnung hat, was man sich da gerade ansieht. Es beginnt mit einer traurigen Szene, auf welche schon die nächste folgt (eigentlich ist es immer die selbe Szene - Scott meckert erst rum, umarmt dann seinen besten Freund und seine Frau). Nach Scotts Tod verkommt das ganze dann zu einer Art Fantasy-Geschichte und dem Versuch, manchmal auch lustig zu sein. Aber letztlich bin ich daraus nicht schlau geworden. Für ein Drama der Film nicht traurig genug und für ein Erotik-Drama gibt es nicht genug Sex. Um als Komödie durchzugehen, hätte es irgendwo ein paar lustige Szenen geben sollen. Das heißt, es gibt genau eine lustige Szene, nämlich als Bo einen bewaffneten Mann davon überzeugen will, sie zu vergewaltigen, anstatt sie zu erschießen.

Where are they now:
Nach einem Karrieretief gelang Bo Derek die Umschulung zum Bluescreen

Fazit: Ein sehr eigenartiger Film. Dennoch hat er etwas, dass kein anderer Streifen hat: Den ersten Gastauftritt von Donald Trump in einem Spielfilm. Ansonsten gibt es rein gar nichts, was den Film interessant gestaltet. Wenn der FKK Strand das nächste Mal geschlossen hat und 'Gas Pump Girls' in der Videothek vergriffen ist, darüber hinaus noch ... nein, mir fallen keine Ausreden mehr ein. Guckt einfach was anderes.


Spooner