Die Top Ten Buddy Highlights


„Alles, was die beiden laut ihrer Akte dazu beitragen sind Körperverletzung und Chaos.“
„Nein, ich bin Chaos. Er ist Körperverletzung. Wir treten zusammen auf. Sind wir ’ne Pflichtlektüre oder sowas?“

Lektüre hin oder her, Pflicht sind die Sergeants (später auch mal Officers und sogar Captains) Riggs und Murtaugh für jeden halbwegs glaubhaften Actionfan mit Hang zum breiten Grinsen auf jeden Fall.
Die ’Lethal Weapon’-Reihe umspannt gerade mal 11 Jahre (1987-1998), doch genau dieser Zeitraum war für viele Filmliebhaber, Genre-Fans und Fernseheulen meiner Generation prägend. Als Ossi-Bub fand man sich Ende der Achtziger Jahre gerade erst in die neu entdeckte Materie ein. Damals schien der Markt noch überschaubarer zu sein. Möglicherweie eine Illusion, aber wir hatten nur eine handvoll hochklassiger Reihen, die wir immer und immer wieder in den Viderekordern unserer Eltern herunterleierten (Vatta hatte den ersten seinerzeit noch für 8000 Ostmark erworben, was man eigentlich keinem erzählen darf. Aber das Ding hielt auch bis 2002!).
Genug gesülzt: ’Lethal Weapon’ war eine dieser Reihen und zwar eine, die rauf und runter lief und dann wieder runter und rauf. Das hatte sicherlich vielerlei Gründe, doch der offensichtlichste war und ist das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Mel Gibson und Danny Glover in ihren Rollen als Martin Riggs und Roger Murtaugh (im folgenden ’Riggs & Rog’ genannt.)
Und genau diese beiden sind von unseren Lesern zu DEM Action Buddy Duo schlechthin gewählt worden. Möglicherweise nicht die subtilste Wahl, aber manchmal muss man bei aller Liebe zu obskuren Paarungen (selbst bei der großen Liebe für Kirby & Wilbur) das Offensichtliche herausposaunen: Rog & Riggs are THE shit.

Was genau ist es nun, was das Publikum an diesen beiden Figuren so liebt?
Keine Ahnung. Nur weil wir hier alle Jahre wieder mit Polls um uns werfen, sind wir noch lange kein Meinungsinstitut. Das einzige, was wir euch bieten können, ist unsere ganz persönliche Auswahl an besten Szenen/Momenten dieser chaotischen wie liebenswerten Filmfreundschaft. Und da ich in letzter Zeit ohnehin ein wenig sentimental werde, soll es genau darum gehen: Um die Freundschaft und Partnerschaft von Riggs und Rog. Klar spielen Humor und Action auch eine Rolle, aber vor allen Dingen soll’s um’s Herz gehen.



Nennung ehrenhalber: Riggs & Murtaugh lernen sich kennen

„Sie haben dir für diesen Fall nen neuen Partner zugeteilt. […] ’n wilder Vogel vom Rauschgiftdezernat. Ist völlig fertig. Kurz vor’m Durchdrehen.“
„Na fabelhaft.“


Roger Murtaugh, gestandener Sergeant beim LAPD (20 Jahre im Dienst), Vietnam Veteran (waren in den Achtzigern alle), Familienvater, korrekt gekleidet in Anzug, Krawatte und Oberlippenbart ist kein bisschen davon angetan, dass er schon wieder einen neuen Partner verpasst bekommen soll. Und was ist das dahinten überhaupt für ein abgefuckter Typ, der so verdächtig mitten im Revier… eine Knarre zieht?!
Rog denkt nicht lange drüber nach, folgt seinem Instinkt, schreit „In Deckung!“ und hechtet auf den offensichtlich Irren zu. Der ist mehr als überrascht, übermannt den betagten Angreifer allerdings mit einem knappen Martiel Arts-Manöver und lässt sich von Rogs Kollegen daraufhin als dessen neuer Partner vorstellen. Martin Riggs, Droganfahnder, ebenfalls Vietnam Veteran (ich sag ja: alle), äußerlich eher leger und dank eines tragischen Verlustes in der unmittelbaren Vergangenheit auch noch Selbstmordkandidat. Murtaugh, der mittlerweile mit dem Gedanken an Pensionierung spielt, bemerkt zum ersten Mal: „Ich bin zu alt für diesen Scheiß.“


