Mad Mission 3


‘Unser Mann von Bond Street’


Originaltitel: Zuijia paidang zhi nuhuang miling (1984)
Regie: Hark Tsui Drehbuch: Bak-Ming Wong
Darsteller: Samuel Hui, Karl Maka, Sylvia Chang FSK: 16


Wie immer alles im Blick: Sam the Man

Juwelendieb Sam ist wieder da und gerät nach einer Wahnsinns-Prologmission in Paris an einen neuen Auftraggeber, der sich als berühmter Doppel 0 Agent vorstellt und behauptet, er würde für Queen Elizabeth arbeiten.

“Elizabeth II hat sie auserwählt.“
“Elizabeth? Die aus der Tangobar?“

Nein, Elizabeth aus England. Und zum Beweis steigt besagte Royal Lady auch direkt aus dem Gemälde, das im Briefing-Room inmitten des riesigen U-Bootes in Haiform an der Wand hängt. Die Kronjuwelen der Dame wurden angeblich geklaut und Sam soll die Brillis nun auf seine einmalige Art und Weise zurückerobern. Sam weiß aber nicht, dass diese Tour eine gewaltige Finte eines gewieften Schurken-Trios ist, die Sams Fähigkeiten ausnutzen und ihn danach eiskalt ins Messer laufen lassen wollen. Während der spinnerte Klunkerklau seine waghalsige Show abzieht, setzt die Gegenseite Sams alten Kumpi Kodijak auf den vermeintlichen/ahnungslosen Dieb an, was zu allerlei Irrungen und Wirrungen und schließlich zu granatenstarker Buddy-Action führt…

"Our man from Bond Street"... get it?

“Zur Vermeidung eines Schwellkörpers auf der Fontanelle sprich die Wahrheit!“

Nach Eric Tsang übernahm Tsui Hark (auch vor der Kamera bekannt als ’Bibu-Man’ in Teil 2) die Regie und drehte, so verrückt es auch klingen mag, den Action-, Hampelei- und Wirrsinns-Regler noch eine ganze Stufe nach oben.
Sam macht einen Wahnsinns-Sprung vom Eiffelturm, ein Typ, der aussieht, wie die ’Hurra Deutschland’-Version von Sean Connery heckt fiese Machenschaften aus, ein U-Bot mit Hai-Bug taucht zum ’Jaws’-Theme durchs Meer, Richard Kiel gibt den Beißer und Peter Graves schaut bei der Mission kurz im Rikscha vorbei. Und natürlich ist die Sause in der deutschen Fassung wieder mit einer absoluten Hammer-Synchro (“Du bist ein echter Steinpilz, äh Glückspilz!“) versehen worden.

Captain Oveur in Pension auf
dem roten Höflichkeitsrikscha.
Der Film ist thematisch komplett auf 007-Verarsche getrimmt, was die ’Mad Mission’-Reihe etwas abseits des üblichen Heist-Settings schleust, jedoch perfekt zu Karl Makas und Sam Huis unsterblichen Figuren und ihrer irren Art und Weise passt.
Die Ausstattung ist recht großzügig. Hier wurden einige heiße Over the Top-Sets zusammengezimmert, die man normalerweise in Science Fiction-Filmen oder bei Obi finden würde und die dank überdrehter Stunt-Action virtuos zum Einsatz gebracht werden. Wenn die Jungs mit Jetpacks über farbenfrohe Spielzeug-Kulissen düsen, sich mit astreinen Endzeit-Raiders eine wilde Verfolgungsjagd liefern und beim Finale Kodis kleiner Dackelmann dem Bösewicht in die Kuckerchen piekt, bleibt kein Auge trocken.

“Geh jetzt hin und sag was französisches zu ihr!“
“Außer Portemonnaie kann ich nichts!“
“Dann sagst du eben Portemonnaie zu ihr!“
“Chapoclac kann ich auch noch!“
“Sag Chapoclac!“
“Soll ich mir noch mal die Glatze ölen?“
“Ja!“

Panorama des Irrsinns

Es ist immer wieder eine Freude, die ’Mad Mission’-Flicks in den Player zu schieben und zu draller Action, hirnrissigen Sprüchen und wahnwitzigen Ideen das Spaß-Kino Hong Kongs abzufeiern. Ich liebe es und pfeife immer noch die Titelmusik mit.


Hudson