Last Warrior - Kämpfer einer verlorenen Welt


‘In another time... in a world ruled by tyranny and violence... only one man can stop the nightmare.’


Originaltitel: Warrior of the Lost World (1983) Regie & Drehbuch: David Worth
Darsteller: Robert Ginty, Persis Khambatta, Donald Pleasence FSK: 18


Dieses Review wird kommentiert von Einstein, dem Bildunterschriften-Bike!


Wenn ein gewaltiges Prolog-Gelaber minutenlang auf einem halben Dutzend Texttafeln über den Bildschirm geschoben wird, ohne dass dazu ein Sprecher fachgerecht aus den Boxen jodelt, kann das eigentlich nur zweierlei bedeuten: ’Krieg der Sterne’ oder preiswerte Endzeit-Action. Da ihr oben im Titel weder was von Krieg, noch von Sternen gelesen habt und wir bei FilmFlausen eher für postapokalyptisches Gebläse bekannt sind, erübrigt sich die Auflösung dieser ohnehin völlig überflüssigen Einleitung komplett. Hrrrmmm.

Laut Texttafel 2 hat Diktator Prossor (Donald Pleasence) mit Hilfe seiner Kampfbrigade, der Omega Force, die ganze Welt unterworfen, begnügt sich aber mit einem kleinen Fabrikgelände, wo im Stechschritt marschierende SS-Nachahmungstäter die Einrichtung polieren. Drumherum herrscht das übliche Chaos der Welt P.A. (Post Apokalypse!) viele, viele Jahre nachdem ein Atomkrieg, diverse Wirtschaftskrisen und die 50. Staffel von ’DSDS’ den Zusammenbruch der Zivilisation besiegelten.
Hier folgen wir Bikerboy Rider (Robert Ginty) auf seinem super-intelligenten, sprechenden (quiekenden) Motorrad Einstein durch die zerrüttelte Landschaft, vorbei an den üblichen Raiders, Punks und Nazi-Soldaten… direkt WUMMS in eine Wand hinein. So super-intelligent scheint das Motorrad dann auch nicht zu sein.


Als er aufwacht, befindet sich Rider in einer Hippie-Höhle, wo schon Fred THE HAMMER Williamson und ein schwebender Toga-Greis auf ihn warten. Diese erklären unserem Helden (ja, Robert Ginty muss mal wieder als Held herhalten), dass er auserkoren wurde, die Welt zu retten, wie einst Artus auserkoren wurde, Excalibur aus dem Felsen zu hobeln. Dazu muss er jedoch erst Professor McWayne befreien, der von Prossors Schergen in die Todesfeste (das Fabrikgelände) verschleppt wurde. Gemeinsam mit Waynes Tochter Nastassia (Persis Khambatta) schlägt sich der Rider durch Höhlen und Korridore, über Landstraßen und Wüsten und durch/über einiges mehr…


Glaubt man dem Trivia-Eintrag der allseits beliebten International Movie Database, wurde Regisseur David Worth, der Jahre später den Van Damme-Klopper ’Kickboxer’ und ähnliche Martial Arts-Klitschen fabrizierte, ohne ein Drehbuch nach Italien geschippert und sollte ’Warrior of the Lost World’ (Originaltitel) dort auf Grundlage eines Posters aus dem Boden stemmen. Lustige Idee, aber die Anekdote scheint aufzugehen, bedenkt man den Blödsinn, der hier auf das Publikum losgelassen wird.

Wenn die Persis Khambatta Robert Ginty warnt “These caves are dangerpous!“ und kurz darauf ein Schwarm Fledermäuse, ein Haufen Taranteln und eine Boa Constrictor an der Kamera vorbeirauschen, weiß der B-Movie-Fan, wo der Hammer hängt. Und falls nicht, weiß er es zehn Sekunden später, wenn der Ruf ertönt: “Beware of the mutants!“ und ein Haufen in Mullbinden eingewickelter Dilettanten mit den Armen wedelt.

’The Last Warrior’ hat zwar eine Story, die in der Mittagspause zwischen ’Verfolgungsjagd 12’ und Explosion 25 auf eine beschmierte Serviette gekritzelt wurde, dafür aber Unmengen an Action aller Art, eine wunderbar käsige Ausstattung (Riesentrucks mit Spike-Fronspoilern)
und Trash-Einfälle (Uzis machen beim Abfeuern flummi-artige Blibiblibbi-Geräusche) bis zum Abwinken.
Vor allem der Krawall-Anteil ist beträchtlich, wobei das Gewemse, Geballer und vor allem die etlichen Verfolgungsjagden verdammt schmissig in Szene gesetzt wurden. So rasant und gekonnt sieht man das selten nach dem Big Bang.
Persis Khambatta, die wir schon aus dem ähnlich knalligen (und knalldoofen) ’Megaforce’ kennen, dient hier vornehmlich als Stichwortgebererin für Kratzbacke Robert Ginty. “No matter where we are, no matter what happens, show no emotion!“
Dass Ginty mit letzterem kein Problem hat, bewies er schon als ‘Exterminator’ und auch hier geht einem sein emotionsloses Gemurmel (zumindest in der Original-Version) und die gleichgültige Mimik (weltweit) bald auf den Keks. Fred Williamson hat hier seinem Rollennamen (’Henchman’!) entsprechend außer ein paar Grinsern in Richtung Kamera gar nichts zu tun und wenn Donald Pleasences ’Blofeld’ nicht schon als Vorlage für ’Dr. Evil’ gelangt hat, dann hat er es hier endgültig vollbracht...


Trotz Einfalt-Faktor 10 und dem hohlen Helden, ist ’The last Warrior’ einer der besseren Endzeit-Schinken und wird vor allem Action-Freunden, die auf Bewegung im Bild Wert legen, eine Menge Spaß bereiten. Anwesenheitspflicht für Flausköpfe besteht schon allein wegen des bescheuerten Motorrades.


PS: Die Endzeit... Wo Wälder zu Wüsten werden:


Hudson