Maniac Cop 3


‘You can't keep a good corpse down.’


Originaltitel: Maniac Cop 3: Badge of Silence (1993)
Regie: William Lustig & Joel Soisson Drehbuch: Larry Cohen
Darsteller: Robert Davi, Robert Z'Dar, Caitlin Dulany FSK: 18


Eigentlich war die Story um den ’Maniac Cop’ Matt Cordell nach dem gar nicht üblen zweiten Teil ja abgeschlossen. Die Show, die funktioniert und auch Kohle bringt, so lautet aber das eherne Gesetzt der Filmwirtschaft, muss weitergehen. Also bekam der Killer-Cop mit der Fallobst-Fresse von Produzent Larry Cohen und Regisseur William Lustig einen dritten und letzten Auftritt spendiert.

Hot Chili Drive By
Ein Voodoo-Priester verhilft Cordell (Robert Z’Dar, ’Final Sanction’) zur Auferstehung, so dass dieser nun wieder keuleschwingend durch die Stadt wuselt.
Detective McKinney (Robert Davi), der Cordell im Vorgänger zur Strecke brachte hat mittlerweile ganz neue Sorgen. Seine Kollegin Kate ist bei einem Apotheken-Überfall durch zwei Junkies tödlich verletzt worden und liegt im Koma. Zwei widerliche Sensations-Reporter haben die Tat gefilmt und sie so zurechtgeschnitten, dass es aussieht, als hätte Kate die beiden kaltblütig erschossen. McKinney ahnt, dass hier ganz gewaltiger Bullshit am Stinken ist. Doch auch der ’Maniac Cop’ interessiert sich für Kate und hinterlässt auf dem Weg zu ihr eine blutige Leichenspur…

“Scheiße, ich hab meinen Anwalt erschossen?“
“Such dir ’nen neuen! Die sind doch umsonst.“

‘Maniac Cop 3 - Badge of Silence’ (’Polizeimarke der Stille’, wenn mich meine Englischkentnisse hier nicht hinters Licht führen), ist nicht nur ein selten dämlicher Titel, sondern auch ein unnötiger Aufguss der Reihe.

Hier scheint echt jeder
vor sich hin zu kokeln
Der kausale Zusammenhang der Wiedererweckung Cordells mit seinem Interesse an Kate (nicht zu reden von den Gangstern, die er erst befreit und dann abknallt) erschloss sich mir nur bedingt. Das Voodoo-Gesülze des lokalen ’Papa Shango’ wirkt furchtbar aufgesetzt, die reißerische Medien-Kritik geht nicht weiter, als in die Hose und während der gesamten Laufzeit (ganz besonders in der finalen Verfolgungsjagd, Marke: Jetzt aber nochmal schmackes Action!’) stellt sich dem Zuschauer die Frage: “Was will der denn jetzt noch?“ Der Genre-Fan hat hier nur wenig zu Lachen. Freude kommt höchstens bei Gastauftritten von Ted ’Joxer’ Raimi (dessen Bruder Sam und Bruce Campbell waren ’93 gerade zu sehr mit der ’Armee der Finsternis’ beschäftigt, um hier aufzutreten), Robert Forster (’Horror-Alligator’), Paul Gleason (’Breakfast Club’) und Doug Savant (’Ragman’) auf.
Außerdem gibt es ein paar nette Szenen zu begutachten, in denen der ’Maniac Cop’ der Ausübung seiner Tätigkeit als Serienkiller nachkommt. Neben seinen üblichen Messer- und Kanonen-Kills bedient sich Cordell hier auch beim Equipment des Krankenhauses, schmilzt mit der Röntgenmaschine, schockt mit dem Defi und benutzt ein Opfer auch schon mal als Tontaube.
Dank Robert Davis unleugbarer Austrahlung stinkt die dritte Inkarnation des ’Bösen Bullen’ nicht völlig ab. Viel Gutes oder gar Neues gibt es keineswegs zu melden. Ich hätte aber nichts dagegen, mich von einer gut gemachten Fortsetzung eines Besseren belehren zu lassen. ’Bride of Maniac Cop’, anyone?

Hudson