Man nennt mich Bruce


‘They also call me the man who ruined the reputation of every KUNG-FU expert!’


Originaltitel: They Call Me Bruce? (1982) Regie: Elliott Hong
Drehbuch: Tim Clawson, Elliott Hong, David Randolph, Dale Trevillion & Johnny Yune Darsteller: Johnny Yune, Margaux Hemingway, Raf Mauro FSK: 12


“Ey, Bruhtze, brauch ich noche eine Kleckse Soße.“
“Boss, warum nennen sie mich eigentlich immer Bruce? Meine Name ist Yune, Bruce hat den Löffel abgegeben“
“Quatsche nicht dämlich! Sei froh, dass ich dich nicht nennen Gelbmann oder Reiskornlutscher. Ich hasse rassistische Gerede, kapito? Hab nichts gegen Chinesen. Jeder soll einen haben.“

Nunchopstick Bruce

Seinen Mafiosi-Arbeitgebern geht er auf die Eier, im Dojo stellt er nichts als Unsinn an, Nunchakos benutzt er als Chopsticks und wenn er sich mal den Mut nimmt, um Leuten in Not zu helfen, verschlimmert Spaghettikoch Yune die Situation nur.
Dass ihn jeder mir Bruce Lee verwechselt ist ein schlechter Witz, seine Sprüche (“Ah Madonna? Ich kenn nur Amaretto!“) sind noch schlechter und dass er in große Schwierigkeiten gerät, ist nur eine Frage der Zeit.
Als ihm tatsächlich einmal etwas gelingt und er einen Überfall mittels dilettantischer Chako-Skills verhindern kann, wird Bruce von der Nachbarschaft fälschlicherweise für eine harte Nummer gehalten und sein Cheffe Freddy meint, ihn aus der Küche in den tatkräftigen Handlangerdienst befördern zu müssen. Mit Fahrer Pete soll Bruce ganz spezielles chinesisches Mehl (hint, hint! schnüff, schnüff!) nach New York bringen und auf dem Weg dorthin auch noch hier und da ein paar Proben verteilen. Yune macht sich nichts ahnend auf den Weg und hat bald jede Menge Ärger am Hacken. Denn die Bullen wissen längst von dem Coup und auch die kriminelle Konkurrenz hat schon ein paar schlagkräftige Grobiane auf den gutgläubigen Tölpel angesetzt…

“Ich weiß, du warst immer treuer und tapferer Mitarbeiter deiner Familie. Wenn du zurück kommst von diesem Job, ich werde dich befördern. Du wirst meine rechte Hand, mein Consiegliere.“
“Ich dachte immer, Consiegliere ist eine antike Truhe.“

Immer einen Hau daneben

’My name is Bruce’ (nicht mit dem Bruce Campbell Ulk gleichen Namens aus dem Jahre 2008 zu verwechseln!) ist ein alberner Genre-Spoof, der Mafia-Schinken, Martial Arts-Klopper und den amerikanischen Traum™ gleichermaßen aufs Korn nimmt.
Dabei wird sich vor allem bei unendlich doofem Spruchgut (“Dich verspeis ich dreimal täglich auf’m Eierlöffel.“) bedient, das dank einer reichlich depperten, aber nichtsdestotrotz amüsanten Blödel-Vertonung wohl exklusiv dem deutschen Zuschauer geboten wird.
Wenn Hauptdarsteller Johnny Yune mit Arne Elsholz-Synchro in einer texanischen Bar nach handwarmem Sake fragt, einer Ghetto-Gang mit einem ’Jive Talkin’-Wörterbuch kommt oder sich mit dem Mafiosi-Boss (falscher Vollbart, weiße Katze im Arm und ungesunder Appetit auf lebendes Aquarium-Inventar) anlegt, ist der Faxen-Pegel auf 11 geschraubt. Verrückte Stunts und Slapstick-Prügeleien sorgen zwischendurch für abwechselnde Action.

“Woher haben sie den schwarzen Gürtel“
“Oh den, aus einem Versandhaus in Hong Kong. War ganz einfach. Nur ein schriftlicher Test.“

Surfin' the Highway

Mit etlichen Seitenhieben auf ur-amerikanische Institutionen wie die Kirche, die Mafia und Straßengangs kalauert sich ’Man nennt mich Bruce’ pausenlos über seine Laufzeit von 80 Minuten und ich bin mir sicher, dass das selbst für einige Komödien-Junkies zu viel sein könnte. Mir hat’s gefallen und wenn es euch nie zu albern sein kann und ihr Deppensynchros schon zum Frühstück hört, ist der Streifen fast schon als Pflichtprogramm zu vermerken.


Hudson