Mad Mission


‘Knochenbrecher und Kanonen’


Originaltitel: Zuijia Paidang (1982)
Regie: Eric Tsang Drehbuch: Bak-Ming Wong
Darsteller: Sam Hui, Karl Maka, Sylvia Chang FSK: 16


Blast from the past, baby!
Die Filme der ‘Mad Mission’ Reihe gehören zu den schrägsten und unterhaltsamsten Hong Kong Actionern der 80er, jenseits von Woo und Konsorten. Und so fing alles an:

“Ich sagte doch, dass ich dir ein Boot machen werde
in dem du dich anlehnen kannst!“

Ein Dieb macht in den Polizeihäusern Hong Kongs und den Residenzen der italienischen Mafia Schlagzeilen. Der flinke Sam klaut die Juwelen des Mobs und hinterlässt eine verwirrende Spur in Form eines weißen Handschuhs, welche auf die Fährte eines berühmten europäischen Meisterdiebes führen soll.
Während dieser in Italien dem dicken Paten der Cosa Nostra (komplett in ’Don Corleone’-Gedächtnis-Aufmachung) versichert, er sei unschuldig und sich selbst auf den Weg nach Hong Kong macht, um den wahren Dieb zu fangen, suchen die Behörden internationale Unterstützung. Nachdem sie erfahren haben, dass ’Inspektor Clouseau’ bereits tot ist, bestellen sie den hibbeligen New Yorker Cop Kodijak herbei, der sich gemeinsam mit der Polizistin Nancy auf die Suche nach dem Dieb macht.
Als dessen Partner von einer Gang umbebracht wird, bevor er Sam das Versteck der Juwelen verraten kann, wird es eng für ihn (nunja, immerhin weist er ihn darauf hin, dass er Hinweise auf die ’Kaffeebohnen’ zweier junger Damen tätowiert hat). Sam bleibt keine andere Wahl, als sich mit Chaos-Cop Kodijak zusammenzutun und mit ihm wider den tierischen Ernst gemeinsam zu klamauken…

Das wird nie alt!

Erstaunlich, wie gut sich einige Filme über die Jahre halten.
’Mad Mission’ ist mittlerweile 24 Jahre alt und wirkt immer noch frisch und unverbraucht, obwohl der Film, der damals ein Riesenhit war, etliche Ableger inspirierte, die sein Andenken hätten verwässern können (ihm jedoch nie das Wasser reichen konnten).
Das geht schon bei dem phänomenal furiosen Auftakt los. Humorige Drahtseil-Spannung bis zum Abwinken. Die Action ist völlig überzogen, die Schauspieler, allen voran Karl Maka und Sam Hui (der auch für die fröhliche Musik mitverantwortlich war) agieren als überkandidelte, fuchtelnde, grimassierende und Sprüche klopfende Comic-Gestalten. Freilich ist das nicht jedermanns Sache, aber ’Jedermann’ bleibt heute einfach mal draußen, der hätte den Klick bei ’Mad Mission’ eh nie gemacht.
Liebhaber alberner Eindeutschungen müssten den Film ohnehin lieben. Als großer Fan von Thomas Danneberg (Stamm-Sprecher von Schwarzenegger, Stallone, Travolta etc.) und Arne Elsholz (Bill Murray, Tom Hanks etc.), welche die beiden Hauptfiguren vertonen, war der Film zumindest für mich schon alleine wegen der Synchro, die stark an die besten Zeiten eines Rainer Brandt erinnert, sein Geld wert.

“Ich hasse Tauben“
“Warum fütterst du sie dann?“
“Weil ich das verdammte Zeug nicht selber essen kann.“

Die beiden hängen aneinander.

Fazit: Action und Slapstick mit dem besten aus Caper-Flick und Buddy-Movie zusammengerührt, eine Prise ’James Bond’ hinterher geschmissen und die herrlich schräge, deutsche Synchro raufgeschraubt… fertich, passt!

Hudson