Gefährliche Liebschaften


"Lust. Seduction. Revenge. The Game As You've Never Seen It Played Before."


Originaltitel: Dangerous Liaisons (1988) Regie: Stephen Frears
Drehhbuch: Christopher Hampton, Choderlos de Laclos
Darsteller: Glenn Close, John Malkovich, Michelle Pfeiffer FSK: 16


Wenn ihr dachtet, ihr wäret durchtrieben und gerissen, weil ihr mal im Tagebuch eurer Schwester geschnüffelt habt, ohne sie vorher zu fragen, dann haltet euch mal gut fest, denn von der Marquise de Merteuil und dem Vicomte de Valmont könnte sogar Alexis aus dem Denver Clan noch was lernen.

"Na Süße, woll'n wa 'n bisschen!?"
Gehen wir zurück in die Zeit, als die Taillen noch eng und die Brüste hoch geschnürt waren, die Zeit der arrangierten Hochzeiten und der Picknicks im Grünen.
Die von der Gesellschaft gelangweilte Marquise de Merteuil (Glenn Close) hat es sich zum Hobby gemacht, die Menschen in ihrer Umgebung nach Belieben zu manipulieren und sich jeden Mann zum Liebhaber zu machen, der ihr über den Weg läuft. In Vicomte de Valmont (John Malkovich) findet sie einen ebenbürtigen Partner und Mitspieler.
Ihr nächstes Projekt ist ein kleiner gemeiner Rachefeldzug gegen ihren Exmann, der sie wegen einer Mätresse sizen ließ. Er möchte die gerade aus der Klosterschule heimgekehrte Cecile (Uma Thurman) heiraten und legt großen Wert darauf, dass seine Zukünftige noch unverdorben ist.
Hier kommt Valmont ins Spiel. Er soll sich der jungen Dame annehmen und als Belohnung winkt ihm eine Nacht mit der Marquise de Merteuil, der einzigen Frau, die er bis dahin noch nicht im Bett hatte.
Weil er diese Aufgabe aber zu einfach findet, erhöht er kurzerhand den Wetteinsatz. Sein Interesse gilt der für ihre Gottesfurcht und Treue bekannten, verheirateten Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer), die zur Zeit bei seiner Tante zu Besuch ist. Ein schriftlicher Beweis für eine Liebschaft zwischen ihnen aus ihrer Hand soll seinen Teil der Abmachung erfüllen.

Die Nächste, bitte...
Na, das ist doch schonmal eine schöne Ausgangssituation. Von nun an wird fröhlich intrigiert, erpresst, bestochen und manipuliert.
Cecile lernt beim Vicomte alles, was es in Sachen Sex und Erotik zu wissen gibt und dass der schüchterne Chevalier Danceny (keanu Reeves) ihr mit Haut und Haaren verfällt, fügt sich wunderbar in den Plan der Marquise.
Im Gegensatz dazu verläuft die Angelegenheit mit Madame de Trouvel in eine ganz andere Richtung als geplant, denn es geschieht, was niemand für möglich gehalten hätte; Valmont verliebt sich ernsthaft in die tugendhafte Dame. Das führt sogar soweit, dass er den Preis für seine gewonnene Wette nicht einlösen will.
Erfüllt von Hass, Eifersucht und Entäuschung sinnt die Marquise auf Rache. Und während sie sonst immer alles bis auf’s kleinste Detail geplant und berücksichtigt hat, ist ihr diesmal etwas entgangen. Vicomt de Valmont hat noch einen Trumpf im Ärmel. Diesen spielt er mit seinem letzten Atemzug aus und vernichtet damit das ganze schillernde Bild, welches sie so sorgfältig von sich aufgebaut hatte.
Ja genau, so muss es sein! Die Fiesen bekommen, was sie verdienen. Dass auch die Guten von kleineren und größeren Unglücken (von Fehlgeburt bis Tod) nicht verschont bleiben, unterstreicht die Bosheit der Bösen nur noch.

Erst 'L'amour', dann 'En garde'!

Glenn Close und John Malkovich geben ein herrlich selbstverliebtes, skrupelloses und hinterhältiges Paar ab und ich als Zuschauer konnte mich beim besten Willen nicht dem Eindruck entziehen, dass die beiden mit jeder neuen Gemeinheit noch ein Stückchen hässlicher wurden. Michelle Pfeiffer leidet ganz wunderbar unter ihren schrecklichen Seelenqualen und Uma Thurman und Keanu Reeves (beide noch ganz jung und ganz frisch) sind einfach nur richtig schön naiv und niedlich.
Aber nicht nur die Darsteller, auch der Plot ist einfach toll. Von diesem Gerüst aus Intrigen und Verschwörungen, könnten locker 3 Seifenopern leben.
Die Dialoge sind voller Ironie und Sarkasmus, witzig und gemein. Es ist, als hätte die Frau vom Teufel versucht, einen Jane Austen Roman zu schreiben.
Das 1999 erschienene Remake „Eiskalte Engel“ ist auch ganz nett, reicht aber lange nicht an „Gefährliche Liebschaften“ heran. (schon alleine, weil die Kostüme fehlen)

Leone