Der Manitou

aka

Lasersturm

aka

SuperZombie - Die Geburt des Grauens


‘Evil does not die... It waits to be re-born!’


Originaltitel: The Manitou (1978) Regie: William Girdler
Drehbuch: Jon Cedar, William Girdler, Graham Masterton, Thomas Pope
Darsteller: Tony Curtis, Michael Ansara, Susan Strasberg FSK: 18


Der Manitou? Lasersturm? Superzombie? Geburt des Dämonen?
Ein Film mit solchen Alternativtiteln kann unmöglich schlecht sein. Empfohlen von diversen Quellen als obskures Horrorfurunkel, nahm ich mir den Titel also endlich mal zur Brust und war erstaunt.

Wildwuchs mit
Rückendeckung
Karen hat ein Problem. Seit kurzem wächst ein Geschwür an ihrem Nacken und es hört einfach nicht auf anzuschwellen. Die Ärzte sind ratlos, entsetzt sogar. Die Geschwulst wächst so schnell, dass eine unmittelbare Operation unabdingbar ist. Gesagt, doch nie getan. Denn als der Chirurg das Skalpell ansetzt fängt Karen an, in wirren Zungen zu reden und das Instrument landet im Fleisch des Chirurgen. Hier geht es eindeutig nicht mit rechten Dingen zu. Karen wendet sich an ihren Freund, den Tarot-Zauberknilch Harry (Tony Curtis), dem selber gerade seltsame Dinge wiederfahren (eine Kundin schwebt mal eben aus seiner Wohnung und stürzt sich die Treppe hinunter). Während die Ärzte feststellen, dass in Karens Nacken eine Art Fötus heranwächst, glaubt Harry an die ähnlich absurde Erklärung, seine Freundin sei von einem bösen Geist besessen. Nach einer Seance mit Kollegen (Medien, Hexen, bärtige Männer) sucht Harry Prof. Snow (Burgess Meredith) auf, der sie auf die Spur der Legende des ’Manitou’ führt, einen indianischen Geist, der auf Rache sinnt. Als Karens Geschwulst längst Buckelausmaße angenommen hat, wird eine weitere Operation angesetzt. Alles geht schief, der Laser verwüstet den OP, Karen ist am Rande des Zusammenbruchs. Jetzt ruht die Hoffnung aller auf dem indianischen Hexendoktor Singing Rock. Kann er Karen den ’Manitou’ austreiben?

Die Ärmelschonerflasche ist
ausgetrunken, gelle Danny?
Eine solch absurde Idee mit dem nötigen Ernst durchzuziehen ist schon eine Leistung für sich. Zu schade, dass Regisseur William Girdler, der zuvor die beiden Tier-Schocker ’Grizzly’ und ’Panik in der Sierra Nova’ drehte, beim Finale dann so richtig daneben haute. Bis dahin war ’Der Manitou’ selten trashig und das ist eine gern gesehene Abwechslung im Einerlei der Genrefilme dieser Art. Nicht nur, dass hier mit einer originellen Idee begonnen wird, nein, nach einem investigativen und doch nie langweiligen Mittelteil dreht und wendet sich das letzte Drittel in Dimensionen, mit denen sicherlich keiner gerechnet hat. Ich bring es nicht über’s Herz hier zu spoilern, lasse aber einfach mal Stichworte wie ’schlüpfender Minitou’ , ’Eissturm in der Polyklinik’ und ’Echsenreiter’ für sich sprechen. Dass dann das Stichwort ’Nackte Frau schleudert zu sülziger Freudenmusik Blitze in den Weltraum’ hinzukommen muss, ist nicht nur zu viel des Guten, sondern irgendwie ärgerlich. Entweder gingen Girdler die Kohlen, oder seinem Drehbuchautoren die Ideen aus. Weniger wäre hier auf jeden Fall mehr gewesen. Das Finale vergrätzte mir den Film ein wenig im Nachhinein und soetwas kann ich überhaupt nicht leiden.
Dabei hatte Tony Curtis doch bis dahin so einen guten Lauf. Wenn Curtis will, kann er mit seinem Charme nämlich jeden an die Wand spielen. Aber er will halt nicht immer. Hier wollte er. Ebenso Burgess Meredith (’Rocky 1-3’, ’Batman hält die Welt in Atem’), der einen herrlich schrägen Kurzauftritt abliefert.

Das ist der Clou des Manitou

’Der Manitou’ ist eine wirklich schräge Angelegenheit. Eigenartig, einzigartig, abartig. Body-Horror trifft auf Exorzismus. Indianer-Mythos trifft auf ‘Star Crash’. Tony Curtis trifft Burgess Meredith. Und bis zum jämmerlichen Finale, das die Stimmung des Films in den Mülleimer kippt, treffen alle ins Schwarze oder zumindest dicht daneben.


Hudson