Ganz sicher nicht die beste Art und Weise, die Zusammenarbeit zu starten. Aber heute wissen wir es besser. Oder um es mit dem wohl offensichtlichsten Filmzitat schlechthin zu sagen: “Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“


Platz 10 (unentschieden):
„Schnapp dir den Kater!“ & Riggs deckt Murtaughs Arsch

„Rog? […] Werden dir all diese Sachen nicht fehlen, wenn du in Pension gehst?“


Szenario 1: Das Bombenkommando ist unterwegs, aber Riggs ist der Meinung, dass in dem Auto gar keine Bombe ist. Falscher Alarm. Ein Radio auf’m Rücksitz. Er ist sich sehr sicher. Und hat Unrecht. Das hält den Tunichtgut natürlich nicht davon ab, entgegen den vehementen Einwänden seines pitzeligen Partners, die Bombe selbstpersönlich zu entschärfen. Roter Draht, blauer Draht. So schwer kann’s nicht sein. Dummerweise liegt Riggs auch hier falsch. Fünf Sekunden später hechten die beiden Helden mit dem Kater im Arm aus der Tiefgarage des Hochhauses, welches einen Augenblick später in Schutt und Asche aufgeht. Dafür kassiert man nicht nur einen spöttischen Applaus vom Bombenkommando, sondern wird auch prompt zum Streifenpolizisten degradiert.
Die Szene verdeutlicht nicht nur, dass Riggs auch im dritten Teil (der gemeinhin als der “am wenigsten tolle“ der Reihe gehandelt wird) auf ’Loose Cannon’-Kurs bleibt, sondern, dass er auch seinen Partner ohne jegliche Gewissensbisse in Schwierigkeiten bringt. Riggs spielt die Rolle des fiesen Pranksters auf Teufel komm raus und in 9 von 10 Fällen muss Rog das mit ausbaden.


Szenario 2: Nachdem Rogers Dienstwaffe beim Holstern in der Umkleide aus Versehen losgeht, reagiert Riggs blitzschnell und findet zu alter ’Lethal Form’ zurück, brüllt wild herum, knallt Spindtüren und tobt über die Fliesen, um herbeieilende Kollegen von der Unachtsamkeit seines Partners abzulenken. Eine verhältnismäßig kleine Szene, die jedoch als wunderbares Beispiel für die zuverlässige Partnerschaft der beiden dient und auch noch weitreichende Fragen aufwirft: Ist Rog mittlerweile vielleicht wirklich zu alt? Wie geht Riggs damit um?
Während die eine Szene Riggs latente Verantwortungslosigkeit symbolisiert, veranschaulicht die andere seine Opferbereitschaft für seinen Partner. Beide haben ihren Platz hier verdient. It’s a draw.


9. Platz: Murtaugh gibt Riggs Nachhilfe in Sachen Polizei-Arbeit

„Hast du gesehen wie das geht? Bumm und er lebt noch. Jetzt können wir ihn verhören und wieso können wir das? Weil ich ihm ins Bein geschossen hab. Verstehst du? Ich bin mit ihm nicht irgendwo runter gesprungen oder hab ihn durchlöchert. […] Also merk dir, getötet wird nicht!“


Schön gesprochen, Rog. Zu dumm, dass der Henchie immer noch ’ne Knarre versteckt hat, die Lehrstunde gewaltsam unterbricht und gleich wieder los ballert. Kurze Zeit später landen die drei Kontrahenten in einem mit Klarsichtfolie bedecktem Pool (eine Tradition, die in abgewandelter Form in jedem einzelnen ’Lethal Weapon’-Streifen gepflegt wird) in dem der Schurke schließlich verreckt, was Murtaugh einmal mehr die Pazifisten-Tour vermasselt.

