Laser Mission


‘World War III...can he stop it in time?’


Originaltitel: Laser Mission (1989) Regie: BJ Davis
Drehbuch: David A. Frank & Phillip Gutteridge
Darsteller: Brandon Lee, Debi A. Monahan, Ernest Borgnine FSK: 18


Stickpunkthaltige Inhaltsangabe gefällig?

- größter Klunker aller Zeiten und weltbester Waffenexperte von Kommis entführt
- US-Agent Brandon Lee soll beide wohlbehalten zurückholen
- Brauns Tochter hängt sich ihm an die Backe
- KGB-Agenten hängen ihm am Arsch
- Ernest Borgnine spielt mit
- Österreicher sind böse
- Peng Peng Bumm
- Bringt Bier mit
- im Ernst

This Dude is eeevil!

“Ich hab mich nicht darum gerissen, mit dir mitzufahren. Du bist nämlich nicht mein Typ, klar? Du Versager!“
“Für dich immer noch ’Mister Versager’! So viel Zeit muss sein.“

Kerle, Kerle, Kerle, wer 1990 noch mit den bösen Russen im Feinbild auf die Bildfläche gepoltert kam, der muss zwischen Koks und Nutten vergessen haben, mal die Nachrichten einzuschalten.
Natürlich heißt der russische Chef ’Colonel Kalashnikov’. Natürlich untersteht dieser einem noch gemeineren Schurken, der Österreicher und Jäger aus Leidenschaft ist (inklusive eines Leichen-Kabinetts im Keller). Und natürlich steht mitten im afrikanischen Bergland ein Schild mit der Aufschrift ’Betreten Streng Verboten!’ (ja, auf deutsch).

Schnute ziehen für
den Weltfrieden
Alles halb so wild, schließlich sprechen auch kubanische Soldaten stets nur mit kubanischem Akzent, auch untereinander. Kein Wunder dass sie nicht überrascht waren, als Brandon Lee in Feldwebel-Tarnung sie ebenfalls mit kubanischem Akzent ansprach. So ein echter Geheimagent muss echt alle Kniffe kennen.
Ich weiß, dass alles klingt recht amüsant und Trash-Fans wetzen sicher schon die Griffel, doch leider gibt sich ’Laser Mission’ weniger wie das launige B-Movie, das es sein könnte, sondern wie die große Blockbuster-Action, die es nicht ist.
Das geht schon bei der gespielten Coolness von Brandon Lee los, dessen Schauspiel viel zu flach ist, um die Rolle des Super-Agenten glaubhaft lässig darzustellen. Debi A. Monahan (’Tod im Spiegel’) weiß lediglich durch Frisur und Ausschnitt zu glänzen und Ernest Borgnine... na ja, der ist mittlerweile viel zu alt und kultig, als dass ich an dieser Stelle etwas Gemeines über ihn sagen würde.
Die seltsame Stimmung des Film wird von unmotiviert eingestreuten Tatsachen blutiger Art, genreüblichem ’Dauerfeuer vs. Explosionen’-Radau, ins Leere geschossenen Dialog-Salven und kitschigen Pop-Songs geprägt. Gekrönt wird das Action-Vehikel von der Tatsache, dass Brandon Lees aufgesetzte Sprüche des öfteren von einem ca. zwei Sekunden zu langen Close Up auf sein Gegenüber quittiert werden, in dem dieser offensichtlich bemüht ist, das Gebrabbel des Action-Sternchens zu verstehen.

Ja, hallo Ernie.

’Laser Mission’ ist ein Agenten-Abenteuer auf Trash-Basis, unfreiwillig komisch, wenn es ’Bad Ass’ sein will, schulterzuckende Reaktionen provozierend, wenn es komisch sein will. Für Action-Alleskucker dürfte der poltrige Krawall-Faktor ein Einschaltgrund sein.
In Anbetracht von Brandon Lees Leistung hier und dessen kultischer Verehrung nach seinem tragischen Tod am Set von ’The Crow’ muss man jedoch unweigerlich an die Worte des großen US-amerikanischen Poeten Biggie Smalls denken: “You’re nobody, till somebody kills you.“


Hudson