Der letzte Dinosaurier



Originaltitel: The Last Dinosaur (1977)
Regie: Alexander Grasshoff & Tsugunobu Kotani Drehbuch: William Overgard
Darsteller: Richard Boone, Joan Van Ark, Steven Keats FSK: 12


Die Ballade von Masten Thrust


Masten Thrust war ein Lebemann
Hüte, Weiber, Firmen, alles drum und dran
Masten Thrust war auch Jägersmann
Er schoss Elefanten, Krokos und einen Leguan
Masten Thrust hatte einen Freund, der hieß Bunta
Alle schauten zu ihm rauf, er selbst schaute runter
Bunta war riesig, vom Stamme der Macheten
Er begleitete Masten gern auf Pressefeten


Auf einer solchen erklärte Masten den Massen
Wir haben einen T-Rex entdeckt. Wir können’s nicht lassen,
Mit einem U-Boot-Bohrer die Polarkappe zu tauen
Wir brauchen Freiwillige, bevorzugt: Blonde Frauen
Es meldete sich Knipse Frankie, gespielt von Joan van Ark
Die hatte Kriegserfahrung und war scharf auf Mastens Quark
Gemeinsam ging’s ins Saurierland, ganz ähnlich Caprona
Dort hausten Riesenechsen die aussahen wie Möbelschoner


Masten, Frankie, Bunta und Red Shirt
Erkannten recht schnell, dass der Spaß hier aufhört
Zwar erklärte Masten zunächst seine Absicht,
Dass er hier war, um zu studieren und die Dinos nicht absticht
Doch sobald so ein Gummiwanst auf dich zueilt
Werden im Minutentakt die Gewehrsalven verteilt
Für Zuschauer gibt das viel Spaß und auch Action,
Blonde Hysterie und Käse in den Texten


Aber wenn etwas hilft, dann Dialoge zum Schmunzeln
Natursets aus Styropor und Monster mit Runzeln
Richard Boone war Boxer, man sieht’s ihm an
Doch spielt er für Joan van Ark den Machomann
Over the Top Acting und reif für’n Katheter
Da gibt’s nichts zu lachen, er starb drei Jahre später
Das Schauspiel ist des Filmes Stärke nicht
Aber das fällt bei ’Last Dinosaur’ nicht ins Gewicht


Der Titel ist übrigens ein cleveres Wortspiel,
Dessen Interpretation auch Deutschlehrern gefiel
Missfallen könnte der latente Chauvinismus
Joan van Ark ist am Jammern, dass immer sie Kochen muss
’Der letzte Dinosaurier’ mahnt wie Melvilles ’Moby Dick’
Dass obsessives Anlegen mit der Natur sich nicht schickt
Aber wir wollen’s mit Interpretationen nicht übertreiben
Und in Gedanken lieber bei Gummimonstern verbleiben
Drum gilt als Fazit für diese US/japanische Kopro:
Spaß mit Längen, aber nicht in der Liga von Toho.


Hudson