„Hast du schon mal jemand getroffen, den du nicht getötet hast?“
„DICH hab ich noch nicht getötet.“


Die beiden sind zwar erst seit Kurzem gemeinsam unterwegs, doch schon jetzt lässt sich eine Chemie zwischen ihnen ausmachen.
Dicht gefolgt ist diese Begegnung nämlich von einer kuscheligen Bekleidungs-Szene (sanfte Gitarrenmusik ahoi), in der Murtaugh sich bei Riggs dafür entschuldigt, dass er zuvor „…so einen Quatsch…“ geredet hat und sich für die Rettung durch seinen neuen Partner bedankt. Murtaughs Fassade beginnt zu bröckeln. Das Eis zwsichen den beiden unterschiedlichen Cops schmilzt allmählich.


8. Platz: Beatdown - Rog & Riggs vs. Jet Li

„Seit ich dich getroffen hab steck ich immer wieder in der Scheiße. Aber heute halten wir uns mal zurück. Ich werde bald Großvater und du und Lorna bekommen ein Baby. Es lohnt sich nicht dafür zu sterben. Er ist es nicht wert.“
„Jaaa… ja, du hast ja Recht. Das ist er nicht. Ja und wenn er jetzt stiften geht, werden wir ihn schon wieder finden und mit einer Haubitze zusammenschießen. […] Ich bin auch zu alt für den Scheiß.“


Natürlich können Riggs und Rog weder sich selbst, noch ihren Fans etwas vormachen.
Und so nehmen sie es wider besseren Wissens im Finale des vierten Teils mit niemand geringerem als Jet Li auf (ja, im Film heißt er Wah Sing Ku, aber das weiß kein Mensch).
Sie hauen ihn windelweich, werden von ihm windelweich gehauen, durchbohren ihn mit einer Eisenstange und führen den Kampf sogar Unterwasser weiter, wo Riggs seinen Widersacher schließlich mit einer AK 47 durchsieben kann. Dummerweise droht nun ein massiver Teil des Steges ihn selbst im Wasser zu erdrücken.
An dieser Stelle kommt es zu einem kuriosen Moment, in dem ein beinahe übersinnliches Thema in den Film Einzug hält. Dem Zuschauer wird vermittelt, dass Riggs seinen Partner durch Gedankenübertragung/wortlose Verständigung zu Hilfe rufen kann. Schwer in Worte zu fassen. Wer die Szene kennt weiß Bescheid und findet sie entweder toll oder kann möglicherweise nicht viel damit anfangen. Ich gebe zu, dass der/die/das sprichwörtliche ’Suspension of disbelief’ hier arg strapaziert wird, aber ich liebe diesen Moment. Es ist nicht nur das letzte Stand Off der beiden gegen einen übermächtigen Gegner (Jet Li, y’all), sondern hebt die Partnerschaft der beiden auf eine beinahe übernatürliche Ebene.


„Ich hab dich gehört, Mann. Ich konnte dich hören. Du hast mich wirklich mit deiner Willenskraft gerufen, Baby.“
„Warum dauerte das so lange?“


7. Patz: Casa del Murtaugh

„Wir haben herausgekriegt, dass deine Frau den Abfall rausträgt, dass deine Tochter Gras zu Hause raucht, dass das verboten ist, dass du nicht die geringste Ahnung von Booten hast und dass du… dass du eine wahnsinnig nette Familie hast. […] Ahja und das Essen hat toll geschmeckt. Vielen Dank.“


