Madra, das achtköpfige Drachenmonster



Originaltitel: Yamato Takeru (1994)
Regie: Takao Okawara Drehbuch: Wataru Mimura
Darsteller: Masashi Ishibashi, Masahiro Takashima, Yasuko Sawaguchi FSK: 12


Wenn man einen Film ’Madra, das achtköpfige Drachenmonster’ nennt und das Vieh vorne auf’s Cover pappt, erwartet der Zuschauer nicht unbedingt, was ihm ’Yamato Takeru’ (Originaltitel) letztlich kredenzt.

’Wasserspinne Wunderspinne’
The Return
Schuld ist mal wieder der deutsche Verleih, der wohl der Ansicht war, den Film als Kaiju-Movie zu vermarkten, die sich auch in den Neunzigern noch großer Beliebtheit erfreuten. Tatsächlich handelt es sich bei ’Madra’ um ein episches Fantasy-Märchen, das zwar ein Riesenmonster, darüber hinaus aber jede Menge Abenteuer, Drama und Fantasy-Mumpitz bietet.
Die Story dreht sich um die Zwillingssöhne des Königs, derenGeburt als böses Omen gedeutet wird. Als Yamato, der zum Krieger ausgebildet wird und obendrein ein magisches Amulett besitzt, in einem Akt der Rage seinen Bruder tötet, wird er von seinem Vater aus dem Königreich verbannt. Er soll erst heimkehren dürfen, wenn er seine Kräfte gebändigt hat. Takeru nutzt die Auszeit um seine Schwertkunst an einem Feuerdämon zu beweisen und schließt Freundschaft mit der jungen Priesterin Oto. Zurück zu Hause bekommt der junge Prinz den Auftrag, den grausamen Gott Tsukuyomi von seiner Rückkehr zur Erde abzuhalten. In der Gestalt von Madra (na endlich), dem achtköpfigen Drachenmonster, will der die Erde unterjochen…

Oktoköpfchen
Wagemutige Helden, finstere Verräter, stolze Könige, schöne Prinzessinnen, weise Krieger, riesige Monster aller Art, fliegende Zauberschwerter, Fackeln im Sturm, magisches Laserfeuer, blau glühende Himmelskörper, hitzige Gefechte, wahre Liebe, einstürzende Todesfesten - auf dem Papier hat ’Yamato Takeru’ alles, was ein zünftiges Fantasy-Spektakel braucht und sicherlich wird es Fans dieses Sub-Genres auch einige Freude bereiten. Leider fehlt dem Film das gewisse Etwas, nennen wir es Charme oder einfach Begeisterung an der Sache. Die Darsteller kommen viel zu verbissen rüber. Gerade eben noch einen grunzenden Feuerdämon geplättet oder in Form eines Riesenroboters gegen das Titelmonster gekämpft und im nächsten Augenblick schon wieder grimmig dreinschauen, das passt irgendwie nicht. Da hatten die Japaner in früheren Tagen schon lockerere Einstellungen vertreten.
In Sachen Monster-Design kann man den Filmschaffenden aus Nippon bekanntlich keinen Vorwurf machen. Auch hier sind die Kreaturen ansprechend designt, die Ausstattung ist prächtig und die visuellen Effekte gelungen. Vor allem beim Finale, als die Helden auf einem riesigen Zaubervogel gegen Madra antreten, hauen die Trick-Techniker so richtig schön auf die Kacke und das Herz von Monsterfans und Videospielern schlägt einen Salto nach dem anderen. Madra selbst muss wohl ein Art Opa von Kaiju-Legende King Gidorah sein, sieht ihm jedenfalls zum Verwechseln ähnlich, hat aber fünf Köppe mehr.

Möge die Macht von Grayskull mit dir sein!

Fazit: Trotz spektakulärer Aufmachung ließ mich ’Madra’ auf Grund der etwas unangebrachten Ernsthaftigkeit und einiger Längen in der ersten Hälfte eher kalt. Das sollte aber nicht euer Problem sein. Wenn ihr Fans von asiatischen Fantasy-Filmen seid, stehen die Chancen nicht schlecht, dass euch der Streifen gefallen wird.


Hudson