Magic Serpent



Originaltitel: Kairyu daikessen (1966) Regie: Tetsuya Yamauchi
Drehbuch: Masaru Igami & Mokuami Kawatake
Darsteller: Hiroki Matsukata, Tomoko Ogawa, Ryutaro Otomo FSK: unbekannt


Im alten Japan ist die Hölle los.

Oha, Ninjas.
Das ist ein Job für...
Die Familie des noblen Lord Ogata wird von dessen Gefolgsmann Orochi Maru verraten und ermordet. Nachdem Ogatas Inselfeste komplett von antiken Ninjas überrannt wurde, schickt der fiese Orochi seinen Drachen den fliehenden Dienern des Lords hinterher, die just versuchen dessen kleinen Sohn Ikazuchi auf das Festland zu schippern. Ein Prankenhieb des Wasserdrachens und der Junge schwappt allein auf großer Welle, wird jedoch in letzter Sekunde von einem fabelhaften Riesenvogel gerettet. Dieser lässt ihn direkt in den Schoß eines alten Ninja-Meisters plumpsen, welcher den kleinen Ikazuchi nun nach allen Regeln der Kampfkunst aufzieht. Als aus dem Jungen ein Mann geworden ist, sind die Ninjas und Orochi immer noch hinter seinem Skalp her. Schließlich ist er der einzig wahre Erbe von Lord Ogata und somit nach wie vor rechtskräftiger Thronfolger. Als Ikazuchi einen weiteren Angriff seitens der Assassine überlebt, begegnet er der jungen Sunate, die ihren lange verloren geglaubten Vater sucht: Ausgerechnet Orochi Maru!
Während sich der junge Thronerbe allmähich in das Mädchen verliebt, an weiteren Anschlägen vorbei balanciert und von allen möglichen Schergen im Lande verfolgt wird, bekommt sein Meister von einem alten Schüler Besuch: Ausgerechnet Orochi Maru! Das Schicksal nimmt seinen Lauf: Aus Pflicht wird Rache, aus Fiesling wird Drache und aus den Fingern der Macht sprüht Magie…

... den Toonrider!
Und das ist erst der Anfang! Denn bei ’Magic Serpent’ geht einiges und mit ’einiges’ meine ich vor allem das herrliche Finale, in dem sich drei Riesenmonster gegenseitig auf die Schuppen paddeln, bis die Deko wackelt.
Bis dahin bekommt der japanophile Abenteuer-Fan eine satte Dosis Kabale und Liebe, luftiges Schwertgefuchtel, Rache und Vergebung, unfähige Ninjas, schwankende Allianzen und jede Menge Magick Fu, die sogar abbe Köpfe wieder ranwachsen lässt.
Im Gegensatz zu ähnlichen, schwächeren Genre-Schaukeleien aus japanischem Hause, muss man sich bei ’Magic Serpent’ nicht bis zu den Monster-Highlights durchquälen, sondern bekommt eine recht spannende, zuweilen auch humorvolle und mit amüsanten Spezial-Effekten gespickte Geschichte präsentiert, die durchweg unterhält und keine offenen Enden lässt.
Wenn am Ende dann der Wasserdrache (featuring ’Godzillas’ War-Scream) mit einer gehörnten Riesenkröte balgt, die dann auch noch Unterstützung von einer Netz-spuckenden Riesenspinne erhält, gibt es Spaß an der Zerstörung, wie sonst nur bei ’Big G’. Die drei Fabelwesen machen mächtig einen auf dickes Knie, wemsen in ganz großem Stil die Kulissen einer antiken Modell-Stadt kurz und klein und unterhalten ihr Publikum bis zum Abpfiff.

Der Typ kann alles reiten!

’The Magic Serpent’: Große Abenteuer treffen auf große Monster und alle treffen ins Schwarze. Naiv inszeniert, charmant gespielt, nicht perfekt, nicht geleckt, aber zum Liebhaben.


Hudson