Rog hat seinen neuen Partner zum Dinner ins traute Heim eingeladen, ihn seiner wahnsinnig netten Familie vorgestellt (deren Darsteller ebenfalls der Reihe durchweg treu blieben), ihm sein Boot in der Einfahrt gezeigt und schon erleidet auch Riggs Fassade erste Risse. Er gesteht Roger nicht nur, dass Töten das einzige ist, was er gut kann (schließlich hat er mit 19 in Laos einen Typen aus 900 m Entfernung bei starkem Wind mit einem Gewehr erschossen und wer kann das schon von sich behaupten?) und dass er die Kochkünste der Frau seines Partners dann doch nicht so hervorragend findet, nein am nächsten Morgen steht er schon grinsend mit einer Tasse Kaffee an Rogers Bett und malträtiert ihn mit fallbezogenen Fragen, als seien sie uralte Kumpels.


Wer spätestens hier keinerlei Sympathie für die beiden bis dahin verhältnismäßig konträr agierenden Hauptfiguren empfindet, gehört in den Arm genommen oder in die Weichteile getreten.


6. Platz: Was zum…?! Die erste Konfrontation

„Willst du hören, dass ich mir manchmal ’ne Kugel in den Kopf jagen will? Ja das will ich! […] Jeden Tag wache ich auf und suche einen Grund es nicht zu tun, weißt du. Jeden Tag. Und weißt du, wieso ich’s nicht tue? Jetzt wirst du gleich lachen. Weißt du, wieso nicht? Wegen des Job’s. Weil ich ihn gern tu, diesen Job.“


Spulen wir einen Tag zurück (wenn ihr das hier in korrekter Reihenfolge lest). Als Riggs einen halbherzigen Selbstmordkandidaten auf unkonventinelle Art vom Dach holt (er springt einfach mit ihm ins exorbitante Gummibot der Feuerwehr), hat er seinem ’frisch angetrauten’ Partner schon den letzten Nerv geraubt, bevor ihre Zusammenarbeit überhaupt erst begonnen hat.
Riggs (der ein paar Jahre zuvor seine Ehefrau bei einem “Autounfall“ verlor und seitdem des Lebens nicht mehr froh wird … um es gelinde auszudrücken) reagiert erfrischend ehrlich auf Rogs aggressiv hinterfragende Art (siehe Zitat oben), dessen Reaktion darauf ebenso unkoventionell ist, wie Riggs Selbstmord-Hilfestellung zuvor. Der Senior bietet dem Hot Shot kurzerhand seine eigene Dienstwaffe an (eine 38er, bei älteren Semestern beliebt) und schlägt vor, dass dieser ihnen beiden weiteren Ärger erspart und sich am besten gleich die Kugel gibt. Riggs ist kurz davor, dies tatsächlich zu tun und als Murtaugh ihm kurz vor dem Schuss die Waffe entreißen muss, ist klar: „Du willst nicht frühzeitig in Rente. Die spielst nicht den Verrückten. Du bist wirklich verrückt.“


Die aggressive Konfrontation dient als einer der emotionalen Höhepunkte, als erster Schritt für die Verständigung zwischen diesem ungleichen Paar und als Wink mit dem Zaunpfahl ans Publikum: Mit ’Lethal Weapon’ ist nicht etwa eine Handfeuerwaffe gemeint.


5. Platz: Diplomatische Immunität ist abgelaufen


Der stinkwütende Riggs hat soeben eine Meute südafrikanischer Schurken abgeballert (bei jedem Schuss lauthals die Namen seiner kürzlich ermordeten Kollegen ausrufend) und die rechte Hand des Oberbösewichts (der, wie sich herausstellt, auch für den tödlichen “Unfall“ von Riggs Frau verantwortlich war) mit einem Frachtcontainer zermalmt, da wird er von Diplomaten-Fiesel Arjen ’Aryan’ Rudd aus dem Hinterhalt durch feige Schüsse schwer verwundet.
Rog, unmittelbarer Zeuge der Tat und immer noch gesetzestreuer Cop, macht sich im entscheidenden Moment locker, legt an, spannt den Hahn und erschießt Rudd, der bis zuletzt auf seine diplomatische Immunität pocht, mit den Worten: „Die ist soeben abgelaufen“.


