Mad Mission 4


‘You never die twice’


Originaltitel: Zuijia paidang zhi qianli jiu chaipo (1986)
Regie: Ringo Lam Drehbuch: Karl Maka
Darsteller: Samuel Hui, Karl Maka, Sylvia Chang FSK: 16


Mad Scientist Mission

Als der verrückte neuseeländische Professor Bright ein Verfahren entwickelt, in dem man Menschen mittels Einwirkung von Strahlung durch ein Kristall-Prisma in Supermänner verwandeln kann, ist ausgerechnet Gauner Sam zur Stelle, um sich als erster Freiwilliger zu melden. Doch auch Parteien mit ungleich finsteren Absichten sind an der Methode interessiert. Wer wohl: Deutsche Extremisten, die es auf die Perfektionierung der Herrenrasse abgesehen haben. Auf brutalste Art und Weise stürmen die Schurken das Laboratorium und ballern alles über den Haufen. Nur Sam und der Tochter des Professors gelingt die Flucht. Was macht der windige Juwelendieb, wenn er mal wieder ganz tief in der Patsche steckt? Er wendet sich an seinen frisurentechnisch unbedarften Kumpel Kodijak, der gerade am anderen Ende der Welt eine ganze Eishockeymannschaft verwamst. Kaum hat Sam die alte Knallglatze über den aktuellen Stand der Dinge informiert, stehen auch schon die Bösewichter vor Kodijaks Tür und entführen dessen Frau und den kleinen Dackelmann. Jetzt wird’s persönlich und die beiden Freunde ziehen ein letztes Mal ins Feld (nein, ich zähle Teil 5 nicht mit)…

One Trick Pony

“Los, Glatze. In den Wagen!“
“Was, Glatze? Das ist mein hoher Kiefer!“

Nach Eric Tsang (Teil 1 & 2) und Tsui Hark (Teil 3) übernahm Ringo Lam die Regie im vierten Teil der ’Mad Mission’-Reihe und behielt zwar das Erfolgsrezept um Action und Humor bei, scheute allerdings auch nicht davor zurück, ein paar Veränderungen zu wagen.
Die ’James Bond’-Anleihen von Teil 3 werden gleich zu Beginn wieder aufgegriffen, als Sam durch allerlei exotische Locations rauscht und später im Verlauf der Handlung einem Komplott auf die Schliche kommt, in dem ausgerechnet Ronald Lacey (der fiese Supernazi aus ’Jäger des verlorenen Schatzes’) als deutscher Irrer (also quasi die gleiche Rolle, nur ins moderne 1986 versetzt) die Erschaffung einer Superrasse anstrebt, in seinem Geheimversteck aber nur Henchmen in lila Jogginganzügen und Bauarbeiterhelmen herumkommandiert.

Back in Action: Dackelmann Sr. & Jr.

So weit, so albern. Eben typisch ’Mad Mission’. Allerdings gibt es bei Lams Version auch einige Szenen, die brutale Gewalt, wie das hinterhältige Erschießen diverser Zivilisten beinhalten, welche so gar nicht in den fröhlichen Ton der vorherigen Teile passen will.
Einige heftige Stunts, vergleichsweise brutale Kloppereien und das eher Besorgnis erregende Finale mit dem brennenden Kodijak tun ihr übriges und hinterlassen, trotz gewohnt alberner Klamauk-Synchro aus den Hälsen von Thomas Danneberg und Arne Elsholz, zuweilen einen leicht bitteren Beigeschmack.
Das ist letztlich aber zu verschmerzen, wenn die Action und das absurde Familien-Idyll der Kodijaks auf Hochtouren läuft. Vor allem die Szenen mit Kodis keifender Ollen und seinem putzigen Sohn (dem kleinen Dackelmann, von dem sich die Glatze auch mal mit den Worten “Und lutsch' nicht wieder die Toilettensteine!“ verabschiedet) sind einfach nur zum Schießen.

“Das endet doch nur wieder in Chaos und Akupunktur… äh Pokalypse!“

Jaha und er hier macht den Atompilzspender!

’Mad Mission 4’ ist mit 80 Minuten verhältnismäßig kurz und nicht mehr ganz so fröhlich wie die Vorgänger, aber immer noch volle Pulle Stunt/Martial Arts/Krawall auf hohem Tempo. Wer mit Karl Makas, Sam Huis und Sylvia Changs verrückten Action-Sausereien nichts anfangen kann, der sollte sich mal auf Murmelitis untersuchen lassen.


Hudson