King Kong - Dämonen aus dem Weltall

aka

Godzilla vs. Megalon


'Titan against Titan!
Giant against Giant, in the most spectacular battle yet!!'


Originaltitel: Gojira tai Megaro (1973) Regie: Jun Fukuda
Drehbuch: Jun Fukuda, Takeshi Kimura & Shinichi Sekizawa
Darsteller: Katsuhiko Sasaki, Hiroyuki Kawase, Yutaka Hayashi FSK: 12


“Diese verdammten Atomtests, warum hört man damit nicht endlich auf!?“
“Wollen die die Menschheit endgültig vernichten?“

Im Streitgesprüch bei John Fitzsimmons

Da ist sie wieder, die obligatorische, ökologische Botschaft, die uns gleich zu Beginn in Wort und Bild als Ausgangspunkt für das 73er Kaiju-Spektakulum ’Godzilla vs Megalon’ (aka ’Zig andere alberne Titel’) geboten wird.

Im Nachfolger von 'Frankensteins Höllenbrut' (wieder von Jun Fukuda, 'Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer') haben zwei japanische Tüftel-Köppe einen kunterbunten Roboter gebaut (“Seine Augen sind Fernsehkameras, außerdem hat er eingebaute Radarantennen, damit er etwaigen Hindernissen ausweichen kann.“), den sie ’King Kong’ nennen (jedenfalls in der dt. Fassung, damit der Verleih auch wieder was tolles für den Titel hatte). Das unterirdische Völkchen der ’Seetopianer’ (versank vor “…vielen Millionen Jahren im Meer…“, erfreut sich aber trotzdem bester Gesundheit) ist ihnen dabei auf die Schliche gekommen und entführt die beiden, da es ihnen wohl an Strebertypen fehlt, die so tolle Sachen wie Roboter herstellen können. Oder wie ein ’Seetopia’- Scherge meinte “Uns fehlt die Zeit, sie zu entwickeln!“ (Merkwürdig, bedenkt man, dass sie “…viele Millionen Jahre…“ Zeit hatten!)

Dieser Move nennt sich:
Der Powerlifter!
Der Chef dieser unterirdischen ’Unterwasser-Kommune’ (läuft in ’Atlantis’-Gedächtnis-Mode herum und hat die fettesten Sideburns seit General Burnside) will es nämlich der atomtest-verrückten Menschheit heimzahlen und erweckt auch ’Seetopias’ Privat-Monster Megalon (ein exorbitanter Monster-Kartoffelkäfer mit Bohrköpfen anstelle von Greifarmen). Was nun folgt, sollte jedem Monsterfilm-Kenner klar sein. Für alle anderen fasse ich es in ein paar Stichpunkten nochmal zusammen:
1. Japanische Stadt in der Nähe der Monstervorkommen wird geräumt
2. Spielzeug-Militärvehikel (Panzer, Raketen-Werfer und Tesla-Kanonen) von ’Bandai’ rollen herbei
3. Monsterkäfer taucht auf (Japaner starren nach oben und rufen:
“Das Monster!“)
4. Megalon macht Spielzeug-Militär und Stadt kaputt
5. Robi ’King Kong’ wird zur Monsterinsel geschickt, um Big G zu holen
6. Lasst die Spiele beginnen!

Herrlich, dieser Blödsinn!

Das ist der Beginn einer
monströsen Freundschaft.
Sei es die Kommunikation zwischen ’King Kong’ und ’Godzilla’ ( Sausendes Armwedeln vs Wissendes Nicken) oder das plötzliche Wachstums ’Jet Jaguars’ (so heißt der ’King Kong’-Roboter nämlich im Original) auf 50 Meter-Größe, um im Kaiju Eiga mitzumischen und sein Erfinder dies mit folgendem Satz kommentiert: “Nicht zu fassen, aber er scheint sich überlegt zu haben, wie er das Monster klein kriegt. Und da hat er erkannt, dass das nur geht, wenn er genau so groß ist!“
Hier gibt’s einiges zu bestaunen, zu belächeln und zu be… äh kopfschütteln.
Ein paar schrottige Verfolgungsjagden, Ausstattung aus der üblichen Science-Fiktion Billig-Kisten und ein kleiner Fratz, der mit tollen Sprecheinwürfen (“Da kommt noch so ein Monster. Auf wessen Seite ist es?!“) zum Geschehen beiträgt.
Als dann auch noch Gigan, der Klauen-Kalle mit der Kettensäge im Bauch, bei den Kollegen aus dem All, von den ’Seetopianern’ (kichi) herbeigerufen wird, ist alles klar.
Wir bekommen übrigens auch einen von Gozilla’s schärfsten Move zu sehen: Den Horizontal-Dropkick mit Anlauf, während im Hintergrunde ein lustiger Musikant eine Ukulele vergewaltigt. Die Musik ist dann diesmal auch nicht von Maestro Ifukube, sondern von einem gewissen Richiiro Manabe, dem die Produzenten wohl rieten: “Play that funky music!“

Und zwischendurch: Posen für die Fans!

Alles in Allem ein Heidenspaß für Fans des Genres und andere Flausköppe. Albern wie ein Händeschlag zwischen zwei Riesenmonstern, trashig wie eine Plaste-Rakete. Muss ich noch mehr sagen?

Hudson