Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon


‘Jason, Freddy, Myers... We all nee someone to look up to.’


Originaltitel: Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2005) Regie: Scott Glosserman Drehbuch: Scott Glosserman & David J. Stieve
Darsteller: Nathan Baesel, Matt Bolt, Jenafer Brown FSK: unbekannt


Leslie Vernon ist von Beruf Serienkiller. Seine großen Vorbilder sind Freddy Krueger, Jason Vorhees und Michael Myers, die hier keine Figuren aus Filmen sind, sondern wirklich existieren, was Nachrichtenausschnitte aus Haddonfield, Chystal Lake und der Elm Street belegen (man achte auf das Cameo von ’Jason’-Darsteller Cane Hodder). Bei seinem neusten Coup lässt Vernon sich von der Journalistin Taylor Gentry und ihrem Filmteam begleiten. Geduldig erklärt er ihnen jeden einzelnen seiner Schritte und bezieht sie sogar mit in die Vorbereitungen ein. Dabei ist er mit so viel Vorfreude und Begeisterung bei der Sache, dass es für die Reporter schwierig wird, sich nicht davon anstecken zu lassen.

Letzter Test für die Maske.
Sie dürfen dabei sein, als er eine geeignete Gruppe Jugendlicher aussucht (attraktiv, fit und sexuell aktiv), als er den Ort des Geschehens für die große Nacht präpariert (es müssen Fenster vernagelt und Fallen gelegt werden), treffen seinen Mentor (einen netten Slasher-Opi mit kochender Ehefrau) und werden Zeuge seiner Trainingseinheiten, die äußerst wichtig sind, da ein Killer auf Kondition, Reflexe und Geschwindigkeit angewiesen ist. Wie wäre sonst ein so effektiver Trick wie der mit dem Killer, der erst im Gebüsch steht und beim nächsten Hinsehen wieder weg ist möglich?

Bis hier hin ist der Film aufgezogen, wie eine Dokumentation, mit verwackelter Kamera und schlechter Belichtung aber er schafft im zweiten Teil gekonnt die Wendung zum lupenreinen und sehr atmosphärischen Horror-Slasher. Aus dem charmanten und sympathischen Leslie, der mit so viel Freude und Liebe zum Detail arbeitet wird ein psychopathischer, grausamer Killer, der seinen Plan bis ins Letzte erfüllt. Auch wenn dem Zuschauer der Mörder schon bekannt ist und er das Geschehen sogar teilweise aus dessen Perspektive verfolgt, bleibt die Spannung nicht aus.

Es ist Schlitzer-Zeit!
Regisseur Scott Glosserman inszeniert mit Behind the Mask sehr originell und mit viel Sinn und Liebe für das Horror-Genre eine ausführliche Darstellung von altbekannten Verhaltensmustern, Logiklücken und ungeschriebenen Regeln des ’Teeny-Slashers’. Von Türen, die von allein zufallen (natürlich weil der Türstopper mithilfe einer Angelschnur weggezogen wird) über plötzliche Stromausfälle (Fernbedienung) bis hin zur Frage, warum die Opfer nie die Scheibe eines nicht zu öffnenden Fensters einschlagen, um zu entkommen, ist alles dabei. Diese Idee, sich auf die Seite des Täters zu stellen und ihm bei seinem Werk über die Schulter zu schauen ist nicht neu. Schon 1992 verwendete sie der Belgier Rémy Belvaux in seinem Film ’Mann beißt Hund’, nur ist ’Behind the Mask’ um Einiges humoristischer angelegt.

Sehr beeindruckend ist übrigens der bisher eher unbekannte Nathan Baesel in der Rolle des Leslie Vernon. Er ist einerseits ein freundlicher Mann, den sich jeder als Nachbarn wünschen würde, andererseits ist er ein obsessiver Meuchelmörder, besessen von der Vorstellung, es seinen Vorbildern gleichzutun.

Don't mess with Les!

Gespickt mit Querverweisen, Hommagen und Anspielungen (z.B. die Auftrtte von Zelda Rubinstein als Bibliothekarin und Robert Englund, diesmal auf der Seite der Guten als Doc Halloran ) ist ’Behind the Mask’ natürlich ein ganz besonderer Leckerbissen für alle Fans der Vorlagen. Aber auch Unwissende dürften ihren Spaß an der Sache haben, da der Witz nicht unbedingt nur auf den Anspielungen, sondern auch auf dem Ansatz, jemanden mit dem Beruf Serienkiller in seinem normalen Arbeitsumfeld zu zeigen beruht. Und außerdem wird dem Zuschauer auch noch ein wirklich guter Gruselteil geboten.

Leone