Leprechaun 4 – Space Platoon


‘One small step for man. One giant leap of terror!’


Originaltitel: Leprechaun 4: In Space (1997)
Regie: Brian Trenchard-Smith Drehbuch: Dennis A. Pratt
Darsteller: Warwick Davis, Rebekah Carlton, Tim Colceri FSK: 18


Brian Trenchard Smith ist einen langen Weg gegangen und anhand des vorliegenden Filmes, kann man letzteres Verb auch in ’gefallen’ umändern.
1983 lieferte er uns ’Die BMX-Bande’, welche von vielen als die australischen ’Goonies’ gefeiert wurde. Es folgte ’Escalation’, eine irre Trash-Parabel, die durchaus zu gefallen wusste. 9 Jahre später war er dann beim 3. Aufguss der ’Leprechaun’-Saga angelangt, mit welchem die Produzenten scheinbar so zufrieden waren, dass sie ihm auch die Regie-Herrschaft über ’Space Platoon – Leprechaun 4’ überließen.

Space- The Final Frontier…

’Master Sergeant
Metal Head Hooker’
Eine Einheit schlecht bekleideter Space Marines sind gerade im Begriff eine Knet-Höhle mit rosa Randbeleuchtung und Kautschuk-Monstern zu stürmen, als sie eine unheimliche Entdeckung machen. Hier haust nämlich das sagenumwobene Fabelwesen ’Leprechaun’, das soeben im Begriff ist, eine intergalaktische Prinzessin zu heiraten, um König des Universums zu werden (hey, ich hab mir das nicht ausgedacht!). Wenig erfreut über den Besuch meuchelt der Kobold einen der Marines gleich mal mit einem Lichtschwert, wird dann aber per Granate zur Strecke gebracht. Einer der Jungs pinkelt aus einem männlichen Besieger-Reflex dummerweise auf die Leiche des Gnoms, was sich kurz darauf als großer Fehler erweisen soll. Bei der Paarung mit einem der weiblichen Besatzungsmitglieder (dicke Hupen, null Talent) kommt es nämlich zum Koitus Interruptus der bösartigen Art, kurz gesagt: Durch Puller-Voodoo kommt der Leprechaun aus der Hose geplatzt (soll wohl ein ’lustiger’ Seitenhieb auf ’Alien’ sein).
Da auch die Prinzessin an Bord des Marine-Kreuzers ist, kennt der kleine, fiese Shamrock-Wemser nur eins: Töten um ans Ziel zu kommen Und zwar auf jede erdenkliche Art und Weise…

“Sir, meinen sie, dass ich an Kowalskis Tod schuld bin? Ich meine, ich habe ihm schließlich den Ständer verpasst!“
“Vergessen sie’s! Kowalski hätte es sich so gewünscht. Er war ein Marine!“

Die Macht ist nicht mit ihm!
Von all den Horror-Viechern die uns die Wahnwelten des Films bisher gegeben haben, ist der Leprechaun meiner Meinung nach einer der überflüssigsten (dahinter kommen eigentlich nur noch die ’Hobgoblins’). Insofern dürft ihr im Vornherein nicht allzu viel Sympathie von mir erwarten. Seine uninspirierte Art und seine versucht (aber nicht gekonnt) coolen Sprüche (“Wie Shakespeare schon sagte: Scheiße passiert!“) sind lahm, schlecht synchronisiert und einfach nur doof. ’Leprechaun’-Darsteller Warwick Davis hat in unzähligen A-Produktionen (’Star Wars’, ’Willow’, ’Harry Potter’ etc.) bewiesen, dass er mit und ohne Maske des Schauspiels durchaus mächtig ist. Hier ist nichts davon zu finden.
Der Rest der Cast setzt sich aus muskulösen Vollidioten und dickbrüstigen Dumpfbacken zusammen, die ihre Befehle übrigens von einem Mad-Scientist-Glatzkopp erhalten, der in einem Monitor wohnt und sich für den ’Zauberer von Oz’ hält. Dann gibt es noch den obligatorischen ’Sarge’-Charakter, ’Master Sergeant Metal Head Hooker’, dessen rechte Kopfhälfte von einer ’Disco-Kugel’ bedeckt ist und der mit seinen dämlichen Sprüchen (“Und mögen unsere Wunden harmlose Fleischwunden sein!“) immerhin für Schmunzel-Kurzweil sorgt.
Dass das ’Irdische Monster im Weltraum’-Prinzip nicht zu den grandiosesten Genre-Ideen gehört, bewiesen ja schon die ’Critters’. Smith und Co gelang es allerdings sogar diese noch zu unterbieten. Die Ausstattung einer zweitklassigen Fernseh-Produktion und metertiefe Dialog-Lachen (“Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit werden wir alle zu Killern!“) treffen auf Pornodarsteller. Lediglich die praktischen Effekte sind aufgrund ihrer Trash-Qualität recht spaßig und die Resultate von Leprechaun’s Bösartigkeit (“Ich bin jetzt nicht mehr Mittenhand, ich bin jetzt Mitten-Spider!“) sind… ganz nett.

Er heißt Dr. Mittenhand und mit dem Haar ist's Hirn verbrannt.

Machen wir uns nichts vor; Iren & Weltall, dass passt einfach nicht. Trash-Fans sollten einen Blick wagen, der Rest: Hände weg! Sie könnten euch abfaulen.

PS: Dass es noch bescheuerter geht, bewiesen die Macher mit Teil 5 und 6, in denen sie die irische Schrotfresse in’s Ghetto schickten und ihn mit illustren Stars der Szene (Ice T und Coolio) zusammentreffen ließen.

Hudson