Mad Warrior

aka

Clash of the Warlords



Originaltitel: Clash of the Warlords (1985)
Regie: Willie Milan Drehbuch: Nix Da
Darsteller: Anthony Alonzo, Jennifer Kirkham, Willy Williams FSK: 18


Okay, Freunde. Es ist wieder mal soweit. Endzeit Voice Over Zitat ab:

“Der 3. Weltkrieg ist vorrüber. Nur wenige haben die atomare Katastrophe überlebt. Dazu gehören auch die Bewohner der kleinen Insel im Südpazifik. Dennoch herrscht kein Friede zwischen den Überlebenden. Die Insel ist in zwei Herrschaftsbereiche gespalten. Der eine ist die friedliebende Kolonie Ophelos. Der andere wird von dem machtgierigen, hinterhältigen Tyrannen Malzom regiert. Der wahnsinnige Malzom unterdrückt sein Volk und lässt kampffähige Männer Gladiatorenkämpfe wie im alten Rom aufführen. Doch der Gewaltherrscher gibt sich mit Schaukämpfen nicht zufrieden. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen seinen Soldaten und denen der Kolonie Ophelos.“

Na das klingt doch sowohl einleuchtend, als auch vielversprechend. Da könnte ich mir eigentlich die Inhaltsangabe sparen, wenn nicht tatsächlich noch mehr Humbug auf den Zuschauer warten würde:

Nach WK 3 heisst Twix wieder
Raider und Axe wieder Axt
Rex, ein Gefanger Malzoms, muss in dessen ’Gladiatorenarena’ (ein von Holzpfählen umstellter Sandkasten) einen bösen Onkel nach dem anderen umnieten, obwohl er eigentlich nur mit seinem Sohnemann in Frieden leben will. Als es den beiden gelingt, aus dem Schuchen-Lager zu fliehen, sind Malzoms Schurken ihnen bald auf den Fersen. Und da das Kind eines Helden in einem philippinischen Endzeit-Fetzer eher störendes Beiwerk ist, war’s das dann auch schon mit Rex Jr. (Hier ruhig mal eine Schweigeminute für all die minderjährigen Protagonisten einlegen, die für den dramatischen Effekt das Zeitliche segnen mussten!)
Verbittert, erzürnt und angesäuert zugleich begibt sich der Flüchtling in das Lager der laut Prolog friedfertigen Kolonie Ophelos. Dort turnt allerdings eine recht stattliche Armee auf dem Trainingsplatz herum, während die klugen Köpfe des Lagers sich mit der Heilung radioaktiver Verseuchung beschäftigen (Hey, bei Spock hat’s auch geklappt!). Nach freundschaftlichem Händeschütteln und sozialistischen Diskussionen zieht es Rex jedoch zurück hinter die feindlichen Linien, wo Malzom mit seiner Armee und diversen Massenvernichtungs-Scherzartikeln schon die Eroberung der Insel plant…

“Kannst du dich noch an Sherlock erinnern?“
“Meint ihr Sherlock den Schächter?“
“Ja.“

Die zwei lustigen drei

Philippinischer Endzeitkrawall die x-te.
Also schön, bei den ewig gleichen schnauzbärtigen Darstellern in Ledermontur, die sich gegenseitig den Belag von den Zähnen hauen, aus allen Ofenrohren feuern und in pappigen Kriegsmaschinen über die Dünen brausen, könnte man meinen: Kennste einen, kennste alle.
Dennoch zieht es Freunde süd-asiatischen Genre-Trashs immer wieder zu Filmen wie ’Mad Warrior’, die für den handelsüblichen Action-Afficionado lediglich holprig inszenierte Haudrauf-Action bieten. Grund dafür sind besonders absurde Einfälle, die sich wie eine neonblinkende Highlightspur durch das Geschehen ziehen und durchaus zum Konsum des Streifens anstiften könnten. Hier mal ein paar Beispiele:

"Du Chef, ich müsste mal austreten."
"Du wartest, bis ich fertig bin!"

Malzom liegt bei Nacht am Strand und schnackselt mit einem Weibsbild seiner Wahl, während seine Männer in Reih und Glied Wache stehen und ins Meer starren (die Typen stehen überhaupt den ganzen Film über irgendwo Spalier und/oder schreien “Töte! Töte! Töte!“)

Mechagodzilla lässt grüßen

Malzom macht bei einem Gladiatorenkampf den Cäsar und gibt Thumbs down, was den erzürnten Sieger animiert, eine Axt nach ihm zu werfen, welche Malle wiederum mit Raketen aus seinem Powerhandschuh abschiesst.

P.A. Toxie Duder

Malzom wird eines Nachts zum Berserker und wütet inmitten seiner Mannen:
“Es wird gleich Vollmond. Nimm mir die Maske ab! Mach schon […] Ich kann es nicht mehr aushalten. Ich brauche frisches Blut!“ (man stelle sich hierzu die ’Homer Simpson’-Synchro vor.)

Und dann ist da noch… aber seht selbst:

Impressive, most impressive!

Pro: Lightsaber-Duelle, motorisierte Streitwagen, pummelige Arenenkämpfe, Schnurrbärte.
Contra: Minderwertige Kamera-Arbeit (Alkoholiker gehören nicht hinter die Linse!), mieser Schnitt (Fleischer gehören an die Schweinetheke!) und unpassende Mucke (Disco gehört in Retro-Tanzschuppen oder auf’s Lido-Deck vom ’Love Boat’).
Fazit: Machbarer Trash, der objektiv nicht zu bewerten ist.


Hudson