Mafia contra Ninja


‘Der Todesschatten der Ninja wird dich bis in deine Alpträume verfolgen!’


Originaltitel: Mafia vs. Ninja (1984) Regie: Robert Tai Drehbuch: Evia Tao
Darsteller: Alexander Lou, Charlema Hsu, Tong Lung FSK: 18


Jaja, so sind sie die Ninja-Filme:
Gleich zu Beginn hauen sich zwei Grütznasen auf’s Fressbrett und sind in Szene zwei schon die besten Kumpis.
Shanghai:

Auf die Mütze!
Die Mafia herrscht mit eiserner Faust. Kurze Anmerkung: Die Mafia, das ist hier nicht etwa die Cosa Nostra, sizilianischer Abstammung, sondern ganz gewöhnliche, chinesische Kriminelle. Als die beiden Klöppel von Szene eins durch Zufall das Leben des örtlichen Paten retten, bietet der ihnen natürlich eine lukrative Stelle in seinem Kader an. Do, der stärkere von beiden, lehnt jedoch dankend ab, da er lieber mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen will.
Als ein Unterboss der Organistation sich dann aber mit einem japanischen Oberfiesling verbündet, um den Boss zu killen, überlegt Do es sich anders. Denn der recht sympathische Boss hat Coppolas ’Paten’ einmal zu oft gesehen und hält sich nun für Don Corleone, der mit Drogen nix zu tun haben will. Eine ehrbare Einstellung, wie Do findet, der sich zu allem Übel auch noch in die Schwester des bösen Ninja-Bosses verliebt hat.
Doch halt, nicht nur Ninjas (mit schwarz-gefärbten ’Kopfsäcken’, die sich durch rausgefranste Augenlöcher als Ninja-Masken identifizieren lassen… sollen) sind hinter dem Syndikat her! Nein, die schurkischen Japaner haben auch eine handvoll Bösewichter aus aller Welt zusammengetrommelt, die Do und Konsorten die Qualle aus dem Drömel ditschen sollen: Ein Kamikaze-Honk im Nachtgewand, ein dicker Samoaner im Hawaii-Hemd, ein schwarzer Pimp mit Porno-Brille (’Mr. Leopard’) und ein italinisches Narbengesicht in Kellner-Uniform. Bleibt nur eine Frage:
Wo bleibt der Deutsche in SS-Uniform, mit Monokel und Knute?

Du kriegst die Tür nicht zu…

Nach ’Mutan Bestien gegen Roboter’, ’Stolz und Vorurteil’, und ’Godzilla vs Megalon’ kommt jetzt ’Mafia contra Ninja’. Nutzen wir die Gelegenheit und spielen das gute, alte ’Dinge die ich von diesem Film gelernt habe’-Spiel:

Sie sind Holzfäller, und ihnen geht's gut...

1. Auftragskiller beweisen ihre Skills immer vor dem Essen
2. Eine gute Art, seine Kill-Skills zu beweisen, ist die hohe Kunst des 'Obstmesser-auf-fliegende Äpfel-werfens'.
3. Auftragskiller reisen am liebsten in Schlafanzügen zu Geschäftstreffen.
4. Wenn du auf der Straße einem muskulösen Kämpfer begegnest, hau ihn um! Er könnte deine Schwester vergewaltigt haben.
5. Der beste Bösewicht ist immer noch der, der nach Ankündigungen lauthals lacht.
6. Der beste Held stellt sich nach einer emotionalen Szene in Pose, spannt die Muskeln und schreit etwas möglichst Sinnloses direkt in die Kamera.
7. Der allerbeste Bösewicht antwortet auf jeden (ebenso bösen) Vorschlag eines Untergebenen mit den Worten: “Das war von Anfang an mein Plan!“
8. Fliegende Wurfsterne klingen wie feuchte Dauerfeuer-Flatulenz.
9. In einem Luxusclub in Shanghai haben Chinesen nichts zu suchen.
10. Weiße Nerds und dessen hemdsärmlige Redelsführer sind allerdings nur in solchen Clubs zu zu finden!
11. Treffen die Gruppen aus 9. (ergänzt durch ’Kung-Fu’) und 10. (ergänzt durch ’Aggro’) aufeinander, gibt’s Dresche bis der Kellner kollert.
12. Das sogenannte ’Hitler-Bärtchen’ ist eine sehr beliebte Mode-Erscheinung bei asiatischen Kampfrecken.
13. Die einzige Möglichkeit, einen afro-amerikanischen Auftrags-Killer mit schwerem Texas-Akzent zu töten, ist ihm am Bart zu ziehen.
14. Ninjas können sich nicht nur unsichtbar machen, sondern sich auch in Grasbüschel verwandeln und wieselflink über den Rasen huschen.
15. Der beste Weg, solche Heu-Ninjas zu erledigen, ist ein Bäumchen aus der Erde zu reißen und drauflos zu peitschen.
16. Die dramatischste Art einen Ninja-Film zu beenden, ist immer noch das Einspielen der ’Kampfstern Galaktika’-Titelmusik…

Dass sich diese Liste jetzt noch um einige Punkte erweitern ließe, zweifelt sicher niemand an. Fest steht, es gibt mehr als 16. Szenen, in der das Gelächter aus allen Poren strömt. Haupstdarsteller Alexander Lou (’Ninja: The Battalion’) versucht sich in der Gestik und Mimik von Bruce Lee, landet aber rein qualitativ bei dessen Dünnbrett-Kopie Bruce Le. Schwamm drüber, bekommen wir doch sehr, sehr heiße und vor allem spektakuläre Kämpfe nach ’Kung Fu’ und ’Ninja’-Art, eine Schmierblatt-Synchro und Musik, die in ihren besten Szenen an eine Waschmaschine voller Küchengeschirr erinnert.

Mechanik contra Napfsülzen

Fazit: Leute, ein Ninja-Film! Die haben immer was zu bieten. Dieser hier hat einen so enorm hohen Schauwert, dass man wirklich alle Augen-Schlitze zudrücken kann und ihn den Ninja/Trash/Comedy-Action-Fans auf jeden Fall empfehlen muss.

Hudson