’Knockin on Heavens door’ ertönt und als Riggs in Rogs Armen nach einer Kippe fragt, wird dem Zuschauer schon ganz mulmig. Doch entgegen Drehbuchautor Shane Blacks Ambitionen, bleibt der irren Hälfte des Duos der Leinwandtod erspart.
Und die Moral von der Geschicht: Dein Partner kommt vor diplomatischer Immunität. Vor allem wenn letztere durch einen widerlichen, skrupellosen, geldwaschenden Pro Apartheid-Clown verkörpert wird.


4. Platz: Riggs & Rog vs. Amok-Arschloch

„Gackere auch wie ein Huhn und flattere dabei mit den Armen!“
„Ich werde nicht gackern und flattern. Wozu denn?“
„Das irritiert ihn noch mehr.“


Alle ’Lethal Weapon’-Filme ab Teil 2 hatten einen actionreichen Start. Das Zerschrotten von Trishs brandneuem Wagen auf der Jagd nach Krügerrand-Schmugglern und die Bomben-Nummer aus Platz 10/1 waren rasante Anläufe zweier Action-Granaten und als Einstimmung auf das folgende Geschehen nahezu perfekt. Als wir nach fünf langen Jahren 1998 im Kino saßen und Zeuge der ersten 15 Minuten des vierten Filmes wurden, wussten wir: Die Jungs sind wieder da und zwar mit mindestens soviel Humor und Action wie zuvor.
Die Szene, in der es die beiden Helden mit einem irren Amokläufer (laut Riggs ein “warmer Schützenbruder“) aufnehmen, der in Full Body Armor, mit einem Maschinengewehr, einem Flammenwerfer und einem Walkman bewaffnet den imaginären ’Battle of Los Angeles’ ausficht, gehört fraglos zu den explosivsten und witzigsten der ganzen Reihe.
Explosiv, weil innerhalb kürzester Zeit mehrere Polizeiwagen, ein Treibstofftruck, eine Tankstelle und mit ihr ein halber Straßenzug in die Luft gejagt werden und witzig aufgrund der Tatsache, dass Riggs seinen Partner in dieser unmöglichsten aller Situationen zu einem der unglaublichsten Ablenkungsmanöver seit Erfindung des Begriffes (siehe Zitat oben) anstiftet.
Auch hier kommt das Herz nicht zu kurz. Jeder der beiden will den anderen vor dem Sperrfeuer des Irren bewahren, da jeder von ihnen in kürze Nachwuchs erwartet (Riggs wird Papa, Roger Opa), was beide allerdings erst in just jenem Augenblick vom Gegenüber erfahren. Der perfekte Auftakt für eines der gelungensten “späten“ Sequels der Filmgeschichte.


„Ey, Riggs! Denkst du die Hühnernummer hat geholfen, Mann? Sie hat geholfen oder?“
„Nein, nein eigentlich nicht. Ich wollte nur sehen, ob du’s machst.“


3. Platz: Brothers in arms, on a boat

„Wir sind Partner. Was dir passiert, passiert auch mir. Nach all der Scheiße die wir durchgemacht haben. Verstehst du das nicht? Verstehst du das nicht? Wenn du dich zur Ruhe setzt, setzt du nicht nur dich zur Ruhe, sondern uns, kapiert? Du setzt uns zur Ruhe.“
„Das ist nicht mein Problem.“
„Doch das ist es.“


Drei Tage vor seiner Pensionierung (zu der es sowieso nicht kommen wird, ich bitte Euch) wird Roger in ein Gang-Shootout verwickelt, bei dem ausgerechnet ein Freund seines Sohnes Nick durch Kugeln aus seiner Waffe ums Leben kommt. Roger trifft keine Schuld, dennoch ist die Situation unerträglich für ihn und er zieht sich mit einem Whiskey-Vorrat auf sein Boot zurück (das mittlerweile übrigens nicht mehr vor seiner Einfahrt, sondern im Hafen vor Anker liegt). Als Riggs zu ihm stößt, kommt es zu einer handfesten und tränenreichen Auseinandersetzung und womöglich der emotionalsten Szene zwischen den beiden (zählt man den Besuch mit Leo und Butthead bei Uncle Bennys Zahnarzt nicht mit, aber da waren Drogen im Spiel). Was im zweiten Teil noch unausgesprochen blieb (siehe Platz 1), wird hier in klare Worte gefasst: „Du weißt, dass ich dich liebe.“


