Mad Mex - The Blackfighter


‘Er hat die Hölle von Vietnam überlebt -
und kehrt als Sieger heim.’


Originaltitel: Fuerza mortal (1980) Regie: Max H. Boulois
Darsteller: Max H. Boulois, Tom Hernández, William Anthon FSK: ungeprüft


“Ja, hallo.”
“Joseph Johnson?”
“Kommt drauf an.”
“Wollen sie eine Million Dollar verdienen?“
“Was muss ich dafür tun? ’n Mordanschlag am Präsidenten oder ’ne Bombe legen im Kongress?“
“Nein, sie dürfen sich bloß nicht umbringen lassen.“
“Wer sind sie? Ein Versicherungsonkel?“

Nur, falls ihr wissen wollt, von wem sich Ice Cube die Posen geklaut hat.

Joe müsste sich mit solchen Telefonanrufen nicht herumärgern, würde er nicht mächtig in der Tinte sitzen. Er könnte einfach “Fuck off!“ sagen, auflegen und weiter chillen. Doch Joe, der vor Jahren in Vietnam (VIETNAM!) kämpfte und nach der Heimkehr eine Schule für Kampfsport in New York City eröffnete, steht bei seiner Bank tief in der Kreide.
Dummerweise hatte er die Idee, sich das fehlende Geld bei der Mafia (MAFIA!) zu leihen. Die Jungs fackeln nicht lange, als Joe in Verzug kommt. Bei Überschreitung der nächsten Frist droht das Schuhwerk aus Beton… nach der dazugehörigen Kastration. Da kommt Joe der Anrufer, der ihm eine Million Dollar anbietet natürlich reichlich gelegen. Der Haken an der Sache ist allerdings so groß, dass er selbst für Moby Dick schwer zu schlucken wäre. Joe soll sich als menschliche Beute für eine Handvoll skrupelloser Großwildjäger zur Verfügung stellen. Verzweifelt willigt Joe ein und kann nur hoffen, dass seine Erfahrung im Feld seinen Arsch retten kann…

“Er gerät in Panik und seine gepflegte Amerikanische Erziehung macht aus ihm ein wildes Tier.“

Panik? Kenn ich nich.

Im Grunde genommen ist die Idee von ’Big Game’ (Originaltitel) nicht schlecht und passt thematisch prima ins Oeuvre der Blaxploitation. Da ist der schwarze Kriegsheld, gespielt von Max H. Boulois, dem Autor und Regisseur dieses Streifens (der laut deutschem Videocover ein Welterfolg im Kino war), welcher vom weißen Mann ausgebeutet, betrogen und schließlich sogar als wildes Tier missbraucht wird. Würde der Film sich etwas flotter an diese Outline halten und nicht bei endlosen Füllszenen voll von sinnlosem Rumgelatsche und müßigem Rumgelaber (Porno-Synchro-Alarm! “Zeig mir den Weg hier raus!“ “Nee, nee, nee, nee, du. Nee, nee!“) aufhalten, wäre vielleicht auch etwas Spannendes bei rumgekommen.
Ein Budget stand hier offensichtlich nicht zur Verfügung. Zu unspektakulär ist die Action (wenn man das Wort im losesten Sinne denn gebrauchen darf), zu lächerlich die Effekte (bei einer “Explosion“ am Bahnhof-Schließfach wackelt die Kamera und der Bildschirm wird rot ausgeleuchtet).
Die inhaltliche Kehrtwende macht der Film dann mittendrin, als es zum abrupten Szenenwechsel vom Florida Survival-Wald zu den Straßenschluchten New Yorks und folgendem Dialog kommt:
“Und dann bin ich zwei Tage in der Landschaft rumgefahren, bis ich zufällig auf den Highway 14 gestoßen bin. Die verdammten Schweine haben mich nur nach Florida gebracht. Stell dir das vor! Ich war die ganze Zeit in den Staaten.“
Öh, ja. Von da an schlendert Joe durch New York City und stolpert in eine krude Verschwörung, der weder er, noch der Zuschauer richtig folgen will.

“Jetzt mach dein Testament, du Stinktier! Schwirr ab und alles Gute!“

Street Life war gestern. Heute is Wild Life.

Fazit: Survival-Verschwörungs-Blaxploiter-Trash mit irrer ’Street Trash’-Gedächtnis-Synchro, einem fast charismatischen, wenn auch unfähigen Hauptdarsteller und dauerscheppernden Tunes aus der Disco-Ecke. Zu weit weg von guter Exlpoiter-Unterhaltung und auch nicht nahe genug am Supertrash.



PS: Sachma, spinn ich oder haben die für das deutsche Video einfach John Rambos Pose vom ’First Blood’-Cover kopiert und rotzfrech Max H. Boulois' Antlitz über Stallones Rübe gepappt?


Hudson