Leroy - Ein Gigant explodiert


‘The Big Bad Black Dude of the Streets...
He'll bust you up, slam you down and blast you into pieces!’


Originaltitel: Black Fist (1975) Regie: Timothy Galfas & Richard Kaye
Drehbuch: Richard Kaye, Tim Kelly & Andrew Maisner
Darsteller: Richard Lawson, Annazette Chase, Philip Michael Thomas FSK: 16


Thug Life: Gang Kränzchen, Friseurtermin und mit Oma beim Streetfight

Leroy ist ein starker, schwarzer Mann, der nicht weiß, wohin mit seiner ganzen Kraft.
Bei Gangster und Kampfpromoter Logan ist er da genau an der richtigen Adresse. Der Schurke braucht Männer für’s ganz Grobe, nämlich für die hohe Kunst des ’Streetfighting’.
Bevor hier jetzt einer ’SONIC BOOM’ oder ’HADOUKEN’ schreit, Obacht! ’Streetfighting’ ist nicht das lustige Feuerballverschießen und Roundhousekick-Verteilen, wie ihr es aus den Videospielen kennt, Freunde. Das ist tatsächlich hartes Gedresche zweier Kontrahenten, die sich (wortwörtlich) im Kreise johlender Zuschauer die Panele schief hauen, bis der Schlechtere den Staub düngt. Leroy mausert sich bald zum Superman unter den Kreisklatschern und kann mit Frau und Kind endlich aus seinem Rattenloch in eine schöne Butze ziehen. Doch selbstverständlich wäre unser Protagonist nicht Leroy, der explodierende Gigant, wenn die ganze Sache nicht aus dem Ruder laufen, sich seine Kompagnons als hinterhältige Schweine herausstellen und seine Frau in einem ebenfalls explodierenden Auto enden würde. Zeit für eine ’Bartwuchs’-Montage mit Jiggy-Jiggy-Jive-Mucke und anschließendem Ärschetreten der extra groben Art…

“I’m gonna rearrange your plumbing, so you’ll piss outa your mouth!”

Nicholas Worth: Ein Hemd explodiert!

Himmelherrje, im Ghetto ist aber auch immer was los. Skrupellose, korrupte Cops, gewissenlose Schlägertypen, schmierige Zuhälter, abgefuckte Cracknutten und mittendrin Leroy, der Gigant (er explodiert).
Was seinen Eintrag ins Buch der Blaxploitation von den anderen abhebt, sind vor allem schlechte Kamera-Arbeit (unterstützt durch frappante Unterbelichtung), mieser Schnitt und formelhafte Action-Szenen (wie die lieblos aneinander gereihten Streetfighting-Sequenzen), sowie seltsam deplatziert wirkende Trainingsmontagen á la ’Rocky’.
Richard Lawson (’Sugar Hill’) und seine Co-Stars (u. a. Philip Michael Thomas aus ’Miami Vice’ als Zuhälter, der von Genre-Glatze Nicolas Worth aka ’Pumped up Thug’ auf einer Müllhalde entsorgt wird) schlagen sich zwar recht bemüht durch die Szenerie, doch der Plot ist dermaßen einfallslos zusammengekorkt, mit eimerweise Dünnbrett-Dialogen im Jive-Format und Genre-Klischees durchsetz, dass auch fiese Faustkämpfe und raue Revenge-Action nichts mehr retten können.
Bleibt ein Film, der uns weismachen will, dass man durch ’Streetfighting’ richtig dick Kohle machen und sich ein heißes Apartment leisten kann. Hm, vielleicht ist da ja auch was dran. Was weiß ich schon? Ich hab mich nur im Sandkasten gekloppt, die Straße war mir immer zu hart.

“You people sure are something.“
“Whaddaya mean, ‘you people’?”

"I play the Street Fight, because there's no place I can go
Street Fight, it's the only fight I know. Streeeeet Fiiiight!"

Fazit: Gritty but shitty. Und so durchschnittlich in technischen und dramaturgischen Belangen, dass es beinahe wehtut. Wirklich nur für Hardcore-Blaxploiter Freaks geeignet.


Hudson