Das mag an dieser Stelle käsig klingen (dass mir hier keiner mit Homoerotik kommt!), aber in der Szene selbst ist es absolut ernst gemeint und kommt auch genau so beim Zuschauer an. Schon Siggi Freund, Gunter Gabriel und Chris Howland wussten: Wahre Liebe gibt es nur unter Männern. Sorry Ladies.


2. Platz: Shootdown - Rog & Riggs vs. Mr. Joshua


Nach Riggs und Mr. Joshuas Macho-Nummer zum Finale des ersten Filmes (wir prügeln uns Nachts auf dem Rasen vor Murtaughs Haus, während Wasser aus einem Feuerhydranten spritzt und Blaulicht die Szenerie ausleuchtet, halb nackt versteht sich), in welcher Martin ausdrücklich Rogers Hilfe ablehnt, kommt es wie es kommen muss (siehe auch: Vorsicht, McClane! Der russische Balletttänzer in den Ketten ist noch nicht tot!). Der besiegte, aber unbelehrbare Blondschopf und Bösewicht Mr. Joshua (von dem wir heute noch nicht wissen, ob ’Joshua’ sein Vor- oder Nachname ist) grapscht sich die Kanone eines der Officers, die ihn soeben verhaften und richtet sie auf unsere beiden Helden. Zeitlupen-Time, Freunde!
Riggs und Rog ziehen gleichzeitig (wobei mir noch immer nicht ganz klar ist, wo Riggs seine Wumme herzaubert, womöglich geht mich das auch gar nichts an), drücken ab und schicken Mr. Joshua ins verdiente Grab.


Das Bild der beiden ’gun-toting cops’ hat sich nicht nur in die Herzen der Fans und den großen Wandteppich der Filmlandschaft eingemeißelt, es bedeutete auch die Geburt eines unschlagbaren Teams, das gerade erst richtig warm wurde (was divers gedeutet werden kann … nein, nicht so divers!).
Dass die Partnerschaft ursprünglich am Ende des Films aufgelöst werden sollte und ein Nachfolger zunächst nicht geplant war, kann uns letzten Endes schnurz sein. Die Einstellung bleibt unvergessen und lässt sich wohl am Besten mit zwei Worten aus dem englischen Sprachgebrauch beschreiben: Bad Ass!


1. Platz: Partner für’s Leben - Auch da wo selbst der König allein hin geht

„Ich werde auf ’ner Toilette sterben.“
„Kerle wie du sterben nie auf ’ner Toilette.“


Also schön, hier kommt der No Brainer. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass jedem Filmfan die Szene mit Rigss, Rog und der Bombe auf dem Klo (die dem Begriff 'toilet humor' eine völlig neue Definition verpasst und etliche Male in der Popkultur zitiert wurde) in Erinnerung gerufen wird, wenn der Titel 'Lethal Weapon' fällt. Und wenn’s nicht jeder ist, dann jeder zweite und sein Bruder.
Die Familie ist außer Haus, Roger hat sich zum Morgenstuhl mit dem Salzwassersportmagazin auf das heiligste aller Örtchen zurückgezogen, da entdeckt er eine Botschaft auf der Klopapier-Rolle: "Boom, you're dead!".
Panik macht sich breit und tausend Fragen stehen im Raum. Eine davon: Ist es nicht nett von den südafrikanischen Pro Apartheid-Schurken, den afro amerikanischen Familienvater zu warnen, bevor sie ihn und sein Klo in die Luft sprengen?


