Ledernacken



Originaltitel: Eroi dell'inferno (1987)
Regie: Stelvio Massi Drehbuch: Roberto Leoni
Darsteller: Miles O'Keeffe, Fred Williamson, Scott Green FSK: 16


Vietnam, die grüne Hölle!

Man, man man: Nam!
Hier herrschen Gewalt, Schweiß und kleine Kinder, die greisen US-Senatoren auf Händeschüttel-Mission beim Volk des Feindes Blumensträuße überreichen, welche kurz darauf per Fernzünder in die Luft gejagt werden. Dummerweise war Seargent Darkin (Miles O’Keefe), ein desillusionierter Tunichtgut, ebenfalls vor Ort. Er wurde durch die Explosion in einen nahegelegenen Fluß gesprengt, später von den MPs wieder aufgegabelt, vor einen Ausschuß gezerrt und nach kurzem Prozess als Deserteur zu Ferien im Militär-Gefangenenlager verurteilt. Dort ist er laut Anordnung seiner Richter “… so gnadenlos zu behandeln, wie es das Kriegsrecht nur vorsieht.“
Nach ein paar Maulschellen liegt Darkin schließlich im Zirkuszelt der grünen Hölle und macht sich mit seinen neuen Mithäftlingen bekannt. Ihre Namen lauten Feather, Nose, Trash und Bronx (“Ich bin Bronx. Hab nicht die leiseste Ahnung, warum man mich so nennt.“) und sie sind echt harte Burschen, was spätestens hilfreich wird, als ’Charlie’ das Lager angreift und die fünf Freunde nun zu Fuß durch den Dschungel müssen…

Schleich, Schlitz, Peng, Peng, Balla, Balla …

"Sind das nicht große, starke
Hände?" "Ja, Sir, aber würden
sie sich jetzt bitte wieder auf
das Manöver konzentrieren?"
So geht’s von der der ersten bis zur letzten Minute in Ledernacken zu.
Frei nach dem Motto: ’Packt alles rein, wo gibt!’ werden hier sämtliche Vietnamklischees reingequetscht, so dass nicht einmal ’Hot Shots 2’ auch nur annähernd rankommt.
Der Film braucht keine 2 Minuten, da ist schon der erste G.I. Schorsch in die berüchtigte Trip-Wire-löst-riesige-Keule-voll-mit-scharfen- Spitzen-vom-Baum-Falle geraten und Hubschrauber schweben über ballernden Soldaten. Blutegel, U-Bambus-Zellen, der Ho Chi Minh-Pfad, Fred Williamson, G.I.s mit schrägen Namen, Folter durch den Vietcong, kleine Kinder, die als Goodies getarnte Bomben bringen… ist alles da, man muss nur kucken und staunen.
Das klingt zwar nach ner Menge Holz, doch gab’s das alles schon woanders und meist sogar mit einem Plot im Schlepptau. Auf den wurde hier komplett verzichtet.
Miles ’Ator’ O’Keefe ist farblos wie eh und je, Chuck Connors ist nach 10 Minuten schon weg von der Bildfläche und Blaxploitation-Star Fred Williamson (’Boss Nigger’) schüttelt auch nur ein paar Sprüche und einen albernen Stealth-Kill aus der Schnurre (Er schüttelt seinen Gegner so lange am Schlawittchen, bis er tot ist.)

Ah, die legendären Shrimp-Gründe Vietnams!

Fazit: Vietnam-Gebrutzel von der Stange, mit Schuss, ohne Pfiff und ’Directed by Max Steel’. Wer mehr will kriegt nur Ohrenschmalz.


Hudson