Als Riggs im Hause Murtaugh eintrifft und seinen Partner auf der Toilette vorfindet, wird schnell klar: Das Bombenkommando muss ran. Dabei bleibt es natürlich nicht. Die halbe Nachbarschaft, das technische Hilfswerk, Feuerwehr, Polizei und andere Spezis belagern das Haus, in dem mindestens genau so viel Personal herumwuselt. Eine mehr als peinliche Situation für Rog und eine, die selbst für die ewig resolute Psychotante Dr. Woods zu viel ist. Aber Riggs bleibt cool und weigert sich schließlich sogar trotz der Anweisungen des Bombenspezialisten die Gefahrenzone Locus zu verlassen. Dank etwas flüssigem Nitrogen wird sich die Explosion zwar um eine Sekunde verzögern, doch den mittlerweile fast paralysierten Roger vom Klo in die halbwegs sichere Badewanne zu zerren und zur gleichen Zeit beide mit einer Bleischürze zu bedecken ist ein Plan, der mehr nach Selbstmord riecht, als alles was Riggs bislang probiert hat.
Sein Partner sitzt bewegungsunfähig mit heruntergelassener Hose auf der Schüssel, unter seinem Hintern tickt eine Bombe, the shit is about to hit the fan... aber das Vertrauen obsiegt. Das Ding können sie nur zusammen überstehen. Auf 3!


Gibt es eine bessere Szene, um die Partnerschaft der beiden zu definieren? Wir sagen nein und Daumen hoch für diesen spannenden, absurden, emotionalen, explosiven und Ton angebenden Moment des modernen Action Kinos.


Beschränken lässt sich die Freundschaft der beiden auf diese Highlights selbstverständlich nicht. Es gibt dutzende kleine und große Momente, die prägend für das 'Lethal Weapon'-Buddy Feeling und das gesamte Gefüge der Reihe waren. Etwa als Riggs und Murtaugh sich bei Leo Getz vorstellen, gemeinsam kalte Spaghettis essen, Rogs Hüftgürtel-Geständnis, Strafzettel für unachtsame Fußgänger, mit Leo beim Angeln, die Beförderung zu Captain Riggs und Captain Murtaugh, das Mantra „Wir sind NICHT zu alt für den Scheiß.", sowie die unerklärliche Regel, dass in jedem einzelnen der Filme 1.) die Helden im Wasser landen müssen und 2.) die Casa del Murtaugh einfach nicht unbeschädigt bleiben darf.

Das Wichtigste sind letztlich unsere Helden, deren Beziehung sich über den Kurs der vier Filme durchaus entwickelt hat. Beide haben sich zu Krisenzeiten gestützt, Rog hat Riggs geholfen, den Wert des Lebens wiederzufinden und Riggs hat Rog beigebracht, nicht alles so verkniffen zu sehen. Und einen Backspin Kick.
Es ist eine alte Leier, aber ihr Klang stimmt: Action und Krawall bedeuten nichts, wenn dem Zuschauer die Charaktere furzegal sind. Und trotz der fantastischen Nebendarsteller dieser Reihe (Joe Pesci, Steve Kahan, Rene Russo, Darlene Love, Traci Wolfe, Damon Hines, Ebonie Smith, Chris Rock, Gary Busey, Tom Atkins, Joss Ackland, Stuart Wilson, Jet Li, Grand L. Bush, Ed O'Ross, Sven-Ole Thorsen, Al Leong, Patsy Kensit, Derrick O'Connor, Mark Rolston, Jenette Goldstein, Dean Norris, Jack McGee, Nick Chinlund, Miguel A. Núñez Jr., Kim Chan, Eddy Ko, George Cheung, Simon Rhee, James Lew & Conan Lee... haben wir jetzt alle?) gilt für 'Lethal Weapon'-Fans nach wie vor:

„Ein Schwarzer und ein Spinner sind immer die Gewinner.“

Wort, Rog. Wort, Riggs.



Hudson


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